Covert Influence Operation

Covert Influence Operation

Eine Covert Influence Operation ist eine geplante Kampagne, die die öffentliche Meinung beeinflussen soll und dabei verschleiert, wer wirklich dahintersteckt. Seit KI-Werkzeuge Texte, Bilder und Stimmen in Sekunden erzeugen, lassen sich solche Kampagnen deutlich billiger und in größerem Umfang betreiben.

Eine Covert Influence Operation ist eine organisierte Kampagne, die die Meinung vieler Menschen in eine bestimmte Richtung schieben soll. Das Besondere daran: Wer dahintersteckt, bleibt absichtlich verborgen. Ein Beitrag sieht aus wie die Meinung einer Privatperson, stammt aber in Wahrheit von einer Regierung, einem Geheimdienst, einer Partei oder einer Firma. Der deutsche Ausdruck dafür lautet verdeckte Einflussoperation. Wichtig ist der Unterschied zu normaler Werbung oder Propaganda: Dort weiß man, wer spricht. Hier ist gerade das Verschleiern der Herkunft der eigentliche Trick.

Warum getarnte Absender gefährlicher sind als offene

Menschen bewerten eine Aussage danach, wer sie sagt. Eine Behauptung von einem Regierungssender nehmen die meisten skeptisch auf. Dieselbe Behauptung von einer scheinbar gewöhnlichen Nutzerin wirkt glaubwürdiger. Genau diese Abkürzung im Kopf nutzen verdeckte Kampagnen aus. Sie stehlen sozusagen das Vertrauen, das wir echten Mitmenschen entgegenbringen.

Dazu kommt ein zweiter Effekt. Wenn hunderte Konten dieselbe Meinung äußern, wirkt sie verbreiteter, als sie ist. Fachleute nennen das künstlich erzeugte Mehrheit oder Astroturfing, in Anlehnung an Kunstrasen, der echtes Gras nachahmt. Viele Leute passen ihre eigene Position an das an, was sie für die Mehrheitsmeinung halten. Eine Kampagne muss also niemanden direkt überzeugen. Es reicht, den Eindruck zu erzeugen, dass fast alle so denken.

Betroffen sind vor allem Wahlen, Kriege und gesellschaftliche Konflikte. Oft geht es gar nicht darum, eine bestimmte Lüge durchzusetzen. Ziel ist manchmal nur, Misstrauen zu säen und Debatten zu vergiften. Wer am Ende niemandem mehr glaubt, ist politisch leichter zu lähmen.

Von der Trollfabrik zum automatisch erzeugten Publikum

Klassisch lief so eine Operation über bezahlte Mitarbeiter in Großraumbüros. Diese sogenannten Trollfabriken betreuten hunderte falsche Profile mit erfundenen Lebensläufen. Die Konten posteten monatelang harmlose Inhalte, um Reichweite und Glaubwürdigkeit aufzubauen. Erst danach kamen die politischen Botschaften. Der Aufwand war hoch, weil jeder Text von Hand geschrieben werden musste.

Sprachmodelle haben diesen Engpass beseitigt. Ein Sprachmodell ist ein Programm, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, passende Formulierungen vorherzusagen. Damit lassen sich tausende Kommentare erzeugen, die alle unterschiedlich klingen und keine typischen Fremdsprachenfehler enthalten. Bildgeneratoren liefern dazu Profilfotos von Menschen, die es nie gegeben hat. Auch Stimmen lassen sich nachbauen, was gefälschte Videoclips ermöglicht.

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass solche Kampagnen an der Technik scheitern. Meist scheitern sie an der Logistik. Konten brauchen Telefonnummern, Zugriffe kommen aus auffälligen Netzwerken, und Beiträge erscheinen zu ähnlichen Uhrzeiten. Plattformen erkennen Kampagnen deshalb oft nicht am Inhalt, sondern am Verhaltensmuster. Der Fachbegriff dafür lautet koordiniertes unauthentisches Verhalten.

Wo der Begriff in Berichten und Schlagzeilen auftaucht

Große Plattformen und KI-Anbieter veröffentlichen regelmäßig Berichte über entdeckte Kampagnen. Darin steht, aus welchem Land eine Operation vermutlich stammte, wie viele Konten gesperrt wurden und welche Themen bespielt wurden. OpenAI etwa hat mehrfach beschrieben, dass Gruppen aus verschiedenen Staaten seine Modelle für Kommentare und Artikel genutzt haben. Solche Berichte sind der häufigste Anlass, bei dem der Begriff in den Nachrichten erscheint.

Auch die Regulierung greift das Thema auf. Die Europäische Union verpflichtet große Plattformen, Risiken für Wahlen zu bewerten und Gegenmaßnahmen zu dokumentieren. Für Anleger ist das relevant, weil daraus Kosten entstehen: Prüfteams, Erkennungssysteme und mögliche Bußgelder. Ein Konzern, der eine Kampagne auf seiner Plattform übersieht, riskiert Schlagzeilen und Verfahren.

Im Alltag begegnet man dem Phänomen ohne Etikett. Ein Kommentarbereich, der plötzlich einseitig kippt, oder ein Konto ohne Vorgeschichte, das nur ein einziges Thema bearbeitet, können Hinweise sein. Sicher ist das nie, denn echte Menschen verhalten sich manchmal ähnlich. Nachweisen lässt sich eine Operation meist erst, wenn jemand Zugriff auf Daten hinter den Kulissen hat.

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