Querschnitt eines Serverracks: genormter Metallschrank mit übereinander eingeschobenen flachen Servern, Höhenangabe in Rack-Einheiten (U), Netzwerkswitch oben, Stromschienen und Kühlleitungen an der Seite.

Rack

Ein Rack ist ein genormter Metallschrank, in dem Computer für Rechenzentren übereinander eingebaut werden. Es liefert Strom, Netzwerkanschluss und Kühlung für alle eingebauten Geräte und ist die übliche Maßeinheit, in der über KI-Hardware gesprochen wird.

Ein Rack ist ein hoher, schmaler Metallschrank für Computer. Es steht in großen Gebäuden, in denen tausende Computer für Internetdienste rechnen. Die Geräte werden dort nicht wie ein PC unter den Schreibtisch gestellt, sondern flach übereinander eingeschoben, wie Backblesche in einem Ofen. Ein einzelnes Rack ist typischerweise etwa zwei Meter hoch und rund 60 Zentimeter breit. Darin finden je nach Bauart 40 bis 50 flache Geräte Platz. Zum Rack gehören außerdem Stromversorgung, Kabelwege und meist eine Belüftung oder Wasserkühlung.

Warum in Racks gerechnet wird und nicht in einzelnen Computern

Für moderne KI reicht ein einzelner Computer nicht mehr aus. Große Sprachmodelle werden auf hunderten oder tausenden Spezialchips gleichzeitig trainiert. Diese Chips müssen extrem schnell miteinander reden können. Je kürzer die Kabel, desto schneller der Austausch. Deshalb packt man die Geräte so dicht wie möglich zusammen — also in ein gemeinsames Rack.

Dadurch ist das Rack zur eigentlichen Recheneinheit geworden. Der Chiphersteller Nvidia verkauft seine stärkste KI-Hardware nicht als einzelne Karte, sondern als komplett verkabeltes Rack. Ein solches Rack kostet mehrere Millionen Euro. In Nachrichten über Rechenzentren liest man deshalb oft Sätze wie: „Der Betreiber installiert 5.000 Racks.“ Das ist eine grobe, aber nützliche Angabe für die Größe einer Anlage.

Wichtig ist dabei der Stromverbrauch. Ein normales Rack mit Bürotechnik zieht vielleicht 5 bis 10 Kilowatt, etwa so viel wie ein paar Elektroherde. Ein Rack voller KI-Chips kann 100 Kilowatt und mehr verbrauchen. Diese Zahl entscheidet, ob ein Rechenzentrum überhaupt gebaut werden kann. Denn Strom und Kühlung sind heute knapper als die Chips selbst.

Das 19-Zoll-Maß und die Höheneinheit U

Racks sind weltweit genormt. Die Einbaubreite beträgt 19 Zoll, also etwa 48 Zentimeter. Diese Norm stammt ursprünglich aus der Telefontechnik und hat sich seit Jahrzehnten gehalten. Der Vorteil: Geräte verschiedener Hersteller passen in denselben Schrank. Man kann also einen Server von einer Firma und einen Netzwerkschalter von einer anderen kombinieren.

Die Höhe wird in Rack-Einheiten gemessen, abgekürzt U. Eine Einheit sind 44,45 Millimeter. Ein flacher Server heißt darum „1U“, ein doppelt so hoher „2U“. Ein üblicher Schrank hat 42 solcher Einheiten Platz. Wer ein Rechenzentrum plant, rechnet also in U, in Kilowatt und in Quadratmetern.

Ganz oben oder in der Mitte sitzt meist ein Netzwerkgerät, das alle Server im Schrank verbindet. Es heißt Top-of-Rack-Switch, weil es traditionell oben eingebaut wird. Von dort führen dickere Leitungen zu den anderen Racks. Bei KI-Racks kommen zusätzlich Wasserschläuche hinzu, weil Luft die Wärme nicht mehr abtransportieren kann. Solche Racks sind eher gekühlte Maschinen als Schränke.

Racks in Nachrichten, Preisen und Aktienkursen

Im Alltag sieht man Racks selten, benutzt sie aber ständig. Jede Suchanfrage, jedes gestreamte Video und jede Chatbot-Antwort wird in einem Rack berechnet. Auch die Schulwebsite oder ein Online-Shop läuft irgendwo in so einem Schrank. Nur bekommt der Nutzer davon nichts mit.

In Wirtschaftsnachrichten ist das Rack dagegen eine zentrale Größe. Analysten schätzen, wie viele KI-Racks ein Hersteller pro Quartal ausliefern kann. Daraus leiten sie Umsätze und Aktienkurse ab. Auch Betreiber wie Microsoft, Amazon oder Google geben ihre Kapazität oft in Megawatt oder in Rack-Zahlen an, nicht in Chips.

Ein häufiger Irrtum: Ein Rack ist kein Computer, sondern ein Behälter mit Infrastruktur. Es rechnet selbst nichts. Bei modernen KI-Systemen verschwimmt diese Grenze allerdings, weil alle Geräte im Schrank so eng verkabelt sind, dass sie wie ein einziger großer Rechner arbeiten. Abzugrenzen ist das Rack auch vom Rechenzentrum: Das Rechenzentrum ist das Gebäude, das Rack nur ein Regal darin.

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