tasks.md

tasks.md ist eine einfache Textdatei in einem Softwareprojekt, in der die anstehenden Arbeitsschritte als Liste stehen. Sie hat sich zu einem festen Baustein der Zusammenarbeit mit KI-Programmierassistenten entwickelt, weil diese die Liste lesen, abarbeiten und Erledigtes abhaken können.

tasks.md ist eine gewöhnliche Textdatei, die zu einem Softwareprojekt gehört. Darin steht eine Liste von Aufgaben, die noch zu erledigen sind. Die Endung .md steht für Markdown, eine sehr einfache Schreibweise für Texte: Ein Bindestrich am Zeilenanfang erzeugt einen Listenpunkt, Rauten erzeugen Überschriften. Der Name ist keine offizielle Vorschrift, sondern eine Gewohnheit, auf die sich viele Entwickler geeinigt haben. Neu ist, dass diese Datei nicht mehr nur von Menschen gelesen wird, sondern auch von Programmen, die selbst Code schreiben.

Warum eine simple Textdatei den Assistenten steuert

Programme, die auf Zuruf Code schreiben, haben ein grundsätzliches Problem: Sie vergessen. Jede neue Sitzung beginnt bei null, weil sie sich nicht an das Gespräch von gestern erinnern. Alles, was in Erinnerung bleiben soll, muss deshalb irgendwo aufgeschrieben stehen. Genau diese Rolle übernimmt tasks.md.

Die Datei wirkt dadurch wie ein Übergabeprotokoll in einem Krankenhaus. Die Nachtschicht weiß nicht, was tagsüber besprochen wurde, aber sie liest nach, was ansteht und was schon erledigt ist. Ein Assistent macht dasselbe: Er öffnet die Datei, sieht den Stand und arbeitet weiter.

Ein zweiter Grund ist die Größe der Aufträge. Eine Anweisung wie „Baue mir einen Onlineshop“ ist zu vage, um sie in einem Rutsch umzusetzen. Eine Liste aus zwanzig kleinen Punkten dagegen ist überprüfbar. Nach jedem Punkt kann man testen, ob das Ergebnis stimmt, bevor es weitergeht.

Vom Auftrag zur abgehakten Liste

Meist entsteht die Datei in zwei Schritten. Zuerst beschreibt man in normalen Sätzen, was das Programm können soll. Dann bittet man den Assistenten, daraus eine Liste einzelner Arbeitsschritte zu machen. Diese Liste landet als tasks.md im Projektordner.

Die Einträge folgen einer verbreiteten Markdown-Schreibweise: „- [ ] Anmeldeformular bauen“ für offen, „- [x] Datenbank anlegen“ für erledigt. Die eckigen Klammern werden auf vielen Plattformen als anklickbare Kästchen dargestellt. Für den Assistenten sind sie schlicht ein Zeichen, das er lesen und ändern kann. Nach jeder fertigen Aufgabe setzt er selbst das x.

Wichtig ist der Unterschied zu einer verwandten Datei, die oft daneben liegt. In README.md oder AGENTS.md stehen dauerhafte Regeln: welche Programmiersprache gilt, wie der Code formatiert wird. In tasks.md steht dagegen nur, was gerade zu tun ist. Diese Datei verändert sich ständig, die Regeldatei bleibt weitgehend gleich.

Ein häufiger Irrtum ist, die Liste möglichst ausführlich zu machen. Zu lange Listen führen dazu, dass der Assistent den Überblick verliert und Punkte doppelt bearbeitet. Bewährt haben sich Aufgaben, die jeweils in wenigen Minuten prüfbar sind.

Wo die Datei im Alltag auftaucht

Am häufigsten begegnet einem tasks.md in Projekten auf Plattformen wie GitHub, wo Software öffentlich gespeichert und gemeinsam bearbeitet wird. Dort liegt sie einfach im obersten Ordner neben dem Programmcode. Jeder kann sie öffnen, weil es reiner Text ist und keine besondere Software braucht.

Beliebt geworden ist die Datei durch Werkzeuge wie Claude Code, Cursor oder Codex. Diese Assistenten dürfen Dateien im Projekt nicht nur lesen, sondern auch verändern. In Anleitungen dieser Anbieter taucht die Aufgabenliste als empfohlene Arbeitsweise auf. In Fachartikeln liest man dazu oft das Schlagwort „Spec-driven Development“, also Entwicklung entlang einer vorher festgelegten Beschreibung.

Der Nutzen bleibt aber auch ohne KI bestehen. Wer allein an einem Schulprojekt arbeitet, verliert nach einer Woche Pause schnell den Faden. Eine kurze Liste im Projektordner beantwortet die Frage, wo man aufgehört hat, in wenigen Sekunden.

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