IaaS

IaaS

IaaS steht für „Infrastructure as a Service“ und bedeutet: Ein Unternehmen mietet Rechner, Speicherplatz und Netzwerk in einem fremden Rechenzentrum, statt eigene Computer zu kaufen. Bezahlt wird meist nach Nutzungsdauer, ähnlich wie bei Strom.

Wer eine Webseite, eine App oder ein KI-Programm betreiben will, braucht Computer, die rund um die Uhr laufen. Früher musste man diese Computer selbst kaufen, in einen Raum stellen, kühlen und warten. IaaS ist die Alternative dazu: Man mietet Rechenleistung und Speicherplatz bei einem großen Anbieter, der riesige Hallen voller Computer besitzt. Der englische Name lautet « Infrastructure as a Service », also etwa « Infrastruktur als Dienstleistung ». Bezahlt wird nach Verbrauch, oft pro Stunde oder sogar pro Minute. Man mietet dabei nur die nackte Technik – was darauf läuft, richtet man selbst ein.

Warum Firmen keine eigenen Serverräume mehr bauen

Eigene Computer für ein Unternehmen zu kaufen, kostet viel Geld auf einmal. Man muss außerdem im Voraus raten, wie viel Leistung man in zwei Jahren braucht. Rät man zu niedrig, bricht die Webseite beim ersten großen Ansturm zusammen. Rät man zu hoch, stehen teure Maschinen ungenutzt herum und verlieren an Wert.

Gemietete Infrastruktur löst dieses Problem, weil sie sich schnell anpassen lässt. Ein Onlineshop kann am Black Friday für einen Tag zwanzigmal so viele Rechner buchen und sie danach wieder abgeben. Fachleute nennen diese Beweglichkeit Skalierbarkeit. Für junge Firmen ist das oft entscheidend: Sie starten mit wenigen Euro pro Monat und wachsen ohne neue Hardware.

Wichtig für Anlegerinnen und Anleger ist die Kehrseite. Der Markt wird von wenigen sehr großen Anbietern beherrscht, vor allem Amazon, Microsoft und Google. Diese Geschäfte sind extrem gewinnbringend und finanzieren einen großen Teil der aktuellen KI-Investitionen. Gleichzeitig entsteht eine Abhängigkeit, denn ein Umzug zu einem anderen Anbieter ist mühsam und teuer.

Was man beim Anbieter eigentlich mietet

Technisch steht in den Rechenzentren normale, aber sehr leistungsfähige Hardware. Darauf läuft eine Software, die einen physischen Computer in viele getrennte Portionen aufteilt. Jede dieser Portionen verhält sich wie ein eigener Rechner mit eigenem Betriebssystem. Man nennt sie virtuelle Maschine, und genau so eine Portion mietet der Kunde.

Bestellt wird nicht per Telefon, sondern über eine Webseite oder ein kurzes Skript. Innerhalb von Sekunden bekommt man eine neue virtuelle Maschine samt Zugangsdaten. Dazu wählt man Speicherplatz für Dateien und Datenbanken sowie Netzwerkeinstellungen, etwa welche Anfragen von außen erlaubt sind. Für KI-Anwendungen mietet man zusätzlich Grafikkarten, weil diese die Rechenarten für neuronale Netze besonders schnell erledigen.

Die Arbeitsteilung ist klar geregelt. Der Anbieter kümmert sich um Gebäude, Strom, Kühlung und defekte Bauteile. Der Kunde ist für alles verantwortlich, was er selbst installiert, also Betriebssystem-Updates, Programme und Sicherheitseinstellungen. Darin liegt der Unterschied zu Platform as a Service, wo der Anbieter auch die Software-Umgebung pflegt, und zu Software as a Service, wo man einfach ein fertiges Programm im Browser nutzt.

IaaS in Nachrichten und im eigenen Alltag

Die bekanntesten Angebote heißen Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud. In Quartalsberichten dieser Konzerne ist das Cloud-Geschäft oft der am schnellsten wachsende Teil. Wenn in den Nachrichten von Milliarden für neue Rechenzentren die Rede ist, geht es meist um genau diese Infrastruktur. Auch europäische Anbieter wie OVHcloud oder die Deutsche Telekom spielen mit, vor allem wenn Daten in Europa bleiben sollen.

Man begegnet IaaS außerdem indirekt jeden Tag. Streamingdienste, Banking-Apps und Online-Spiele laufen fast alle auf gemieteten Rechnern. Fällt ein großes Rechenzentrum aus, sind gleichzeitig hunderte Webseiten nicht erreichbar. Solche Störungen schaffen es regelmäßig in die Schlagzeilen und zeigen, wie stark das Internet an wenigen Anbietern hängt.

Ein häufiger Irrtum ist, gemietete Infrastruktur sei automatisch billiger. Bei gleichmäßiger, dauerhaft hoher Last können eigene Rechner günstiger sein, und einige Firmen ziehen deshalb zurück. Teuer wird es besonders, wenn große Datenmengen wieder aus der Cloud herausgeholt werden. Wer Preise vergleicht, sollte solche Gebühren mitrechnen.

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