LPDDR5X

LPDDR5X

LPDDR5X ist ein besonders stromsparender Arbeitsspeicher-Typ, der vor allem in Smartphones, Notebooks und KI-Chips steckt. Er liefert sehr hohe Datenraten bei niedriger Spannung und ist damit einer der Engpässe, über die in der Chipbranche gerade viel gesprochen wird.

Jedes Gerät mit einem Prozessor braucht einen kurzzeitigen Ablageplatz für Daten, an denen es gerade arbeitet. Dieser Ablageplatz heißt Arbeitsspeicher. Er ist schnell, aber flüchtig: Beim Ausschalten ist sein Inhalt weg. LPDDR5X ist eine bestimmte Bauart dieses Arbeitsspeichers, entwickelt für Geräte mit Akku. Das « LP » steht für « low power », also niedriger Stromverbrauch. Die Zahl 5 bezeichnet die fünfte Generation dieser Familie, das angehängte X eine überarbeitete, schnellere Variante davon.

Warum Handys ohne sparsamen Speicher nicht funktionieren

Arbeitsspeicher muss ständig aufgefrischt werden, sonst verliert er seine Inhalte. Das kostet dauerhaft Energie, auch wenn das Gerät scheinbar nichts tut. In einem Desktop-PC am Stromnetz spielt das kaum eine Rolle. In einem Smartphone entscheidet es mit darüber, ob der Akku einen Tag hält.

LPDDR5X arbeitet deshalb mit sehr niedriger Spannung, typischerweise um 1,05 Volt statt der 1,1 Volt der Vorgängergeneration. Der Unterschied klingt winzig, wirkt aber stark: Der Verbrauch steigt ungefähr mit dem Quadrat der Spannung. Dazu kommen Sparmodi, in denen Teile des Speichers heruntergefahren werden, während der Rest weiterläuft.

Wichtig geworden ist der Speichertyp zusätzlich durch KI-Anwendungen. Sprachmodelle müssen bei jeder Antwort riesige Zahlenmengen aus dem Speicher lesen. Ist der Speicher zu langsam, wartet der Prozessor, egal wie stark er ist. Fachleute nennen das speichergebunden: Nicht die Rechenleistung bremst, sondern der Nachschub an Daten.

Doppelte Datenrate, kurze Wege

Das « DDR » im Namen steht für « double data rate ». Ein Taktsignal schwingt wie ein Metronom auf und ab. Herkömmlicher Speicher überträgt nur beim Aufschwung Daten, DDR-Speicher bei beiden Bewegungen. So verdoppelt sich die Datenmenge pro Takt, ohne dass der Takt selbst steigen muss.

LPDDR5X schafft je nach Ausbaustufe rund 8.500 bis 10.700 Datenübertragungen pro Sekunde und Leitung, jeweils in Millionen gerechnet. In der Praxis ergibt das mehrere zehn Gigabyte pro Sekunde. Zum Vergleich: Eine schnelle SSD-Festplatte liegt eine Größenordnung darunter.

Ein zweiter Trick ist die Bauweise. LPDDR-Chips werden nicht auf steckbare Riegel gelötet, sondern direkt neben den Prozessor gesetzt oder sogar auf ihn gestapelt. Kurze Leitungen bedeuten weniger Signalverluste und weniger Energie pro übertragenem Bit. Der Preis dafür: Man kann diesen Speicher später nicht aufrüsten. Wer ein Notebook mit 16 Gigabyte kauft, behält 16 Gigabyte.

In welchen Geräten und Schlagzeilen der Speicher auftaucht

Praktisch jedes aktuelle Oberklasse-Smartphone nutzt LPDDR5X. Auch dünne Notebooks setzen darauf, etwa Geräte mit Apple-, Qualcomm- oder Intel-Chips. In den technischen Daten steht dann eine Angabe wie « 16 GB LPDDR5X-8533 ». Die erste Zahl ist die Kapazität, die zweite die Geschwindigkeit.

In Wirtschaftsnachrichten begegnet der Begriff meist im Zusammenhang mit den drei Herstellern Samsung, SK Hynix und Micron. Sie teilen den Weltmarkt für diese Speicher weitgehend unter sich auf. Wenn KI-Rechenzentren große Mengen abnehmen, steigen die Preise auch für Handys und Notebooks. Solche Meldungen bewegen regelmäßig Aktienkurse.

Ein häufiger Irrtum ist die Verwechslung mit HBM, dem High Bandwidth Memory in großen KI-Beschleunigern. HBM ist noch breiter angebunden und noch teurer, aber für Akkugeräte ungeeignet. LPDDR5X ist der Kompromiss für alles, was mobil bleiben soll. Nachfolger wie LPDDR6 sind bereits standardisiert und werden diesen Platz in den nächsten Jahren übernehmen.

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