
Bloatware
Bloatware sind Programme, die beim Kauf schon auf einem Handy oder Computer installiert sind, obwohl der Käufer sie nie verlangt hat. Sie belegen Speicher, laufen oft im Hintergrund mit und lassen sich häufig nicht vollständig löschen.
Wer ein neues Handy oder einen neuen Laptop einschaltet, findet dort selten ein leeres Gerät vor. Meist sind schon zwei Dutzend Programme installiert: Spiele, Probeversionen von Virenschutz, Einkaufs-Apps, Musikdienste. Ein Teil davon ist nützlich, ein anderer Teil wurde nie von jemandem gewünscht. Genau diesen ungewollten Teil nennt man Bloatware. Das englische Wort « bloat » bedeutet aufblähen, und darum geht es: Das Gerät ist mit Dingen vollgestopft, die der Käufer nicht bestellt hat. Der Begriff ist eine Wertung, keine technische Kategorie — ob ein Programm Bloatware ist, hängt davon ab, ob man es haben will.
Warum Hersteller Geräte vollpacken
Der Hauptgrund ist Geld. Bei günstigen Handys ist die Gewinnspanne pro Gerät sehr klein, manchmal nur wenige Euro. Softwarefirmen zahlen dem Hersteller dafür, dass ihre App ab Werk auf Millionen Geräten liegt. Für den Hersteller ist das eine zweite Einnahmequelle, mit der er den Verkaufspreis drücken kann. Man bezahlt einen Teil des Geräts also mit seiner Aufmerksamkeit statt mit Geld.
Für den Nutzer entstehen dabei drei Nachteile. Erstens verschwindet Speicherplatz: Auf Einsteigergeräten können vorinstallierte Apps mehrere Gigabyte belegen, bevor man ein einziges eigenes Foto gemacht hat. Zweitens laufen viele dieser Programme im Hintergrund weiter, prüfen Nachrichten oder senden Daten. Das kostet Rechenleistung und Akku. Drittens sammeln manche dieser Apps Nutzungsdaten und geben sie an ihre Anbieter weiter.
Dazu kommt ein Sicherheitsproblem, das oft übersehen wird. Vorinstallierte Programme haben teilweise mehr Rechte auf dem Gerät als normale Apps aus dem App-Store. Wenn so ein Programm eine Sicherheitslücke hat, ist der Schaden entsprechend größer. Und weil sich der Hersteller um Updates kümmern muss, bleiben solche Lücken manchmal jahrelang offen.
Warum sich das Zeug oft nicht löschen lässt
Bloatware wird nicht wie eine normale App nachträglich installiert. Sie ist Teil des Systemabbilds, also der fertigen Softwarepackung, die im Werk auf das Gerät geschrieben wird. Programme in diesem Bereich gelten für das Betriebssystem als Systembestandteil. Der Löschen-Knopf fehlt deshalb häufig ganz, und im besten Fall lässt sich die App nur deaktivieren.
Deaktivieren heißt: Die App verschwindet aus dem Menü und startet nicht mehr. Ihre Daten bleiben aber auf dem Speicher liegen, der Platz wird also nicht frei. Ein vollständiges Entfernen erfordert meist tiefe Eingriffe ins System, etwa über spezielle Werkzeuge am Computer. Das ist für Laien riskant und kann die Garantie kosten.
Wichtig ist die Abgrenzung zu Schadsoftware. Bloatware ist in aller Regel legal, sichtbar und tut nichts heimlich Zerstörerisches. Sie ist lästig, nicht bösartig. Zwischen beiden liegt eine Grauzone, für die sich der Ausdruck « Crapware » eingebürgert hat: Testversionen, die nach 30 Tagen ständig zum Kauf drängen.
Wo einem der Begriff begegnet
Am häufigsten liest man ihn in Handy-Tests. Fast jede Rezension eines Android-Geräts erwähnt, wie viele fremde Apps ab Werk dabei sind. Marken, die wenig vorinstallieren, werben inzwischen offensiv damit — ein sauberes System gilt als Qualitätsmerkmal. Bei Windows-Laptops ist der Effekt ähnlich, dort sind es oft Probeabos für Virenschutz und Büroprogramme.
Auch die Politik beschäftigt sich damit. Der Digital Markets Act der Europäischen Union verpflichtet große Anbieter, das Löschen vorinstallierter Apps zu ermöglichen. Deshalb lassen sich auf neueren Geräten in Europa Dinge entfernen, die früher festgenagelt waren.
Der Begriff wandert außerdem in andere Bereiche. Wenn ein Programm mit Funktionen überladen wird, die kaum jemand nutzt, spricht man ebenfalls von Bloat. Ähnliches hört man derzeit über KI-Assistenten, die Hersteller ungefragt in Handys, Browser und Büroprogramme einbauen. Ob das nützliche Ausstattung oder neue Bloatware ist, entscheidet am Ende jeder Nutzer für sich.