Schema einer Cloud-Region: ein umrandetes Gebiet enthält drei getrennte Verfügbarkeitszonen mit je eigenem Strom- und Netzanschluss, verbunden durch schnelle Leitungen; daneben eine zweite Region in einem anderen Land, mit der eine Fernverbindung für Sicherungskopien besteht.

Cloud-Region

Eine Cloud-Region ist ein geografisches Gebiet, in dem ein Anbieter wie Amazon, Microsoft oder Google mehrere Rechenzentren betreibt. Kunden wählen die Region aus und legen damit fest, wo ihre Daten physisch liegen und wie schnell ihre Anwendungen antworten.

Wenn ein Unternehmen Speicherplatz oder Rechenleistung im Internet mietet statt eigene Computer zu kaufen, nennt man das Cloud. Diese gemieteten Computer stehen in großen Hallen voller Rechner, den Rechenzentren. Eine Cloud-Region ist eine Gruppe solcher Hallen in einem bestimmten Gebiet der Welt, etwa rund um Frankfurt am Main. Wer bei einem Anbieter etwas bucht, muss immer angeben, in welcher Region das laufen soll. Diese Wahl entscheidet, in welchem Land die Daten körperlich liegen. Sie entscheidet auch, wie lange ein Signal vom Nutzer bis zum Rechner unterwegs ist.

Warum der Standort über Recht und Tempo entscheidet

Daten unterliegen den Gesetzen des Landes, in dem sie gespeichert sind. Für europäische Firmen ist das ein zentrales Thema, weil die Datenschutz-Grundverordnung strenge Regeln aufstellt. Ein Krankenhaus oder eine Bank darf Patienten- oder Kontodaten oft nur innerhalb der EU speichern. Deshalb bieten die großen Anbieter eigene Regionen in Frankfurt, Paris, Zürich oder Stockholm an.

Der zweite Grund ist Geschwindigkeit. Ein Signal braucht auch mit Lichtgeschwindigkeit Zeit für lange Strecken. Von Berlin nach Frankfurt und zurück vergehen wenige Millisekunden. Bis nach Kalifornien und zurück sind es schnell 150 Millisekunden oder mehr. Diese Verzögerung nennt man Latenz. Bei einem Onlineshop merkt man sie kaum, bei einem Videospiel oder einer Videokonferenz sehr deutlich.

Der dritte Grund ist Ausfallsicherheit. Ein Erdbeben, ein Stromausfall oder ein Brand trifft immer nur einen Ort. Wer seine Dienste auf zwei weit entfernte Regionen verteilt, bleibt bei einer Störung erreichbar. Große Anbieter empfehlen das ausdrücklich, weil auch ihnen regelmäßig einzelne Regionen ausfallen.

Regionen, Zonen und die Netze dazwischen

Eine Region besteht meist aus mehreren voneinander unabhängigen Standorten. Diese Teile heißen Verfügbarkeitszonen. Jede Zone hat eigenen Strom, eigene Kühlung und eigene Internetanbindung. Sie liegen weit genug auseinander, dass ein Unglück nicht beide trifft, aber nah genug für sehr schnelle Verbindungen. Typisch sind Entfernungen von wenigen Kilometern bis einigen Dutzend Kilometern.

Man kann sich das wie eine Supermarktkette in einer Stadt vorstellen. Die Region ist die Stadt, die Zonen sind einzelne Filialen. Fällt eine Filiale wegen eines Wasserschadens aus, kaufen die Kunden in der nächsten ein. Genau so verschiebt die Software den Betrieb automatisch in eine andere Zone.

Zwischen den Regionen liegen eigene Glasfaserleitungen der Anbieter. Darüber werden Sicherungskopien in andere Länder gespiegelt. Wichtig ist die Abgrenzung zum sogenannten Edge-Standort: das sind kleine Zwischenlager, die nur Kopien häufig abgerufener Inhalte vorhalten. Sie können rechnen und speichern nicht wie eine volle Region. Ein verbreiteter Irrtum ist außerdem, dass jede Region alle Dienste anbietet. Neue Angebote starten fast immer zuerst in den USA und kommen erst später nach Europa.

Wo Cloud-Regionen in Nachrichten und Alltag auftauchen

In Wirtschaftsnachrichten geht es oft um Milliardeninvestitionen in neue Regionen. Microsoft, Amazon und Google bauen laufend Standorte in Europa, Indien oder Saudi-Arabien. Solche Meldungen sind auch politisch interessant, weil Rechenzentren viel Strom und Wasser brauchen. In Deutschland wird deshalb über den Netzanschluss neuer Anlagen gestritten.

Wer selbst ein Konto bei einem Cloud-Anbieter anlegt, sieht die Regionen sofort. Sie stehen als Auswahlliste mit Namen wie eu-central-1 oder westeurope in der Oberfläche. Auch die Preise unterscheiden sich je nach Region deutlich, oft um zehn bis dreißig Prozent.

Für KI hat das Thema zusätzlich an Gewicht gewonnen. Spezielle Grafikchips für das Training großer Modelle sind knapp und stehen nur in wenigen Regionen. Firmen müssen ihre Rechenzeit deshalb dort buchen, wo diese Chips verfügbar sind. Gleichzeitig verlangen europäische Kunden, dass ihre Anfragen an einen Chatbot eine EU-Region nicht verlassen. Anbieter werben inzwischen ausdrücklich mit solchen Zusagen.

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