
Laravel
Laravel ist eine kostenlose Sammlung fertiger Bausteine für die Programmiersprache PHP, mit der man Webseiten und Web-Anwendungen baut. Es nimmt Entwicklern wiederkehrende Arbeiten wie Login, Datenbankzugriff oder E-Mail-Versand ab.
Wenn du eine Webseite besuchst, auf der du dich einloggen kannst, läuft im Hintergrund ein Programm auf einem fremden Computer. Dieses Programm prüft dein Passwort, holt deine Daten und schickt dir die fertige Seite. Solche Programme schreibt man in einer Programmiersprache, und eine der häufigsten dafür heißt PHP. Laravel ist eine große Sammlung fertiger Bausteine für genau diese Sprache. Statt jedes Mal von null anzufangen, greifen Entwickler auf vorbereitete Lösungen für Standardaufgaben zurück. Solche Sammlungen nennt man Framework, auf Deutsch etwa Rahmenwerk.
Warum so viele Webseiten darauf laufen
Fast jede Web-Anwendung braucht dieselben Grundfunktionen. Nutzer müssen sich registrieren und anmelden. Daten müssen gespeichert und wieder gefunden werden. E-Mails müssen verschickt, Bilder hochgeladen, Rechte geprüft werden. Diese Dinge jedes Mal neu zu programmieren wäre Zeitverschwendung.
Laravel liefert all das mitgeliefert und getestet. Ein kleines Team kann damit in Wochen bauen, wofür es sonst Monate bräuchte. Das ist besonders für Start-ups wichtig, die schnell eine erste Version ihres Produkts zeigen müssen. Laravel erschien 2011 und ist seitdem das meistgenutzte PHP-Framework der Welt.
Ein zweiter Vorteil ist die Sicherheit. Beim Login oder beim Umgang mit Datenbanken macht man leicht Fehler, die Angreifern die Tür öffnen. Die fertigen Bausteine von Laravel wurden von tausenden Entwicklern geprüft. Wer sie benutzt, umgeht viele klassische Sicherheitslücken automatisch.
Von der Adresszeile bis zur fertigen Seite
Laravel ordnet ein Programm in klare Zuständigkeiten. Zuerst gibt es das Routing: eine Liste, die jede Internetadresse einem bestimmten Stück Code zuordnet. Ruft jemand die Adresse für ein Nutzerprofil auf, weiß Laravel sofort, welcher Programmteil antworten soll. Dieser Teil heißt Controller und steuert den Ablauf.
Der Controller holt sich die nötigen Daten. Dafür nutzt Laravel ein System namens Eloquent. Es übersetzt zwischen der Datenbank, also dem Speicher für alle Informationen, und dem Programmcode. Der Entwickler schreibt etwas wie « finde den Nutzer mit dieser Nummer », statt eine technische Datenbankabfrage von Hand zu formulieren.
Zum Schluss wird die Seite zusammengebaut. Dafür gibt es Vorlagen, sogenannte Templates, in die die geholten Daten eingesetzt werden. Man kann sich das wie einen Serienbrief vorstellen: Das Layout steht fest, Name und Inhalt wechseln. Diese Aufteilung in Routing, Controller, Daten und Vorlage sorgt dafür, dass auch fremde Entwickler ein Projekt schnell verstehen.
Wo Laravel im Alltag steckt
Du merkst als Nutzer nie, ob eine Seite mit Laravel gebaut wurde. Typische Einsatzorte sind Online-Shops, Buchungssysteme, Vereinsverwaltungen, Lernplattformen und die Verwaltungsoberflächen von Firmen. Auch viele Schnittstellen für Handy-Apps laufen im Hintergrund auf Laravel. Die App zeigt nur die Oberfläche, die eigentliche Arbeit macht der Server.
In Stellenanzeigen taucht Laravel sehr häufig auf, meist zusammen mit PHP und Datenbank-Kenntnissen. Für Firmen ist das ein praktisches Argument: Wer Laravel einsetzt, findet leichter Entwickler, die das Projekt übernehmen können. Umgekehrt gilt Laravel unter Programmierern manchmal als weniger elegant als neuere Alternativen, weil PHP einen alten Ruf hat.
Ein verbreiteter Irrtum ist, Laravel sei eine eigene Programmiersprache. Das stimmt nicht. Es ist eine Erweiterung von PHP, ohne PHP funktioniert es nicht. Ebenso wenig baut Laravel das, was du im Browser siehst. Aussehen und Bedienung entstehen mit HTML, CSS und JavaScript. Laravel kümmert sich um alles, was unsichtbar auf dem Server passiert.