Ablaufskizze der CG-Produktion in fünf Stufen: Modellieren eines Drahtgittermodells, Texturieren mit Farben und Materialien, Rigging mit virtuellem Knochengerüst, Animation und Beleuchtung, abschließendes Rendern zum fertigen Filmbild.

CG-Künstler

Ein CG-Künstler gestaltet Bilder, Figuren und Umgebungen vollständig am Computer, etwa für Filme, Serien, Werbung und Videospiele. Der Beruf verbindet gestalterische Arbeit mit technischer Software und verändert sich derzeit stark durch KI-Werkzeuge.

Ein CG-Künstler erschafft Bilder nicht mit Kamera oder Pinsel, sondern am Computer. Die Abkürzung CG steht für Computer Graphics, also am Rechner erzeugte Grafik. Solche Fachleute bauen zum Beispiel den Drachen in einer Serie, das Raumschiff in einem Kinofilm oder die Spielfigur in einem Videospiel. Dazu formen sie am Bildschirm dreidimensionale Objekte, geben ihnen Oberflächen und Farben und setzen Licht. Am Ende rechnet der Computer aus all diesen Angaben ein fertiges Bild aus. Der Beruf steckt zwischen Kunst und Technik: Man braucht ein Auge für Bildwirkung und gleichzeitig Geduld mit komplizierter Software.

Warum ohne CG kaum noch ein Film auskommt

Fast jeder größere Kinofilm enthält heute Bilder, die es in der Wirklichkeit nie gab. Das gilt nicht nur für offensichtliche Effekte wie Explosionen oder Fabelwesen. Oft werden auch Hintergründe ausgetauscht, Menschenmengen vergrößert oder Kabel und Kräne aus dem Bild entfernt. Diese Arbeit erledigen CG-Künstler, meist in großen Teams über Monate hinweg.

Wirtschaftlich ist das ein erheblicher Kostenblock. Bei manchen Blockbustern verschlingen die Effekte einen dreistelligen Millionenbetrag. Ganze Studios in Kanada, Neuseeland oder Indien leben von dieser Nachfrage. Wenn ein großer Auftraggeber ausfällt, gerät die Branche schnell unter Druck.

Genau deshalb steht der Beruf gerade in den Nachrichten. KI-Systeme können inzwischen Bilder und kurze Videos direkt aus einer Textbeschreibung erzeugen. Manche Aufgaben, für die früher Tage nötig waren, dauern nun Minuten. Ob dadurch Stellen verschwinden oder sich die Arbeit nur verschiebt, ist offen und wird in der Branche heftig diskutiert.

Vom Drahtgitter zum fertigen Bild

Die Arbeit läuft in mehreren Schritten ab. Zuerst entsteht das Modell: eine Form aus vielen kleinen Flächen, die zusammen eine Oberfläche ergeben. Danach kommt das Texturieren, also das Aufbringen von Farbe, Muster und Materialeigenschaften. Erst dadurch sieht Metall glänzend aus und Haut weich.

Soll sich die Figur bewegen, braucht sie ein inneres Gerüst aus virtuellen Knochen. Animatoren bewegen dieses Gerüst Bild für Bild, ähnlich wie bei einer Gliederpuppe. Anschließend werden virtuelle Lampen und eine virtuelle Kamera gesetzt. Zum Schluss berechnet der Computer das endgültige Bild, was Rendern genannt wird. Ein einziges Filmbild kann dabei Stunden Rechenzeit kosten, und eine Sekunde Film besteht aus 24 solchen Bildern.

KI greift heute an vielen dieser Stellen ein. Sie erzeugt Entwurfsbilder für erste Ideen, ergänzt fehlende Bildbereiche oder überträgt Bewegungen aus einem Handyvideo auf eine Figur. Ein häufiger Irrtum ist, die KI ersetze den ganzen Prozess. Meist übernimmt sie einzelne Arbeitsschritte, während Auswahl, Korrektur und Gesamtwirkung beim Menschen bleiben.

Wo die Arbeit von CG-Künstlern sichtbar wird

Am deutlichsten sieht man sie in Videospielen und Animationsfilmen, wo jedes Bild am Computer entsteht. Aber auch Werbespots, Musikvideos und Erklärvideos nutzen die Technik. Sogar Möbelkataloge zeigen oft keine Fotos, sondern berechnete Bilder von Zimmern, die es so nie gab.

Über den Unterhaltungsbereich hinaus arbeiten CG-Künstler in der Architektur, wo geplante Gebäude vorab dargestellt werden. Auch Autohersteller und Medizintechnikfirmen setzen sie ein. Wer in Stellenanzeigen sucht, findet Bezeichnungen wie 3D-Artist, VFX-Artist oder Technical Artist, die jeweils Teilbereiche meinen.

In Wirtschaftsmeldungen taucht der Begriff meist im Zusammenhang mit Streit auf. Gewerkschaften in Hollywood haben Regeln zum Einsatz von KI erstritten. Gleichzeitig werben Softwarefirmen damit, Produktionen deutlich günstiger zu machen. Für Berufseinsteiger heißt das vor allem: Handwerk und Bildgestaltung bleiben wichtig, der Umgang mit KI-Werkzeugen kommt als zusätzliche Anforderung dazu.

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