
DAX
Der DAX ist eine Kennzahl, die zusammenfasst, wie sich die Aktien der 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands entwickeln. Steigt der DAX, sind diese Unternehmen an der Börse im Schnitt mehr wert als am Vortag.
Große Unternehmen wie Siemens oder BMW gehören vielen Menschen gemeinsam. Wer einen Anteil an so einer Firma kauft, besitzt eine Aktie. Der Preis dieser Anteile schwankt jeden Tag, weil laufend Menschen kaufen und verkaufen. Der DAX fasst die Preise der Anteile von 40 besonders großen deutschen Unternehmen zu einer einzigen Zahl zusammen. Diese Zahl allein sagt wenig aus, ihre Veränderung dagegen viel: Steigt sie um ein Prozent, sind diese 40 Firmen an dem Tag im Schnitt ein Prozent mehr wert geworden. Der DAX ist damit eine Art Fieberthermometer für die größten Unternehmen des Landes.
Was ein DAX-Stand über die Wirtschaft verrät
Der DAX ist die bekannteste Zahl der deutschen Wirtschaft. Er läuft in Nachrichtensendungen mit, oft mehrmals täglich. Der Grund ist einfach: Er ist eine der wenigen Kennzahlen, die sich im Sekundentakt ändern. Arbeitslosenquote oder Wirtschaftswachstum werden nur alle paar Monate veröffentlicht.
Der Kurs spiegelt vor allem Erwartungen. Anleger kaufen Aktien, wenn sie glauben, dass ein Unternehmen künftig mehr verdient. Deshalb reagiert der DAX auf Nachrichten, bevor deren Folgen überhaupt in der Realwirtschaft ankommen. Ein angekündigter Zollstreit kann den Index sofort drücken, obwohl noch kein einziges Produkt teurer geworden ist.
Man sollte den DAX aber nicht mit der deutschen Wirtschaft verwechseln. Die 40 Konzerne machen einen großen Teil ihres Geschäfts im Ausland. Der Mittelstand, der die meisten Menschen in Deutschland beschäftigt, taucht im Index gar nicht auf. Ein steigender DAX bedeutet also nicht automatisch, dass es dem Land gut geht.
Wie aus 40 Aktienkursen eine Zahl wird
Der DAX ist ein gewichteter Durchschnitt. Große Unternehmen zählen mehr als kleine. Entscheidend ist der Börsenwert: die Zahl der Anteile mal deren Preis. Ein Schwergewicht wie SAP kann den Index deutlich stärker bewegen als ein kleineres Mitglied. Damit kein einzelner Konzern alles dominiert, ist der Anteil eines Unternehmens auf 15 Prozent begrenzt.
Startpunkt war der 31. Dezember 1987 mit dem Wert 1000. Ein DAX-Stand von 20.000 bedeutet also grob: Die Anteile dieser Unternehmen sind seit damals rund zwanzigmal so viel wert. Berechnet wird der Index von der Deutschen Börse, im Sekundentakt während der Handelszeiten.
Eine Besonderheit sorgt oft für Verwirrung. Der DAX ist ein Performanceindex: Er rechnet Dividenden mit ein, also die Gewinnanteile, die Unternehmen an ihre Eigentümer auszahlen. Die meisten ausländischen Indizes tun das nicht. Deshalb sieht der DAX im langfristigen Vergleich besser aus, als er es bei gleicher Rechenweise wäre. Wer international vergleicht, sollte den DAX-Kursindex heranziehen, der ohne Dividenden auskommt.
Vom Nachrichtenticker bis zum Sparplan
Am häufigsten begegnet einem der DAX in Meldungen wie: « Der DAX schloss 0,8 Prozent im Minus. » Solche Tagesbewegungen sind meist bedeutungslos. Interessant wird es bei größeren Ausschlägen, etwa nach Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank oder überraschenden Quartalszahlen einzelner Konzerne.
Man kann auch direkt in den DAX investieren, über sogenannte ETFs. Das sind Fonds, die einfach alle 40 Aktien im richtigen Verhältnis kaufen und den Index nachbilden. Viele Sparpläne funktionieren so. Wer monatlich in einen DAX-ETF einzahlt, streut sein Geld automatisch über 40 Unternehmen, statt auf eine einzelne Firma zu setzen.
Die Zusammensetzung ändert sich regelmäßig. Bis 2021 umfasste der Index nur 30 Werte, seither sind es 40. Wer neu aufgenommen wird und wer absteigt, entscheidet die Deutsche Börse nach festen Regeln zu Größe und Handelsvolumen. Für ein Unternehmen ist der Aufstieg auch ein Prestigegewinn, weil viele Fonds den Index nachbilden und die Aktie dann automatisch kaufen müssen.