Term Sheet

Term Sheet

Ein Term Sheet ist eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Bedingungen, unter denen ein Investor Geld in ein Unternehmen stecken will. Es ist noch kein endgültiger Vertrag, legt aber fest, worüber später nicht mehr verhandelt wird.

Wenn ein junges Unternehmen Geld von einem Geldgeber bekommen soll, wird darüber wochenlang verhandelt. Am Ende dieser Gespräche steht ein Papier mit den wichtigsten Punkten: Wie viel Geld fließt? Was ist das Unternehmen dabei wert? Und welche Rechte bekommt der Geldgeber dafür? Dieses Papier heißt Term Sheet, auf Deutsch etwa Eckpunktepapier. Es ist meist nur zwei bis fünf Seiten lang und ersetzt noch keinen fertigen Vertrag. Trotzdem gilt: Was hier steht, wird später kaum noch geändert.

Was die zwei Seiten über die Macht im Unternehmen entscheiden

Ein Term Sheet ist rechtlich fast immer unverbindlich. Nur einzelne Punkte binden wirklich, etwa die Pflicht zur Geheimhaltung. Faktisch hat das Papier aber enorme Wirkung. Sobald beide Seiten unterschrieben haben, arbeiten Anwälte den langen Vertrag genau nach diesen Vorgaben aus. Wer eine Bedingung im Term Sheet akzeptiert hat, kann sie später nur schwer zurückholen.

Besonders wichtig ist die Bewertung, auf Englisch Valuation. Sie legt fest, was das gesamte Unternehmen rechnerisch wert ist. Daraus ergibt sich, welchen Anteil der Investor für sein Geld bekommt. Ein Beispiel: Wird ein Startup mit 8 Millionen Euro bewertet und der Investor gibt 2 Millionen, gehören ihm danach 20 Prozent. Die Gründer besitzen entsprechend weniger als vorher.

Neben Geld und Anteilen regelt das Papier oft auch Kontrolle. Typisch sind ein Sitz im Aufsichtsgremium und eine Liste von Entscheidungen, die der Investor blockieren darf. Dazu gehören etwa der Verkauf der Firma oder die Aufnahme neuer Geldgeber. Genau deshalb lesen erfahrene Gründer ein Term Sheet nicht nur nach der Zahl vorne, sondern Zeile für Zeile.

Die typischen Klauseln und ihr Kleingedrucktes

Man kann sich ein Term Sheet wie den Vorvertrag beim Hauskauf vorstellen. Preis, Zeitpunkt und Zustand sind darin schon geklärt. Der Notartermin füllt nur noch die Formalien aus. Genauso läuft es bei einer Finanzierungsrunde: erst das Eckpunktepapier, dann die Prüfung der Bücher, dann der eigentliche Beteiligungsvertrag beim Notar.

Fast immer taucht eine Liquidation Preference auf. Sie regelt, wer bei einem Verkauf des Unternehmens zuerst Geld zurückbekommt. Der Investor erhält meist zuerst seinen Einsatz, oft das Einfache davon, erst danach wird der Rest verteilt. Bei einem hohen Verkaufspreis fällt das kaum auf. Bei einem mittelmäßigen Verkauf kann es bedeuten, dass die Gründer fast leer ausgehen.

Zwei weitere Punkte stehen fast immer drin. Ein Verwässerungsschutz sichert den Investor ab, falls das Unternehmen später zu einem niedrigeren Preis neues Geld aufnimmt. Ein Mitarbeiterprogramm, oft Option Pool genannt, reserviert Anteile für künftige Angestellte. Wichtig ist die Reihenfolge: Wird dieser Pool vor dem Einstieg des Investors gebildet, zahlen allein die Gründer dafür.

Term Sheets in Startup-News und in der KI-Branche

In Meldungen über Finanzierungsrunden liest man häufig, ein Unternehmen habe ein Term Sheet unterzeichnet. Das bedeutet: Die Sache ist so gut wie sicher, aber noch nicht abgeschlossen. Zwischen Unterschrift und tatsächlicher Überweisung liegen oft zwei bis drei Monate. In dieser Zeit prüfen die Investoren Verträge, Zahlen und Patente des Unternehmens.

Gerade bei KI-Firmen sorgen solche Papiere regelmäßig für Schlagzeilen. Wenn ein junges Unternehmen ohne große Umsätze mit Milliarden bewertet wird, steht diese Zahl zuerst in einem Term Sheet. Auch Sonderrechte großer Technologiekonzerne, etwa der bevorzugte Zugang zu einem Modell, werden dort erstmals festgeschrieben.

Ein verbreiteter Irrtum ist, ein Term Sheet sei nur eine höfliche Absichtserklärung ohne Folgen. Wer unterschreibt, verpflichtet sich in der Praxis, mit anderen Geldgebern nicht weiterzuverhandeln. Diese Exklusivität gilt oft für mehrere Wochen. Platzt der Deal danach, hat das Unternehmen wertvolle Zeit verloren.

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