Lark

Lark

Lark ist eine Software für die Zusammenarbeit im Büro, die Chat, Videokonferenzen, Kalender, Dokumente und Formulare in einer einzigen App bündelt. Sie stammt vom chinesischen Konzern ByteDance, der auch TikTok betreibt, und heißt in China Feishu.

Lark ist ein Programm, mit dem Teams in Firmen gemeinsam arbeiten. In einer einzigen App stecken Chat, Videokonferenzen, ein gemeinsamer Kalender, Textdokumente und Tabellen. Man muss also nicht zwischen fünf verschiedenen Programmen hin- und herspringen. Entwickelt wird Lark von ByteDance, dem chinesischen Konzern hinter TikTok. In China läuft dieselbe Software unter dem Namen Feishu, außerhalb Chinas heißt sie Lark. Genutzt wird sie vor allem von Unternehmen, nicht von Privatpersonen.

Der Kampf um den digitalen Arbeitsplatz

Software für Bürozusammenarbeit ist ein riesiger Markt. Microsoft verdient mit Teams und Office Milliarden, Google mit Workspace, Slack gehört inzwischen zum Konzern Salesforce. Lark ist ByteDances Versuch, in diesem Geschäft mitzuspielen. Für den Konzern ist das strategisch wichtig: Werbeeinnahmen aus TikTok hängen an Politik und Stimmungen, Firmenabos sind planbarer.

Für Kunden ist der Reiz vor allem der Preis und die Bündelung. Wer sonst Slack für Chat, Zoom für Videokonferenzen und Notion für Dokumente bezahlt, zahlt drei Abos. Lark bietet all das für einen Preis an und ist in der Grundversion für kleine Teams kostenlos. Diese Strategie nennt man Bündelung: Man verschenkt Einzelteile, um das Gesamtpaket zu verkaufen.

Es gibt aber ein politisches Problem. Weil ByteDance ein chinesisches Unternehmen ist, misstrauen manche Regierungen und Firmen der Software. Die Sorge lautet, dass Geschäftsdaten in China landen könnten. In den USA und Indien gab es deshalb Diskussionen und teilweise Verbote. Für europäische Unternehmen ist das ein realer Faktor bei der Entscheidung.

Alles in einer App statt in fünf

Technisch ist Lark eine Cloud-Anwendung. Das bedeutet: Die Daten liegen nicht auf dem eigenen Rechner, sondern auf Servern des Anbieters. Man greift über den Browser oder eine App darauf zu. Der Vorteil ist, dass alle Beteiligten immer dieselbe aktuelle Version sehen. Wenn zwei Leute gleichzeitig in einem Dokument tippen, sieht jeder die Änderungen des anderen sofort.

Der eigentliche Kniff ist die Verzahnung der Bereiche. Eine Nachricht im Chat lässt sich mit zwei Klicks in eine Aufgabe verwandeln. Ein Dokument kann man direkt im Chatfenster öffnen, ohne die App zu wechseln. Termine aus dem Kalender erscheinen automatisch als Videokonferenz-Link. Diese Übergänge sind der Grund, warum Nutzer von Lark oft von einem Betriebssystem fürs Büro sprechen.

Dazu kommen KI-Funktionen, die ByteDance seit einigen Jahren einbaut. Ein Sprachmodell fasst lange Chatverläufe zusammen, schreibt Protokolle aus Videokonferenzen und übersetzt Nachrichten in Echtzeit. Sprachmodelle sind Programme, die aus riesigen Textmengen gelernt haben, wie Sprache aufgebaut ist. Sie sind bei solchen Aufgaben nützlich, aber nicht fehlerfrei: Zusammenfassungen können Details verdrehen, weshalb wichtige Protokolle jemand gegenlesen sollte.

Wer Lark tatsächlich nutzt

In Deutschland begegnet man Lark selten. Der Markt hier wird von Microsoft Teams dominiert, das in vielen Firmen ohnehin mit Office mitgeliefert wird. Wer Lark trifft, arbeitet meist mit asiatischen Geschäftspartnern zusammen oder ist bei einem Unternehmen mit chinesischer Mutterfirma angestellt.

In Asien sieht das anders aus. Feishu gehört in China zu den großen drei Büro-Apps, neben DingTalk von Alibaba und WeChat Work von Tencent. Auch in Singapur, Japan und Teilen Südostasiens hat Lark viele Kunden gewonnen, darunter bekannte Start-ups und Fluggesellschaften.

In Wirtschaftsnachrichten taucht Lark meist in zwei Zusammenhängen auf. Erstens, wenn es um ByteDances Versuch geht, weniger von TikTok abhängig zu werden. Zweitens, wenn Regierungen chinesische Software auf Dienstgeräten einschränken. Ein häufiger Irrtum ist übrigens, Lark und Feishu für zwei verschiedene Produkte zu halten. Es ist dieselbe Software mit getrennten Servern und unterschiedlichem Funktionsumfang.

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