Modal Labs

Modal Labs

Modal Labs ist ein US-Unternehmen, das Rechenleistung für KI-Anwendungen vermietet. Entwickler schreiben ihren Programmcode auf dem eigenen Rechner, und Modal startet ihn automatisch auf leistungsstarken Servern in Rechenzentren.

Wer heute mit künstlicher Intelligenz arbeitet, braucht viel Rechenleistung. Der eigene Laptop reicht dafür nicht, also mietet man Rechner in großen Rechenzentren. Genau das verkauft die Firma Modal Labs aus New York: Zugriff auf fremde Computer, die man nur für die Minuten bezahlt, in denen sie tatsächlich rechnen. Der Entwickler schreibt sein Programm wie gewohnt auf dem eigenen Gerät und markiert im Text nur, welche Teile davon auf einem starken Rechner laufen sollen. Modal kümmert sich um alles andere: Rechner suchen, starten, Programm hinschicken, Ergebnis zurückgeben. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet und wird von Wagniskapitalgebern finanziert, also von Investoren, die auf schnelles Wachstum junger Firmen setzen.

Warum Entwickler dafür Geld ausgeben

Die Rechner, die KI-Modelle trainieren oder benutzen, sind teuer. Es handelt sich meist um Grafikkarten, die ursprünglich für Computerspiele erfunden wurden, aber besonders gut viele Rechnungen gleichzeitig ausführen. Eine einzelne solche Karte kann mehrere zehntausend Euro kosten. Kaum ein kleines Team kauft sie selbst, wenn es sie nur stundenweise braucht.

Der eigentliche Vorteil von Modal ist aber die gesparte Arbeitszeit. Server einzurichten ist ein eigenes Fachgebiet mit vielen Fallen: Betriebssysteme, Treiber, Netzwerkeinstellungen, Sicherheitsregeln. Ein Zwei-Personen-Startup hat dafür niemanden. Modal verkauft also nicht nur Strom und Silizium, sondern vor allem die Abwesenheit von Konfigurationsarbeit.

Wichtig ist auch das Abrechnungsmodell. Klassisch mietet man einen Server pro Monat und zahlt auch, wenn er nichts tut. Bei Modal läuft der Rechner nur während der Anfrage und wird danach sofort abgeschaltet. Für Anwendungen mit unregelmäßiger Nutzung, etwa eine Bilder-KI mit wenigen Nutzern am Tag, ist das deutlich günstiger.

Der Weg vom Code zur Grafikkarte

Technisch gehört Modal in die Kategorie serverless: Der Server existiert natürlich, aber der Entwickler bekommt ihn nie zu sehen und verwaltet ihn nicht. Er schreibt eine normale Funktion in der Programmiersprache Python und setzt eine kurze Zeile darüber, die sagt: Dies hier soll in der Cloud laufen, mit dieser Grafikkarte und diesen Zusatzprogrammen. Beim Start schickt Modal den Code und die benötigte Umgebung ins Rechenzentrum.

Das Kernproblem dabei ist der Kaltstart. Wenn eine Anfrage kommt und kein Rechner bereitsteht, muss erst einer hochgefahren werden. Bei üblichen Systemen dauert das Minuten, weil ein KI-Modell viele Gigabyte an gelernten Werten von der Festplatte laden muss. Modal hat dafür ein eigenes Dateisystem gebaut, das diese Daten schneller bereitstellt. Beworben werden Startzeiten von wenigen Sekunden.

Kommen plötzlich viele Anfragen, startet das System automatisch weitere Rechner parallel. Diese Eigenschaft nennt man Skalierung. Sinkt die Last wieder, verschwinden die Rechner. Für den Entwickler bleibt der Code derselbe, egal ob ein Nutzer oder tausend zugreifen.

Modal im Markt und in den Schlagzeilen

Man begegnet Modal Labs selten als Endnutzer, sondern meist versteckt hinter anderen Produkten. Wenn eine App aus einem Textbefehl ein Bild erzeugt oder ein Video verschlagwortet, kann die Rechnung dahinter bei Modal laufen. Genutzt wird der Dienst außerdem in der Forschung und beim Feintuning, also dem Nachtrainieren fertiger Modelle für eine spezielle Aufgabe.

In Wirtschaftsnachrichten taucht die Firma vor allem wegen ihrer Finanzierungsrunden auf. Sie gilt als Beispiel dafür, dass am KI-Boom nicht nur die Anbieter der Modelle verdienen, sondern auch die Firmen der Infrastrukturschicht darunter. Konkurrenten sind spezialisierte Anbieter wie Replicate oder Baseten sowie die großen Cloud-Konzerne Amazon, Microsoft und Google.

Ein häufiger Irrtum: Modal Labs baut keine eigenen KI-Modelle und ist kein Konkurrent von OpenAI. Die Firma verkauft die Ausführungsumgebung, nicht die Intelligenz. Ein Vergleich hilft: OpenAI wäre der Autohersteller, Modal die Werkstatt mit Hebebühne, die man stundenweise mietet.

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