
REM-Schlaf
Der REM-Schlaf ist eine wiederkehrende Schlafphase, in der sich die Augen unter geschlossenen Lidern schnell bewegen und die meisten lebhaften Träume entstehen. Das Gehirn ist dabei fast so aktiv wie im Wachzustand, während die Muskeln des Körpers weitgehend gelähmt sind.
Schlaf ist kein gleichmäßiger Zustand, sondern läuft in Runden ab. Eine dieser Runden heißt REM-Schlaf. Die Abkürzung steht für „Rapid Eye Movement“, also schnelle Augenbewegung: Die Augen zucken unter den geschlossenen Lidern hin und her. In dieser Phase entstehen die meisten lebhaften Träume. Das Gehirn arbeitet dabei fast so stark wie im Wachzustand, doch die Muskeln von Armen und Beinen sind vorübergehend gelähmt. Wegen dieses Widerspruchs nennt man den REM-Schlaf auch paradoxen Schlaf.
Was das Gehirn nachts mit dem Tag macht
REM-Schlaf ist keine Pause, sondern Arbeitszeit für das Gehirn. Forschung deutet darauf hin, dass hier Erlebtes sortiert und mit älterem Wissen verknüpft wird. Besonders emotionale Erinnerungen scheinen in dieser Phase entschärft zu werden. Wer schlecht schläft, reagiert am nächsten Tag messbar gereizter auf Kleinigkeiten.
Auch für das Lernen spielt der REM-Schlaf eine Rolle. Nach einer durchlernten Nacht bleibt weniger hängen als nach einer normalen Nacht mit gleicher Lernzeit am Abend. Der Schlaf ist also kein verlorener Teil des Tages, sondern gehört zum Lernvorgang dazu. Das ist ein Grund, warum Fachleute vom Durchlernen vor Klausuren abraten.
Ein verbreiteter Irrtum lautet, Träume gebe es nur im REM-Schlaf. Auch in den anderen Phasen wird geträumt, allerdings meist blasser und weniger geschichtenhaft. Der REM-Schlaf liefert die Träume, an die man sich morgens erinnert.
Der Ablauf einer Nacht
Eine Nacht besteht aus etwa vier bis sechs Schlafzyklen. Jeder Zyklus dauert ungefähr 90 Minuten. Er beginnt mit leichtem Schlaf, geht in den Tiefschlaf über und endet mit einer REM-Phase. Danach startet der nächste Zyklus.
Die REM-Phasen sind nicht gleich lang. Zu Beginn der Nacht dauern sie nur wenige Minuten, gegen Morgen manchmal eine halbe Stunde. Insgesamt verbringt ein Erwachsener etwa 20 Prozent der Nacht im REM-Schlaf. Bei Neugeborenen ist es rund die Hälfte, was für eine Rolle bei der Gehirnentwicklung spricht.
Die Muskelblockade während des REM-Schlafs ist eine Schutzfunktion. Sie verhindert, dass man Traumbewegungen tatsächlich ausführt. Bei manchen Menschen funktioniert diese Blockade nicht richtig, sie schlagen oder treten im Schlaf um sich. Ärzte sprechen dann von einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung. Wer beim Aufwachen kurz bewegungsunfähig ist, erlebt diese Lähmung bewusst mit.
REM-Messung in Uhren und Schlaf-Apps
Smartwatches und Fitnessarmbänder zeigen morgens oft eine Grafik mit Tiefschlaf-, Leichtschlaf- und REM-Anteilen. Diese Geräte messen den REM-Schlaf nicht direkt. Sie erfassen Bewegung, Puls und manchmal die Hauttemperatur. Daraus schätzt ein Algorithmus, also eine feste Rechenvorschrift in der Software, die Schlafphase.
Im Schlaflabor läuft das anders. Dort kleben Elektroden am Kopf und zeichnen die elektrische Aktivität des Gehirns auf, zusätzlich Augenbewegungen und Muskelspannung. Diese Messung heißt Polysomnographie und gilt als Maßstab. Vergleichsstudien zeigen, dass Uhren die Gesamtschlafzeit recht gut treffen, die einzelnen Phasen aber deutlich ungenauer.
In Tech-Nachrichten taucht der REM-Schlaf deshalb häufig im Zusammenhang mit KI-Modellen auf. Hersteller trainieren Modelle darauf, aus Sensordaten die Ergebnisse eines Schlaflabors vorherzusagen. Sinnvoll sind die Werte vor allem als grober Trend über Wochen. Eine einzelne Nacht mit wenig angezeigtem REM-Anteil ist kein Grund zur Sorge.