Schema in zwei Spalten: Links signiert der Absender – aus dem Dokument wird ein Hash berechnet und mit dem privaten Schlüssel zur Signatur verrechnet. Rechts prüft der Empfänger – er berechnet den Hash erneut und vergleicht ihn mithilfe des öffentlichen Schlüssels mit der mitgelieferten Signatur.

Digitale Signatur

Eine digitale Signatur ist eine Art rechnerisch erzeugter Stempel an einer Datei oder Nachricht. Sie beweist, wer die Datei erstellt hat und dass danach kein einziges Zeichen verändert wurde.

Eine digitale Signatur ist eine kurze Zahlenfolge, die an eine Datei oder Nachricht angehängt wird. Sie beantwortet zwei Fragen auf einmal. Erstens: Stammt das wirklich von der angegebenen Person oder Firma? Zweitens: Wurde unterwegs etwas daran verändert? Wer die Datei erhält, kann beides mit einem Rechenschritt prüfen, ohne den Absender zu fragen. Anders als eine eingescannte Unterschrift lässt sich eine digitale Signatur nicht einfach herauskopieren und woanders einkleben. Sie gehört immer nur zu genau diesem einen Dokument.

Warum man Software und Verträgen sonst nicht trauen könnte

Im Internet sieht man seinem Gegenüber nicht ins Gesicht. Eine E-Mail mit dem Absender deiner Bank kann von irgendjemandem stammen. Eine heruntergeladene Datei kann unterwegs manipuliert worden sein, etwa von jemandem, der das WLAN im Café kontrolliert. Digitale Signaturen schließen genau diese Lücke, weil sie sich nicht fälschen lassen, ohne ein Geheimnis zu kennen.

Besonders wichtig ist das bei Software-Updates. Dein Handy lädt regelmäßig neue Programmversionen herunter und installiert sie mit weitreichenden Rechten. Wäre das Update nicht signiert, könnte ein Angreifer eine eigene Version unterschieben. Deshalb prüfen Betriebssysteme jede Aktualisierung auf eine gültige Signatur des Herstellers und verweigern die Installation sonst.

Auch rechtlich hat die Sache Gewicht. In der EU regelt eine Verordnung namens eIDAS, welche Form der elektronischen Unterschrift welchen Wert vor Gericht hat. Die höchste Stufe, die qualifizierte elektronische Signatur, ist der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt. Damit lassen sich Verträge vollständig digital abschließen.

Zwei Schlüssel, ein Fingerabdruck des Dokuments

Grundlage ist ein Schlüsselpaar. Jede Person besitzt einen privaten Schlüssel, den sie streng geheim hält, und einen öffentlichen Schlüssel, den sie frei verteilt. Die beiden Schlüssel sind mathematisch verbunden. Was mit dem einen berechnet wurde, lässt sich nur mit dem anderen überprüfen. Aus dem öffentlichen Schlüssel den privaten zu berechnen, wäre selbst für riesige Rechenzentren praktisch unmöglich.

Signiert wird nicht das ganze Dokument, sondern sein sogenannter Hash. Ein Hash ist eine kurze Prüfsumme, die aus dem Inhalt berechnet wird, immer gleich lang ist und sich bei der kleinsten Änderung komplett verändert. Man kann ihn sich als Fingerabdruck der Datei vorstellen. Dieser Fingerabdruck wird mit dem privaten Schlüssel verrechnet, und das Ergebnis ist die Signatur.

Beim Empfänger läuft das rückwärts. Sein Programm berechnet den Hash der erhaltenen Datei selbst und prüft mit dem öffentlichen Schlüssel, ob die Signatur dazu passt. Stimmt auch nur ein Komma nicht mehr, passen die Werte nicht zusammen und die Prüfung schlägt fehl. Offen bleibt allerdings, ob der öffentliche Schlüssel wirklich der richtigen Person gehört. Dafür gibt es Zertifikate: Eine vertrauenswürdige Stelle bestätigt mit ihrer eigenen Signatur, wem ein Schlüssel zuzuordnen ist.

Vom Browser-Schloss bis zur Blockchain

Das Schloss-Symbol in der Adresszeile deines Browsers beruht auf digitalen Signaturen. Die Webseite weist mit einem signierten Zertifikat nach, dass sie tatsächlich zu dieser Adresse gehört. Auch Apps aus dem App Store sind signiert, ebenso PDF-Rechnungen von Behörden und Steuerbescheide.

In der Finanzwelt begegnet dir das Prinzip bei Kryptowährungen. Jede Bitcoin-Überweisung ist eine mit dem privaten Schlüssel signierte Nachricht. Wer diesen Schlüssel verliert, verliert den Zugriff auf sein Guthaben endgültig, denn es gibt keine Bank, die ihn zurücksetzen könnte.

Ein häufiger Irrtum: Eine Signatur verschlüsselt nichts. Der Text bleibt für jeden lesbar, er ist nur gegen unbemerkte Änderung gesichert. Verschlüsselung und Signatur sind zwei getrennte Werkzeuge, die oft zusammen eingesetzt werden. Mit dem Aufstieg von KI-generierten Bildern und Videos gewinnt das Verfahren zusätzlich an Bedeutung: Kameras und Software beginnen, Aufnahmen direkt bei der Entstehung zu signieren, damit später nachvollziehbar bleibt, woher eine Datei stammt.

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