
Pageview
Ein Pageview ist ein einzelner Aufruf einer Internetseite durch einen Besucher. Die Zahl der Pageviews zeigt, wie oft die Seiten einer Website insgesamt angesehen wurden — sie sagt aber nichts darüber, wie viele verschiedene Menschen dahinterstehen.
Jedes Mal, wenn jemand eine Internetseite öffnet und sie im Browser erscheint, wird das gezählt. Genau dieser eine Aufruf heißt Pageview, auf Deutsch Seitenaufruf. Öffnest du auf einer Nachrichtenseite die Startseite, dann einen Artikel und danach das Impressum, sind das drei Pageviews. Lädst du denselben Artikel noch einmal neu, zählt das in der Regel als vierter. Ein Pageview beschreibt also einen Vorgang, keine Person. Deshalb ist die Zahl immer deutlich größer als die Zahl der Menschen, die die Website besucht haben.
Warum Seitenaufrufe Geld bedeuten
Die meisten Nachrichtenseiten, Blogs und Videoportale verdienen ihr Geld mit Werbung. Werbung wird auf einer Seite eingeblendet, und zwar genau dann, wenn diese Seite aufgerufen wird. Mehr Seitenaufrufe bedeuten also mehr eingeblendete Werbung und damit mehr Einnahmen. Für viele Medienunternehmen ist der Pageview deshalb die wichtigste Kennzahl im Tagesgeschäft.
Üblich ist eine Abrechnung pro tausend Einblendungen. Ein Preis von fünf Euro für tausend Werbeplätze klingt niedrig, aber eine große Seite kommt im Monat auf Millionen Aufrufe. Aus vielen kleinen Beträgen wird so ein ernsthaftes Geschäftsmodell. Genau deshalb tauchen Pageview-Zahlen auch in Geschäftsberichten und Börsenmeldungen auf.
Die Kennzahl hat aber eine bekannte Schattenseite. Wer nur auf Aufrufe schaut, wird belohnt, wenn er Inhalte auf viele Unterseiten aufteilt oder reißerische Überschriften verwendet. Solche Überschriften nennt man Clickbait: Sie versprechen mehr, als der Text hält. Redaktionen achten deshalb zusätzlich auf die Verweildauer, also darauf, wie lange jemand wirklich liest.
Wie ein Aufruf gezählt wird
Die Messung passiert meist mit einem kleinen Programmschnipsel, der in jeder Seite mitgeliefert wird. Sobald die Seite im Browser geladen ist, meldet dieser Schnipsel einen Aufruf an einen Messdienst. Übermittelt wird typischerweise die Adresse der Seite, der Zeitpunkt und aus welcher Quelle der Besucher kam. Der Messdienst summiert diese Meldungen und zeigt sie dem Betreiber in einer Übersicht an.
Es gibt zwei Nachbarkennzahlen, die man leicht verwechselt. Ein Visit oder Besuch fasst alle Aufrufe zusammen, die eine Person in einer Sitzung macht — meist endet er nach etwa 30 Minuten Untätigkeit. Ein Unique Visitor ist ein einzelner Besucher, unabhängig davon, wie viele Seiten er anklickt. Eine Website mit 100.000 Pageviews hat also vielleicht nur 20.000 Besucher.
Sauber messen ist schwerer, als es klingt. Werbeblocker im Browser verhindern oft, dass die Meldung überhaupt abgeschickt wird. Automatische Programme, sogenannte Bots, rufen Seiten massenhaft ab und blähen die Zahlen auf, wenn man sie nicht herausfiltert. Und bei modernen Seiten, die Inhalte nachladen ohne neu zu laden, muss der Betreiber selbst festlegen, was als neuer Aufruf gilt.
Pageviews in News und Produkten
Du stößt auf die Zahl überall dort, wo über Reichweite geredet wird. In Wirtschaftsmeldungen heißt es etwa, ein Portal habe im Quartal 300 Millionen Seitenaufrufe erreicht. Solche Angaben entscheiden mit, was Werbekunden zahlen und wie hoch ein Medienunternehmen bewertet wird.
In Produkten begegnet dir der Begriff in Auswertungswerkzeugen wie Google Analytics, Matomo oder Plausible. Wer einen eigenen Blog oder einen Onlineshop betreibt, sieht dort täglich, welche Seiten wie oft aufgerufen wurden. Auch Baukästen wie WordPress oder Shopify zeigen diese Statistik direkt im Verwaltungsbereich.
Interessant ist der Begriff derzeit auch wegen der KI-Suche. Wenn ein Chatbot die Antwort direkt anzeigt, klickt niemand mehr auf die Quelle. Viele Verlage berichten deshalb über sinkende Seitenaufrufe, obwohl ihre Inhalte weiter gelesen werden. Das ist einer der Gründe, warum Medienhäuser mit KI-Firmen über Lizenzverträge verhandeln oder sie verklagen.