Ablaufskizze einer Onlinebestellung: Shopsystem mit Warenkorb, Zahlungsdienstleister, Lager mit Kommissionierung und Verpackung, Versanddienst, Zustellung an die Kundschaft sowie ein Rückweg für Retouren.

E-Commerce

E-Commerce ist der Handel mit Waren und Dienstleistungen über das Internet. Dazu gehören große Marktplätze wie Amazon, der eigene Onlineshop einer Marke und der Verkauf über soziale Netzwerke.

E-Commerce ist der Kauf und Verkauf von Waren über das Internet. Das Wort ist die Kurzform von „electronic commerce“, also elektronischer Handel. Der Kern ist einfach: Du siehst ein Produkt auf einem Bildschirm, bestellst es, bezahlst digital, und jemand liefert es dir. Dazwischen liegt eine ganze Kette von Technik. Ein Shopsystem zeigt die Produkte, ein Zahlungsdienstleister wickelt das Geld ab, ein Lager packt das Paket, ein Versanddienst bringt es. Gemeint sind nicht nur große Marktplätze, sondern auch der kleine Shop eines Handwerksbetriebs und der Verkauf über Instagram.

Warum der Onlinehandel die Innenstädte verändert hat

E-Commerce hat die Spielregeln des Handels umgeschrieben. Ein Laden in der Fußgängerzone erreicht die Menschen im Umkreis von wenigen Kilometern. Ein Onlineshop erreicht theoretisch ein ganzes Land, oft sogar einen ganzen Kontinent. Deshalb können sehr spezialisierte Anbieter überleben, die offline nie genug Kundschaft fänden. Ein Shop nur für Ersatzteile alter Fahrräder funktioniert online, in einer Kleinstadt nicht.

Wirtschaftlich ist der Bereich riesig. In Deutschland setzt der Onlinehandel jedes Jahr rund 80 Milliarden Euro um. Das entspricht etwa jedem achten bis zehnten Euro im Einzelhandel. Für Börsenberichte ist E-Commerce deshalb ein Dauerthema. Firmen wie Amazon, Zalando oder Shopify werden vor allem daran gemessen, wie stark ihr Handelsvolumen wächst.

Die Kehrseite ist der Druck auf klassische Geschäfte. Viele Innenstädte haben Filialen verloren, weil Kundschaft online günstiger einkauft. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsplätze in Lagern und in der Zustellung. Auch die Umweltbilanz ist umstritten: Sammellieferungen sparen Wege, hohe Rücksendequoten verbrauchen sie wieder.

Was zwischen Klick und Paket passiert

Ein Onlineshop besteht aus mehreren Bausteinen, die zusammenarbeiten. Das Shopsystem ist die sichtbare Seite mit Produktbildern, Preisen und Warenkorb. Dahinter liegt eine Datenbank, also eine geordnete Sammlung aller Artikel und Bestände. Sie weiß, wie viele Stück noch da sind. Klickst du auf „Kaufen“, wird dort ein Stück reserviert.

Danach übernimmt die Bezahlung ein spezialisierter Dienst, etwa PayPal oder Klarna. Der Shop selbst sieht deine Kreditkartennummer meist gar nicht. Anschließend geht die Bestellung an das Lager. Dort wird der Artikel gesucht, verpackt und einem Versanddienst übergeben. Diesen Ablauf von Lagerung bis Zustellung nennt man Fulfillment.

Künstliche Intelligenz steckt heute an mehreren Stellen dieser Kette. Empfehlungssysteme schlagen dir Produkte vor, die Menschen mit ähnlichem Verhalten gekauft haben. Preisalgorithmen passen Preise mehrmals täglich an die Konkurrenz an. Prognosemodelle schätzen, wie viele Winterjacken im Oktober gebraucht werden, damit das Lager rechtzeitig füllt. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass E-Commerce vor allem Werbung sei. Der schwierigere Teil ist die Logistik.

Vom Marktplatz bis zum Abo im Alltag

Du begegnest E-Commerce häufiger, als der Begriff vermuten lässt. Jede Bestellung bei einem Onlineversand gehört dazu, aber auch das Ticket für ein Konzert, das gebuchte Hotelzimmer und das Musik-Abo. Selbst der Kauf innerhalb eines Handyspiels ist elektronischer Handel. Der Unterschied liegt nur darin, ob am Ende ein Paket kommt oder eine digitale Freischaltung.

Fachleute unterscheiden dabei nach Beteiligten. B2C bedeutet Verkauf an Privatkunden, B2B den Handel zwischen Unternehmen, C2C den Verkauf zwischen Privatleuten, etwa auf Kleinanzeigenportalen. Verwandt, aber nicht identisch ist der Begriff E-Business. Er umfasst alle digitalen Geschäftsprozesse, also auch Buchhaltung oder Personalverwaltung, nicht nur den Verkauf.

In Wirtschaftsnachrichten tauchen rund um E-Commerce immer dieselben Kennzahlen auf. Das GMV beschreibt den gesamten Warenwert, der über eine Plattform verkauft wurde. Die Konversionsrate gibt an, welcher Anteil der Besucher tatsächlich kauft. Und die Retourenquote misst, wie viel zurückgeschickt wird. Bei Mode liegt sie in Deutschland oft bei über 40 Prozent und entscheidet mit über den Gewinn.

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