Bot

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Ein Bot ist ein Programm, das eine Aufgabe im Internet automatisch und ohne Menschen am Bildschirm erledigt. Bots durchsuchen Webseiten, beantworten Fragen im Chat, kaufen Tickets oder verbreiten Falschmeldungen – nützlich und schädlich zugleich.

Ein Bot ist ein Programm, das eine Aufgabe immer wieder selbstständig ausführt. Der Name kommt von „Robot“, also Roboter. Anders als ein echter Roboter hat ein Bot aber keinen Körper. Er existiert nur als Software auf einem Computer, meist auf einem Rechner im Internet. Ein Mensch startet ihn einmal, danach arbeitet er ohne Aufsicht weiter. Typisch ist, dass er Dinge tut, die für Menschen zu langweilig oder zu langsam wären: Millionen Seiten lesen, rund um die Uhr auf Nachrichten antworten oder im Sekundentakt Preise prüfen.

Warum die Hälfte des Internetverkehrs von Maschinen stammt

Ein großer Teil aller Zugriffe auf Webseiten kommt heute nicht von Menschen. Sicherheitsfirmen messen seit Jahren Werte um die 50 Prozent. Das bedeutet: Etwa jeder zweite Aufruf einer Seite stammt von einem Programm. Ohne diese Programme gäbe es allerdings keine Suchmaschinen. Google findet Seiten nur, weil Bots das Netz ununterbrochen durchsuchen und Inhalte melden.

Die Kehrseite ist ebenso groß. Bots kaufen Konzerttickets in Sekunden auf und verkaufen sie teuer weiter. Sie probieren gestohlene Passwörter automatisch bei tausenden Diensten aus. Und sie schreiben in sozialen Netzwerken Kommentare, die nach echten Menschen klingen sollen. Solche gefälschten Meinungsäußerungen können politische Debatten spürbar verzerren.

Deshalb geben Betreiber viel Geld dafür aus, gute von schlechten Bots zu unterscheiden. Genau dafür gibt es die kleinen Tests, bei denen man ein Häkchen setzt oder Bilder mit Ampeln anklickt. Sie heißen Captcha und sollen prüfen, ob am anderen Ende ein Mensch sitzt.

Vom starren Skript zum sprachfähigen Programm

Der einfachste Bot ist eine Liste von Anweisungen, ein sogenanntes Skript. Es sagt Schritt für Schritt: Rufe diese Adresse auf, lies den Preis aus, speichere ihn, warte eine Minute, beginne von vorn. Solche Bots sind schnell und billig, aber stur. Ändert die Webseite ihr Aussehen, funktionieren sie nicht mehr.

Etwas klüger sind Bots mit festen Regeln für Gespräche. Ein Support-Chat auf einer Bankseite erkennt Schlüsselwörter wie „Karte gesperrt“ und liefert dazu einen vorbereiteten Text. Das wirkt wie ein Gespräch, ist aber nur ein Entscheidungsbaum, den jemand vorher geschrieben hat.

Die neueste Stufe nutzt Sprachmodelle. Das sind KI-Systeme, die aus riesigen Textmengen gelernt haben, wie Sprache aufgebaut ist. Ein solcher Bot braucht keine fertigen Antwortbausteine mehr, er formuliert selbst. Deshalb sind heutige Chatbots viel flexibler, aber auch weniger vorhersehbar. Sie können Dinge behaupten, die schlicht falsch sind.

Bots in Spielen, Börsen und Nachrichten

Im Alltag begegnet man Bots meist, ohne es zu bemerken. Auf Handelsseiten beantwortet ein Chatfenster Fragen zur Lieferung. In Onlinespielen füllen computergesteuerte Gegner freie Plätze, wenn zu wenige Menschen mitspielen. Auf Discord oder Telegram verwalten Bots Gruppen, löschen Werbung und vergeben Rechte.

In Wirtschaftsnachrichten taucht der Begriff vor allem beim Handel mit Aktien auf. Handelsbots kaufen und verkaufen nach festen Vorgaben, oft in Bruchteilen von Sekunden. Ein bekannter Fall ist der „Flash Crash“ von 2010, als der US-Aktienmarkt binnen Minuten stark einbrach – automatische Systeme verstärkten den Absturz gegenseitig.

Ein häufiger Irrtum ist, Bot und Künstliche Intelligenz gleichzusetzen. Beides ist nicht dasselbe. „Bot“ beschreibt nur, dass ein Programm selbstständig handelt. Wie klug es dabei vorgeht, sagt das Wort nicht. Ein Bot, der stumpf jede Minute eine Seite abruft, enthält keinerlei KI. Umgekehrt ist ein Sprachmodell allein noch kein Bot, solange es niemand automatisch laufen lässt.

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