Renminbi

Renminbi

Der Renminbi ist das offizielle Geld der Volksrepublik China. Sein Wert wird nicht frei am Markt gebildet, sondern von der chinesischen Zentralbank täglich in engen Grenzen gesteuert.

Währungsrechner

1 EUR = 7.79 CNY · Stand 09/08/2026
Quelle: Referenzkurse der Europäischen Zentralbank, börsentäglich gegen 16:00 Uhr MEZ.

Kurs je Euro
09/2023Spanne 7.538.41 CNY09/2026

Der Renminbi ist die offizielle Währung der Volksrepublik China. Der Name bedeutet übersetzt etwa „Volkswährung“. Die Einheit, in der man Preise angibt, heißt Yuan. Ein Kaffee kostet in Peking also zum Beispiel 25 Yuan, und das Geld dahinter ist der Renminbi. Im internationalen Zahlungsverkehr trägt die Währung das Kürzel CNY. Anders als Euro oder US-Dollar kann der Renminbi seinen Wert nicht völlig frei am Markt finden: Die chinesische Zentralbank gibt jeden Morgen einen Referenzkurs vor und lässt nur kleine Abweichungen davon zu.

Warum eine Währung Weltpolitik ist

China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und der größte Exporteur überhaupt. Fast alles, was von dort kommt, wird irgendwann in Renminbi abgerechnet oder in Renminbi produziert. Der Kurs entscheidet deshalb mit, wie teuer Elektronik, Batterien oder Maschinenteile für den Rest der Welt sind. Fällt der Renminbi, werden chinesische Waren im Ausland billiger. Das freut Exporteure in China und ärgert konkurrierende Hersteller in Europa und den USA.

Zugleich ist der Renminbi ein politisches Streitthema. Die USA haben China wiederholt vorgeworfen, den Kurs künstlich niedrig zu halten, um sich Handelsvorteile zu verschaffen. Ob dieser Vorwurf stimmt, ist unter Fachleuten umstritten. Klar ist aber: Weil der Staat den Kurs beeinflussen kann, ist jede Bewegung auch ein politisches Signal. Wenn Peking den Referenzkurs deutlich senkt, lesen Märkte das als Reaktion auf Zölle oder auf eine schwächelnde Wirtschaft.

Ein dritter Punkt betrifft die langfristige Machtfrage. Der US-Dollar ist bis heute die Währung, in der Staaten ihre Reserven halten und in der Öl gehandelt wird. China arbeitet daran, den Renminbi als Alternative zu etablieren. Bisher mit begrenztem Erfolg: Der Anteil des Renminbi an den weltweiten Währungsreserven liegt nur bei wenigen Prozent.

Wie Peking den Kurs steuert

Jeden Handelstag veröffentlicht die chinesische Zentralbank einen Mittelkurs zum US-Dollar. Um diesen Wert herum darf der Kurs im Inland nur um einen festgelegten Prozentsatz schwanken, aktuell um zwei Prozent nach oben oder unten. Verlässt der Kurs diesen Korridor, greift die Zentralbank ein. Sie kauft oder verkauft dann Devisen, bis der Kurs wieder im gewünschten Bereich liegt. Fachleute nennen ein solches System „gelenkt floatend“ — es liegt zwischen einem festen und einem völlig freien Wechselkurs.

Dazu kommt eine Besonderheit, die viele verwirrt: Es gibt den Renminbi in zwei Varianten. Innerhalb Chinas wird er als CNY gehandelt, streng kontrolliert. Außerhalb, vor allem in Hongkong, existiert der sogenannte Offshore-Renminbi mit dem Kürzel CNH. Dieser kann freier schwanken. Beide Kurse liegen meist nah beieinander, aber die Lücke zwischen ihnen gilt Analysten als Stimmungsmesser: Ist der Offshore-Kurs deutlich schwächer, erwarten Anleger im Ausland eine Abwertung.

Ein häufiger Irrtum ist, Renminbi und Yuan seien zwei verschiedene Währungen. Das Verhältnis ist eher wie bei Pfund Sterling und Pfund: Renminbi ist der Name des Geldes, Yuan die Zähleinheit. Beide Begriffe meinen dieselbe Sache und werden in Nachrichten oft austauschbar verwendet.

Der Renminbi in Nachrichten und Portemonnaies

Am häufigsten begegnet der Begriff in Wirtschaftsmeldungen. Sätze wie „der Yuan fiel auf ein Sieben-Monats-Tief“ tauchen fast wöchentlich auf. Gemeint ist damit fast immer der Kurs zum US-Dollar. Auch Quartalszahlen großer Konzerne enthalten den Renminbi: Wer viel in China verkauft, verdient dort in Renminbi und muss diese Summen in Euro umrechnen. Sinkt der Kurs, schrumpft der Umsatz in der Bilanz, obwohl in China genauso viel verkauft wurde.

Im Alltag trifft man den Renminbi vor allem beim Bezahlen in China selbst. Bargeld spielt dort kaum noch eine Rolle, gezahlt wird per QR-Code über Apps wie WeChat Pay oder Alipay. China testet außerdem seit Jahren einen digitalen Renminbi, den e-CNY. Das ist offizielles Zentralbankgeld in digitaler Form, keine Kryptowährung. Es soll unter anderem den Zahlungsverkehr staatlich nachvollziehbar machen.

Und der Begriff taucht dort auf, wo Technik und Geopolitik sich treffen. Wenn China Rohstoffe für Batterien in Renminbi statt in Dollar abrechnet oder Handelsabkommen ohne Dollar schließt, ist das eine Nachricht wert. Dahinter steht immer dieselbe Frage: Wie viel Gewicht bekommt Chinas Währung im Weltfinanzsystem?

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