Daily Active Users

Daily Active Users

Daily Active Users, kurz DAU, ist die Zahl der Menschen, die eine App oder Website an einem einzigen Tag tatsächlich benutzen. Die Kennzahl zeigt, wie viele Nutzer wirklich regelmäßig wiederkommen – nicht nur, wie viele sich irgendwann einmal angemeldet haben.

Daily Active Users, abgekürzt DAU, ist eine Zählgröße aus der Digitalwirtschaft. Sie gibt an, wie viele verschiedene Personen eine App oder eine Website an einem bestimmten Tag benutzt haben. Gezählt wird jede Person nur einmal, auch wenn sie die App an diesem Tag zehnmal öffnet. Der Unterschied zur Gesamtzahl der Anmeldungen ist entscheidend: Ein Dienst kann 500 Millionen registrierte Konten haben, aber nur 20 Millionen Menschen, die ihn heute wirklich geöffnet haben. Nur diese 20 Millionen sind die DAU. Der englische Begriff hat sich auch im Deutschen durchgesetzt, man liest ihn in Quartalsberichten und Börsenmeldungen fast immer unübersetzt.

Warum Investoren auf die DAU-Zahl starren

Registrierte Konten sind eine schmeichelhafte Zahl. Sie kann nur wachsen, denn niemand löscht sein altes Konto. Tote Konten, Karteileichen und doppelte Anmeldungen bleiben ewig darin stehen. Die DAU dagegen kann fallen. Genau deshalb gilt sie als die ehrlichere Kennzahl.

Für Firmen, die ihr Geld mit Werbung verdienen, hängt der Umsatz fast direkt an dieser Zahl. Wer heute die App nicht öffnet, sieht heute keine Werbung. Große soziale Netzwerke rechnen deshalb intern mit einem Umsatz pro aktivem Nutzer und Tag. Sinkt die DAU um ein paar Prozent, sinkt der erwartete Jahresumsatz um Milliarden. Aktienkurse reagieren auf solche Meldungen oft heftiger als auf den ausgewiesenen Gewinn.

Auch bei KI-Produkten ist die Kennzahl zum Maßstab geworden. Ein Chatbot, den Millionen Menschen ausprobieren und danach nie wieder öffnen, ist wirtschaftlich wertlos. Interessant wird er erst, wenn Leute ihn täglich in ihre Arbeit einbauen. Bei KI kommt ein Sonderfall dazu: Jede Anfrage kostet den Anbieter Rechenleistung. Hohe DAU-Zahlen bedeuten hier also nicht nur mehr Umsatz, sondern zunächst auch höhere Kosten.

Was genau als « aktiv » zählt

Es gibt keine amtliche Definition von « aktiv ». Jedes Unternehmen legt selbst fest, was mitgezählt wird. Manche zählen jedes Öffnen der App. Andere verlangen eine echte Handlung, etwa das Abschicken einer Nachricht oder das Ansehen eines Videos. Beim Vergleich zweier Firmen muss man deshalb ins Kleingedruckte der Quartalsberichte schauen.

Technisch läuft die Zählung über Kennungen. Bei angemeldeten Diensten ist das die Konto-ID, sonst eine Geräte- oder Browserkennung. Daraus entstehen typische Ungenauigkeiten: Wer dieselbe App auf Handy und Laptop nutzt, wird leicht doppelt gezählt. Ein gemeinsam genutzter Familien-Account wird dagegen als eine Person gewertet. Automatisierte Programme, sogenannte Bots, muss die Firma herausfiltern.

Aussagekräftig wird die DAU meist erst im Verhältnis zu ihrer monatlichen Schwester, den Monthly Active Users oder MAU. Teilt man DAU durch MAU, erhält man die Klebrigkeit eines Dienstes, im Fachjargon Stickiness. Ein Wert von 0,5 heißt: Wer den Dienst im Monat nutzt, öffnet ihn im Schnitt an jedem zweiten Tag. Messenger erreichen hier oft über 0,6, während Reise- oder Steuer-Apps deutlich darunter liegen. Ein niedriger Wert ist nicht automatisch schlecht, er passt nur zu einer anderen Art von Produkt.

DAU in Quartalszahlen und Schlagzeilen

Am häufigsten begegnet die Zahl in den Quartalsberichten börsennotierter Technologiekonzerne. Meta, Snap oder Spotify nennen dort ihre aktuellen Nutzerzahlen und die Veränderung zum Vorjahr. Journalisten greifen genau diese Zeile heraus. Schlagzeilen wie « Nutzerzahlen stagnieren » beziehen sich fast immer auf DAU oder MAU.

Ein verbreiteter Irrtum ist, die DAU-Zahl mit der Zahl der Menschen gleichzusetzen, denen ein Dienst gefällt. Sie misst nur Anwesenheit, nicht Zufriedenheit. Ein Dienst kann seine Zahlen mit aufdringlichen Benachrichtigungen kurzfristig hochtreiben und dabei Nutzer verärgern. Fachleute schauen deshalb zusätzlich auf die Verweildauer und die Abwanderungsrate.

Auch außerhalb der Börse ist die Kennzahl präsent. Wer eine kleine App oder ein Schulprojekt online stellt, findet sie in Analyse-Werkzeugen wie den Statistiken von App Stores. Dort taucht sie in derselben Logik auf, nur mit dreistelligen statt neunstelligen Werten.

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