Assets under Management

Assets under Management

Assets under Management, kurz AuM, bezeichnet die Summe des Geldes, das eine Bank, eine Fondsgesellschaft oder ein Vermögensverwalter für ihre Kundinnen und Kunden anlegt. Die Zahl gilt in der Finanzbranche als wichtigste Kennzahl für die Größe eines Anbieters.

Wer Geld anlegen will, muss das nicht selbst tun. Man kann es einem Unternehmen geben, das sich darum kümmert und dafür eine Gebühr nimmt. Solche Unternehmen heißen Vermögensverwalter oder Fondsgesellschaften. Zählt man alles Geld zusammen, das ein solches Unternehmen gerade für seine Kunden verwaltet, ergibt das die Assets under Management. Der englische Begriff bedeutet wörtlich « Vermögenswerte unter Verwaltung ». Auf Deutsch sagt man auch schlicht verwaltetes Vermögen.

Warum die Zahl über Macht und Einnahmen entscheidet

Die meisten Vermögensverwalter verdienen ihr Geld über eine Prozentgebühr. Üblich sind etwa 0,1 bis 1,5 Prozent des verwalteten Vermögens pro Jahr. Bei einem Fonds mit einer Milliarde Euro und 0,5 Prozent Gebühr sind das fünf Millionen Euro Einnahmen im Jahr. Die Einnahmen wachsen also direkt mit den AuM. Deshalb ist diese Kennzahl für Anleger, Journalisten und Konkurrenten der schnellste Blick auf die Ertragskraft eines Anbieters.

Große AuM bedeuten außerdem Einfluss. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock kommt auf über zehn Billionen US-Dollar. Mit diesem Geld hält er Anteile an praktisch jedem großen börsennotierten Unternehmen. Auf Hauptversammlungen darf er deshalb mitstimmen, etwa über Vorstandsgehälter oder Klimaziele. Kritiker sehen darin eine Machtkonzentration bei wenigen Häusern.

Wichtig ist eine Abgrenzung: Das Geld gehört nicht dem Verwalter. Es gehört weiterhin den Kunden und wird getrennt vom Firmenvermögen aufbewahrt. AuM sind also kein Gewinn und kein Eigenkapital. Wer AuM mit Umsatz verwechselt, verschätzt sich schnell um den Faktor hundert.

Woraus sich die Summe zusammensetzt

Die AuM verändern sich aus zwei völlig verschiedenen Gründen. Erstens durch Mittelzuflüsse und Abflüsse: Kunden zahlen neues Geld ein oder ziehen welches ab. Zweitens durch die Marktentwicklung: Steigen die Aktienkurse, steigt auch der Wert des Bestands, ohne dass ein einziger neuer Kunde dazugekommen wäre. Fällt die Börse um zwanzig Prozent, schrumpfen die AuM entsprechend.

Aus diesem Grund berichten seriöse Anbieter beide Zahlen getrennt. Der Nettomittelzufluss zeigt, ob ein Haus tatsächlich Kunden gewinnt. Die reinen AuM können auch in einem schlechten Jahr für das Unternehmen steigen, wenn nur die Märkte gut laufen. Umgekehrt kann ein sehr erfolgreicher Verwalter im Börsencrash schrumpfende AuM ausweisen.

Was genau mitgezählt wird, ist nicht überall gleich definiert. Manche Häuser rechnen nur Geld mit, über das sie frei entscheiden dürfen. Andere zählen auch reine Beratungsmandate dazu, bei denen der Kunde selbst entscheidet. Deshalb lassen sich AuM-Angaben verschiedener Anbieter nur eingeschränkt vergleichen. Ein Blick in die Fußnoten des Geschäftsberichts lohnt sich.

AuM in Schlagzeilen und in der eigenen Geldanlage

In Wirtschaftsnachrichten taucht die Kennzahl fast immer auf, wenn es um Fondsgesellschaften geht. Sätze wie « der Vermögensverwalter mit 500 Milliarden Euro AuM » dienen dort als Größenangabe, ähnlich wie die Mitarbeiterzahl bei einem Industriekonzern. Auch bei Übernahmen ist sie der zentrale Preisfaktor. Gekauft wird faktisch der Kundenstamm samt seiner Gebührenströme.

Auch privat begegnet dir die Zahl. Jeder Fonds, etwa ein ETF auf den DAX, weist sein Fondsvolumen aus. Das ist nichts anderes als die AuM dieses einzelnen Produkts. Sehr kleine Fonds unter rund 50 Millionen Euro werden manchmal geschlossen, weil sie sich für die Gesellschaft nicht rechnen. Anleger müssen dann umschichten, oft zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Ein verbreiteter Irrtum ist, hohe AuM bedeuteten automatisch gute Anlageergebnisse. Sie messen Größe und Vertriebserfolg, nicht Qualität. Ein sehr großer Fonds kann sogar Nachteile haben, weil er seine eigenen Käufe kaum unbemerkt am Markt unterbringt. Für die Beurteilung einer Anlage sind Kosten, Streuung und langfristige Wertentwicklung aussagekräftiger.

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