Petabyte

Petabyte

Ein Petabyte ist eine Maßeinheit für Datenmengen und entspricht einer Million Gigabyte. In dieser Größenordnung rechnen Rechenzentren, Streaming-Dienste und die Trainingsdaten großer KI-Modelle.

Ein Petabyte ist eine Einheit für die Menge an Daten, die ein Computer speichert. Die kleinste gebräuchliche Einheit ist das Byte: ein einzelner Buchstabe in einem Text braucht ungefähr ein Byte. Tausend Bytes ergeben ein Kilobyte, tausend Kilobyte ein Megabyte, tausend Megabyte ein Gigabyte. Ein Handy hat heute typischerweise 128 oder 256 Gigabyte Speicher. Geht man diese Leiter noch zwei Stufen weiter, kommt man über das Terabyte zum Petabyte. Ein Petabyte sind also eine Million Gigabyte oder rund viertausend gut gefüllte Handys.

Die Größenordnung, in der Rechenzentren denken

Für einzelne Menschen spielt das Petabyte keine Rolle. Niemand füllt privat eine Million Gigabyte. Sobald es aber um Unternehmen, Forschung oder KI geht, wird es die übliche Einheit. Wer über den Speicherbedarf eines Rechenzentrums spricht, spricht in Petabyte, so wie man Entfernungen zwischen Städten in Kilometern angibt und nicht in Zentimetern.

Wichtig ist dabei, was diese Größe kostet. Daten sind nicht einfach da, sie liegen auf Festplatten in Gebäuden, die Strom verbrauchen und gekühlt werden müssen. Ein Petabyte Speicherplatz bedeutet je nach Technik hunderte Festplatten oder mehrere Serverschränke. Deshalb taucht die Zahl in Geschäftsberichten auf: Sie ist ein Hinweis darauf, wie viel Infrastruktur ein Anbieter tatsächlich besitzt.

Bei KI kommt ein zweiter Punkt dazu. Große Sprachmodelle lernen aus riesigen Textmengen, die vorher aus dem Internet gesammelt und aufbereitet werden. Diese Rohsammlungen liegen im Petabyte-Bereich, bevor Müll und Dubletten herausgefiltert werden. Die Datenmenge ist damit neben der Rechenleistung einer der beiden großen Kostenblöcke beim Training.

Wie sich die Einheit aus Bytes aufbaut

Die Einheiten steigen immer um den Faktor 1000, ähnlich wie bei Gramm, Kilogramm und Tonne. Die Reihenfolge lautet Byte, Kilobyte, Megabyte, Gigabyte, Terabyte, Petabyte. Danach folgen Exabyte und Zettabyte. Jede Stufe ist tausendmal größer als die vorherige, deshalb wachsen die Zahlen so schnell.

Es gibt allerdings zwei konkurrierende Zählweisen. Festplattenhersteller rechnen mit glatten 1000, Computer intern oft mit 1024, weil sie im Zweiersystem arbeiten. Für die zweite Variante gibt es eigene Namen mit einem eingeschobenen -bi-, etwa Pebibyte. Der Unterschied summiert sich: Ein Pebibyte ist rund 13 Prozent größer als ein Petabyte. Daher wirkt eine neu gekaufte Festplatte im Betriebssystem manchmal kleiner als auf der Verpackung angegeben.

Ein Petabyte liegt in der Praxis nie auf einem einzelnen Gerät. Die Daten werden über viele Festplatten verteilt, meist mehrfach kopiert, damit beim Ausfall einer Platte nichts verloren geht. Spezielle Software fügt diese Teile zu einem einzigen großen Speicher zusammen. Für den Nutzer sieht es aus wie ein Laufwerk, physisch ist es ein ganzer Raum voller Technik.

Wo die Zahl in Meldungen auftaucht

Am häufigsten begegnet man dem Petabyte in Berichten über Rechenzentren und Cloud-Anbieter. Wenn Amazon, Microsoft oder Google neue Standorte ankündigen, werden Kapazitäten in Petabyte oder Exabyte genannt. Auch Streaming-Dienste nennen solche Zahlen: Der gesamte Filmkatalog eines großen Anbieters passt grob in wenige Petabyte, der monatlich ausgelieferte Datenverkehr ist ein Vielfaches davon.

In der Forschung ist die Einheit ebenfalls Alltag. Der Teilchenbeschleuniger am CERN erzeugt jährlich zweistellige Petabyte-Mengen an Messdaten. Wetterdienste und Weltraumteleskope liegen in ähnlichen Bereichen. Diese Projekte brauchen eigene Rechenzentren, allein um ihre Messungen zu speichern und später auswerten zu können.

Ein typischer Irrtum ist, eine große Datenmenge automatisch für wertvoll zu halten. Ein Petabyte unsortierter Internettexte ist für ein KI-Training weniger wert als ein sorgfältig geprüfter Bruchteil davon. Qualität und Rechtelage der Daten entscheiden mit, nicht nur die Menge. Die Zahl allein sagt deshalb wenig darüber aus, wie gut ein Modell am Ende wird.

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