Open-Source-Framework

Open-Source-Framework

Ein Open-Source-Framework ist ein frei verfügbares Grundgerüst aus fertigem Programmcode, das Entwickler für eigene Software wiederverwenden dürfen. Bekannte Beispiele aus der KI-Welt sind PyTorch und TensorFlow, auf denen ein Großteil aller heutigen KI-Modelle gebaut wird.

Wer ein Haus baut, gießt nicht jeden Ziegel selbst. Genauso schreiben Programmierer nicht jede Zeile ihrer Software von Grund auf neu. Sie greifen auf ein Framework zurück: eine Sammlung fertiger Bausteine und Regeln, die einem die immer gleiche Grundarbeit abnimmt. « Open Source » bedeutet dabei, dass der Programmtext offen einsehbar ist und jeder ihn kostenlos nutzen, verändern und weitergeben darf. Ein Open-Source-Framework ist also ein frei verfügbares Grundgerüst für Software, an dem oft tausende Menschen weltweit gemeinsam arbeiten. Das Gegenstück ist geschlossene Software, deren Innenleben nur die Herstellerfirma kennt.

Warum die halbe KI-Branche auf denselben Bausteinen steht

Ohne solche Grundgerüste wäre die schnelle Entwicklung der letzten Jahre kaum denkbar gewesen. Eine Forschungsgruppe kann eine neue Idee in wenigen Tagen ausprobieren, statt monatelang Grundlagen zu programmieren. Was in einem Labor entsteht, läuft anderswo sofort auf demselben Fundament. Diese gemeinsame Basis ist ein Hauptgrund dafür, dass sich Ergebnisse in der KI-Forschung so rasch verbreiten.

Für Unternehmen ist der offene Code außerdem eine Frage der Unabhängigkeit. Wer eine geschlossene Software eines einzelnen Anbieters nutzt, ist von dessen Preisen und Entscheidungen abhängig. Stellt der Anbieter das Produkt ein, steht man vor einem Scherbenhaufen. Bei offenem Code kann man notfalls selbst weiterarbeiten oder Fachleute damit beauftragen.

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass « kostenlos » auch « ohne Bedingungen » heißt. Jedes Open-Source-Projekt steht unter einer Lizenz, also einem Nutzungsvertrag. Manche Lizenzen verlangen, dass eigene Erweiterungen ebenfalls offengelegt werden. Andere erlauben fast alles, sogar den Verkauf. Firmen prüfen diese Bedingungen sehr genau, bevor sie ein Framework einsetzen.

Vom Repository auf den eigenen Rechner

Der Code eines solchen Projekts liegt in einem öffentlichen Speicherort im Netz, meist auf Plattformen wie GitHub. Dort kann jeder ihn ansehen, herunterladen und Fehler melden. Wer eine Verbesserung beisteuern will, reicht einen Änderungsvorschlag ein. Ein Kernteam prüft diesen Vorschlag und übernimmt ihn oder lehnt ihn ab. So wächst das Projekt aus vielen kleinen Beiträgen.

Im eigenen Programm bindet man das Framework dann als Baustein ein und ruft dessen fertige Funktionen auf. Bei einem KI-Framework wie PyTorch übernimmt es zum Beispiel die aufwendige Rechenarbeit auf der Grafikkarte. Der Entwickler beschreibt nur noch den Aufbau seines Modells und die Trainingsdaten. Alles darunter erledigt das Grundgerüst.

Wichtig ist die Abgrenzung zu einem offenen KI-Modell. Ein Framework ist Werkzeug, ein Modell ist Ergebnis. Man kann mit einem Open-Source-Framework durchaus ein völlig geheimes Modell trainieren. Umgekehrt gibt es frei verfügbare Modelle, deren Trainingsdaten niemand offenlegt.

Von der Schul-App bis zur Firmenmeldung

Fast jede App auf deinem Handy enthält Code aus offenen Projekten. Das Betriebssystem Android baut auf dem offenen Kern Linux auf. Viele Webseiten laufen auf offenen Servern und Datenbanken. Man merkt davon im Alltag nichts, weil diese Bausteine tief im Inneren stecken.

In Wirtschaftsnachrichten taucht der Begriff meist auf, wenn große Konzerne ein Framework verschenken. Meta hat PyTorch offengelegt, Google zuvor TensorFlow. Das klingt großzügig, ist aber auch Strategie. Wer den Standard setzt, auf dem alle arbeiten, prägt die Branche und findet leichter Fachkräfte, die das eigene Werkzeug bereits beherrschen.

Die Kehrseite zeigt sich, wenn in einem weit verbreiteten Baustein eine Sicherheitslücke auftaucht. Dann sind schlagartig Millionen Systeme betroffen, weil alle denselben Code verwenden. Solche Fälle sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Sie sind ein Grund dafür, dass Behörden und Unternehmen inzwischen genau dokumentieren, welche offenen Bausteine in ihrer Software stecken.

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