BASIC

BASIC

BASIC ist eine 1964 entwickelte Programmiersprache, die absichtlich so einfach gehalten wurde, dass Anfänger sie in wenigen Stunden lernen konnten. Sie war jahrzehntelang die Standardsprache auf Heimcomputern und machte das Programmieren erstmals für Millionen Menschen zugänglich.

Ein Computer versteht von sich aus nur Zahlenfolgen. Damit Menschen ihm trotzdem Anweisungen geben können, gibt es Programmiersprachen: Regelwerke aus Wörtern und Zeichen, die ein Computer in seine eigenen Zahlenfolgen übersetzt. BASIC ist eine solche Sprache, entwickelt 1964 an einer amerikanischen Hochschule. Der Name ist eine Abkürzung für « Beginner’s All-purpose Symbolic Instruction Code », also etwa « Allzweck-Anweisungssprache für Anfänger ». Das Ziel war ausdrücklich, dass auch Studenten ohne technische Ausbildung damit arbeiten können. Befehle heißen deshalb PRINT für « schreibe auf den Bildschirm » oder GOTO für « springe an diese Stelle ».

Die Sprache, die den Heimcomputer öffnete

In den 1970er Jahren war Programmieren eine Sache für Fachleute an teuren Großrechnern. BASIC änderte das. Als ab 1977 die ersten bezahlbaren Heimcomputer erschienen, war BASIC bei fast allen fest eingebaut. Wer einen Commodore 64 oder einen Apple II einschaltete, sah keinen Startbildschirm, sondern direkt eine Eingabezeile für BASIC-Befehle.

Das hatte enorme Folgen. Eine ganze Generation lernte Programmieren nebenbei, weil der Einstieg unvermeidlich war. Computerzeitschriften druckten damals seitenlange BASIC-Programme zum Abtippen ab. Viele Gründer der heutigen Softwarebranche haben so angefangen, darunter Bill Gates: Microsofts erstes Produkt überhaupt war 1975 ein BASIC-Übersetzer für den Bastelrechner Altair 8800.

Fachleute kritisierten BASIC allerdings scharf. Der Sprung-Befehl GOTO erlaubte es, mitten im Programm an eine beliebige andere Stelle zu springen. Bei größeren Programmen entstand daraus schnell ein unübersichtliches Geflecht, für das sich der Spottname « Spaghetticode » einbürgerte. Der Informatiker Edsger Dijkstra behauptete sogar, BASIC-Anfänger seien als Programmierer nicht mehr zu retten. Diese Kritik gilt heute als übertrieben, traf aber einen wunden Punkt.

Zeilennummern, Interpreter und einfache Befehle

Klassische BASIC-Programme bestehen aus nummerierten Zeilen. Eine Zeile könnte lauten: 10 PRINT « HALLO ». Die Zahl 10 ist die Zeilennummer, PRINT der Befehl. Der Computer arbeitet die Zeilen der Reihe nach ab, von der kleinsten Nummer aufwärts. Man nummerierte in Zehnerschritten, damit später noch Zeilen dazwischen passten.

Entscheidend war die Art der Übersetzung. Die meisten Sprachen benutzen einen Compiler: Der übersetzt das gesamte Programm vorab in Maschinensprache, was Zeit kostet, dafür schnelle Programme liefert. BASIC nutzte dagegen meist einen Interpreter, der jede Zeile erst im Moment der Ausführung übersetzt. Das machte BASIC-Programme langsam, aber man konnte sie sofort starten und Fehler direkt korrigieren.

Der Befehlsvorrat blieb bewusst klein. Mit rund zwei Dutzend Schlüsselwörtern kam man weit. Für Berechnungen gab es Variablen, also benannte Speicherplätze für Zahlen oder Text. Für Wiederholungen gab es Schleifen mit FOR und NEXT. Modernere Nachfahren wie Visual Basic haben die Zeilennummern abgeschafft und arbeiten mit benannten Programmteilen, die man an mehreren Stellen aufrufen kann.

Wo BASIC heute noch auftaucht

Als Sprache für neue Software spielt BASIC kaum noch eine Rolle. Anfänger lernen heute meist Python, das die gleiche Einstiegsidee verfolgt, aber ohne die alten Schwächen. Ein Nachfahre ist trotzdem sehr lebendig: Visual Basic for Applications, kurz VBA, steckt in Microsoft Excel. Wer dort ein Makro aufzeichnet, um wiederkehrende Arbeitsschritte zu automatisieren, erzeugt im Hintergrund VBA-Code. In vielen Unternehmen laufen darauf bis heute wichtige Auswertungen.

In Nachrichten begegnet einem BASIC vor allem als historischer Bezugspunkt. Wenn über die Anfänge von Microsoft, über Retro-Computer oder über die Frage berichtet wird, wie Kinder programmieren lernen sollten, fällt der Name regelmäßig. Auch die aktuelle Debatte um KI-Assistenten, die auf Zuruf Programmcode schreiben, wird oft mit BASIC verglichen: Beide Male geht es darum, die Hürde zum Programmieren zu senken.

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