Arch Linux

Arch Linux

Arch Linux ist ein kostenloses Betriebssystem für Computer, also die Software, die den Rechner überhaupt bedienbar macht. Es wird bewusst ohne Vorauswahl ausgeliefert: Nutzer setzen ihr System selbst aus einzelnen Bausteinen zusammen und erhalten Aktualisierungen laufend statt in großen Versionssprüngen.

Arch Linux ist ein Betriebssystem für Computer. Ein Betriebssystem ist die Software, die Tastatur, Bildschirm und Speicher verwaltet und auf der alle anderen Programme laufen. Bekannte Beispiele sind Windows und macOS, Arch Linux ist eine kostenlose Alternative dazu. Anders als Windows kommt es nicht fertig eingerichtet, sondern besteht aus einer sehr schlanken Grundlage. Wer es installiert, wählt selbst aus, welche Bausteine dazukommen: welche Bedienoberfläche, welcher Internet-Browser, welche Schriftarten. Diese Bausteine liegen in einem großen Online-Verzeichnis, aus dem der Rechner sie herunterlädt.

Der Reiz des selbstgebauten Systems

Der Aufwand hat einen klaren Gegenwert: Kontrolle. In einem fertigen System laufen viele Programme mit, die man nie benutzt. Bei Arch Linux ist am Ende genau das installiert, was man selbst ausgewählt hat. Das spart Speicherplatz und macht ältere Rechner wieder brauchbar. Es bedeutet auch, dass man ungefähr weiß, was auf dem eigenen Computer eigentlich passiert.

Zweitens ist Arch immer aktuell. Viele Betriebssysteme veröffentlichen alle paar Jahre eine neue Version, wie ein Schulbuch in Auflagen. Arch arbeitet nach dem Prinzip Rolling Release: es gibt keine Versionen, jedes Programm wird einzeln aktualisiert, sobald eine neue Fassung fertig ist. Programmierer bekommen dadurch sehr früh neue Werkzeuge.

Drittens ist die Dokumentation berühmt. Das Arch Wiki ist eine von Nutzern geschriebene Anleitungssammlung im Internet. Sie ist so gründlich, dass sie auch von Leuten gelesen wird, die andere Betriebssysteme verwenden. Wer ein Hardwareproblem hat, findet dort oft die genaueste Beschreibung überhaupt.

Pacman, Pakete und die Installation von Hand

Programme werden als Pakete verteilt. Ein Paket ist eine Datei mit dem Programm und der Information, welche anderen Programme es zum Laufen braucht. Das Verwaltungswerkzeug von Arch heißt pacman. Man tippt einen kurzen Befehl in ein Textfenster, und pacman lädt das Paket herunter, prüft es und installiert es. Ein einziger Befehl aktualisiert das komplette System.

Die Installation läuft ohne bunten Assistenten ab. Man startet den Rechner von einem USB-Stick und bekommt eine schwarze Textzeile. Festplatte einteilen, Grundsystem kopieren, Startprogramm einrichten, Netzwerk konfigurieren: alles wird per Befehl erledigt. Das dauert beim ersten Mal Stunden und ist Teil des Lernwerts.

Neben den offiziellen Paketen gibt es das AUR, das Arch User Repository. Dort stellen Nutzer Bauanleitungen für Software bereit, die nicht offiziell dabei ist. Damit findet man fast jedes Programm, das es für Linux gibt. Der Preis dafür: diese Anleitungen werden von niemandem offiziell geprüft, man vertraut fremden Leuten.

Zwischen Entwickler-Laptop, Steam Deck und Internet-Witz

In der Praxis trifft man Arch Linux vor allem bei Softwareentwicklern und technisch interessierten Privatnutzern. In Firmen dominieren dagegen Systeme, die selten und planbar aktualisiert werden, weil dort Stabilität wichtiger ist als Aktualität. Ein Rolling Release kann nämlich mitten in der Woche etwas kaputt machen.

Der bekannteste Auftritt ist die Spielekonsole Steam Deck der Firma Valve. Ihr Betriebssystem SteamOS baut auf Arch Linux auf. Millionen Menschen benutzen also Arch-Technik, ohne je einen Befehl getippt zu haben. Auch mehrere einsteigerfreundliche Systeme wie Manjaro oder EndeavourOS setzen auf derselben Grundlage auf.

In Foren begegnet man dem Spruch „I use Arch, by the way“, einem Witz über Nutzer, die ihr System bei jeder Gelegenheit erwähnen. Dahinter steht ein häufiger Irrtum: Arch ist nicht schneller oder sicherer als andere Linux-Systeme. Es ist vor allem offener gebaut und verlangt mehr Eigenverantwortung.

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