DNS-Prefetching

DNS-Prefetching

DNS-Prefetching bedeutet, dass ein Browser die Adressdaten einer Website schon nachschlägt, bevor der Nutzer überhaupt klickt. Dadurch startet der Seitenaufbau später um einige Millisekunden bis Zehntelsekunden schneller.

Jede Website hat einen Namen wie beispiel.de, aber Computer im Internet finden sich nur über Nummern. Diese Nummern heißen IP-Adressen. Damit ein Browser eine Seite laden kann, muss er den Namen erst in so eine Nummer übersetzen lassen. Dafür fragt er einen speziellen Auskunftsdienst im Netz, das Domain Name System, kurz DNS. Diese Nachfrage dauert meist nur Millisekunden, verzögert den Seitenaufbau aber trotzdem. DNS-Prefetching heißt: Der Browser stellt diese Frage schon vorab, für Adressen, die er gleich vermutlich brauchen wird.

Millisekunden, die man sonst nur wartet

Der Namensabruf steht ganz am Anfang jeder Verbindung. Solange er läuft, passiert nichts anderes. Erst danach kann der Browser die Verbindung aufbauen und Daten anfordern. Diese Wartezeit nennt man Latenz. Sie hängt nicht von der Bandbreite ab, sondern davon, wie weit ein Signal reisen muss.

In guten Netzen kostet eine Namensauflösung 20 bis 120 Millisekunden. Im Mobilfunk kann sie deutlich länger dauern, weil das Funknetz erst wieder aufwachen muss. Klingt wenig, summiert sich aber. Eine typische Nachrichtenseite lädt Inhalte von zehn oder mehr verschiedenen Servern: Bilder, Schriftarten, Videoplayer, Werbung, Statistik. Für jeden dieser Server fällt eine eigene Anfrage an.

Für Betreiber von Websites ist das bares Geld. Studien großer Onlinehändler zeigen seit Jahren denselben Zusammenhang: Wird eine Seite spürbar langsamer, brechen mehr Besucher ab. Deshalb gehört Prefetching zum Standardwerkzeug der Ladezeit-Optimierung, zusammen mit Bildkomprimierung und Caching.

Was der Browser vorab nachschlägt

Es gibt zwei Wege. Beim ersten gibt die Website selbst einen Hinweis. Im Quelltext der Seite steht dann eine Zeile mit der Anweisung dns-prefetch und einer Adresse. Der Browser versteht das als Empfehlung: Schlag diesen Namen bitte schon einmal nach. Er tut das nebenbei, während die Seite noch geladen wird.

Beim zweiten Weg entscheidet der Browser allein. Er sieht sich die Links auf der aktuellen Seite an und löst deren Adressen im Voraus auf. Klickt der Nutzer dann tatsächlich, liegt die Nummer schon im Zwischenspeicher, dem sogenannten Cache. Der Schritt entfällt komplett.

Wichtig ist die Abgrenzung: DNS-Prefetching holt nur die Adresse, keine Inhalte. Es lädt kein Bild und keine Seite herunter. Verwandte Techniken gehen weiter. Preconnect baut zusätzlich schon die Verbindung auf, inklusive Verschlüsselung. Prefetch lädt eine ganze Datei im Voraus. DNS-Prefetching ist von diesen dreien das sparsamste, weil es fast keine Daten verbraucht.

Zwischen Ladezeit-Tuning und Datenschutzdebatte

Wer im Browser die Entwicklerwerkzeuge öffnet und sich den Quelltext einer großen Seite ansieht, findet die Prefetch-Hinweise meist direkt im Kopfbereich. Sie sind seit über zehn Jahren in allen gängigen Browsern eingebaut. In den Einstellungen von Chrome oder Firefox lässt sich die Funktion abschalten, sie ist aber standardmäßig aktiv.

In Fachdiskussionen taucht der Begriff vor allem im Zusammenhang mit Core Web Vitals auf. Das sind Messwerte, mit denen Google die Nutzererfahrung einer Seite bewertet und die die Platzierung in der Suche beeinflussen. Wer diese Werte verbessern will, arbeitet fast immer auch mit Prefetching.

Es gibt jedoch einen Einwand. Der Browser fragt Adressen nach, die der Nutzer vielleicht nie besucht. Der DNS-Anbieter, oft der Internetprovider, sieht diese Anfragen trotzdem. Aus der Spur lässt sich ablesen, welche Seite jemand gerade offen hat. Ein verbreiteter Irrtum ist außerdem, dass mehr Prefetching immer schneller sei. Wer hundert Adressen vorab auflöst, erzeugt vor allem unnötigen Netzverkehr. Sinnvoll sind einige wenige, gut gewählte Ziele.

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