Ascend

Ascend

Ascend ist eine Reihe von Computerchips des chinesischen Konzerns Huawei, die speziell für die Rechenarbeit künstlicher Intelligenz gebaut sind. Sie gilt als wichtigste chinesische Alternative zu den Chips des US-Marktführers Nvidia.

Ascend ist eine Familie von Computerchips des chinesischen Technikkonzerns Huawei. Diese Chips sind nicht für normale Büroarbeit gedacht, sondern für die riesigen Rechenmengen, die künstliche Intelligenz braucht. Wenn ein Sprachprogramm wie ChatGPT lernt oder eine Antwort erzeugt, laufen dahinter Milliarden von einfachen Rechenschritten. Genau darauf sind Ascend-Chips zugeschnitten. Sie stecken in Servern in großen Rechenzentren, also in Hallen voller Computer, die über das Internet genutzt werden. Der Name steht dabei für eine ganze Serie: die bekanntesten Modelle heißen Ascend 910B und Ascend 910C.

Der Vergleich fällt fast immer mit derselben Firma: Nvidia. Das US-Unternehmen beherrscht den Weltmarkt für KI-Chips. Ascend ist der Versuch, diese Abhängigkeit zu durchbrechen.

Chinas Antwort auf das Nvidia-Monopol

Seit 2019 verbieten die USA den Export ihrer besten KI-Chips nach China. Der Grund ist politisch: Washington will nicht, dass China militärisch oder wirtschaftlich mit dieser Technik aufholt. Chinesische Firmen dürfen die stärksten Nvidia-Modelle also gar nicht kaufen. Damit fehlt ihnen genau das Werkzeug, mit dem moderne KI gebaut wird.

Ascend füllt diese Lücke. Für chinesische Internetkonzerne, Universitäten und Behörden ist es oft die einzige verfügbare Option in dieser Leistungsklasse. Deshalb tauchen die Chips regelmäßig in Wirtschaftsnachrichten auf. Jede Meldung über einen schnelleren Ascend ist auch eine Meldung darüber, wie gut die US-Exportkontrollen noch wirken.

Für Anleger ist das relevant, weil Nvidias Umsatz in China davon abhängt. Verliert Nvidia dort Kunden an Huawei, fehlt ein Milliardenmarkt. Umgekehrt zeigt jeder Rückstand von Ascend, wie schwer Chips wirklich nachzubauen sind.

Was in einem Ascend-Chip steckt

KI-Berechnungen bestehen fast nur aus Multiplizieren und Addieren großer Zahlentabellen. Ein Ascend-Chip enthält dafür sehr viele einfache Rechenwerke, die parallel arbeiten. Huawei nennt diese Bauweise Da Vinci. Man kann sich das wie eine Fabrikhalle mit tausenden gleichen Arbeitsplätzen vorstellen. Jeder einzelne ist unspektakulär, aber alle zusammen schaffen enorme Mengen.

Ein zweiter Teil ist der Speicher direkt neben dem Rechenchip. Er muss die Zahlen schnell nachliefern, sonst stehen die Rechenwerke still. Dieser schnelle Spezialspeicher ist eine Schwachstelle von Ascend, weil er weltweit nur von wenigen Firmen hergestellt wird und ebenfalls unter Exportbeschränkungen fällt.

Dazu kommt die Software. Nvidia hat mit CUDA seit Jahren eine Programmierumgebung, die praktisch jeder KI-Entwickler kennt. Huaweis Gegenstück heißt CANN und ist deutlich weniger verbreitet. Ein Chip ist nur so nützlich wie die Programme, die darauf laufen. Genau hier liegt der größere Rückstand, nicht allein bei der reinen Rechenleistung.

Ascend in Schlagzeilen und Produkten

Direkt kaufen wird man einen Ascend-Chip nicht. Er wird in Server-Systemen verbaut, etwa in Huaweis Atlas-Reihe, und an Rechenzentren verkauft. Wer chinesische Cloud-Dienste nutzt, rechnet unter Umständen auf Ascend, ohne es zu merken.

In den Nachrichten begegnet der Begriff meist in drei Zusammenhängen. Erstens bei neuen US-Exportregeln, wo Ascend als Beweis dafür gilt, dass China aufholt. Zweitens bei Produktionsfragen: die Chips werden bei der chinesischen Firma SMIC gefertigt, die ältere Maschinen nutzt und deshalb hohe Ausschussquoten hat. Drittens bei chinesischen KI-Modellen, die betont auf heimischer Hardware trainiert wurden.

Ein häufiger Irrtum ist, Ascend mit Kirin zu verwechseln. Kirin sind Huaweis Smartphone-Chips, Ascend sind Rechenzentrums-Chips für KI. Beide stammen aus derselben Konzernsparte, lösen aber völlig verschiedene Aufgaben.

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