
Slug
Ein Slug ist der lesbare Teil einer Internetadresse, der eine einzelne Seite benennt – etwa "kuenstliche-intelligenz-erklaert" am Ende eines Links. Er besteht meist nur aus Kleinbuchstaben, Zahlen und Bindestrichen und wird automatisch aus dem Titel erzeugt.
Jede Seite im Internet hat eine Adresse, die man in die Adresszeile des Browsers eintippen kann. Diese Adresse ist in Teile gegliedert: zuerst der Name der Website, dann oft ein Ordner, am Ende der Name der einzelnen Seite. Dieser letzte Teil heißt Slug. Bei der Adresse „beispielzeitung.de/lexikon/slug“ ist „slug“ der Slug. Er wird bewusst kurz und lesbar gehalten, damit Menschen an der Adresse erkennen, worum es auf der Seite geht. Der Begriff kommt aus dem Zeitungsgewerbe: Dort war der Slug das kurze Arbeitskürzel, mit dem eine Redaktion einen Artikel intern benannte.
Was ein guter Slug für Leser und Suchmaschinen bringt
Adressen werden ständig weitergegeben. Man verschickt sie per Messenger, klebt sie in Präsentationen oder liest sie am Telefon vor. Eine Adresse, die auf „?id=48291&ref=2b“ endet, sagt niemandem etwas. Eine Adresse, die auf „ezb-zinsentscheid-maerz“ endet, verrät den Inhalt schon vor dem Klick. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass jemand den Link überhaupt anklickt.
Auch Suchmaschinen lesen den Slug mit. Er ist einer von vielen Hinweisen darauf, welches Thema eine Seite behandelt, und er erscheint in den Suchergebnissen unter der Überschrift. Fachleute für Suchmaschinenoptimierung – also für die Frage, wie Seiten weit oben in den Trefferlisten landen – achten daher auf sprechende Slugs. Der Effekt ist klein, aber er kostet nichts.
Es gibt aber einen wichtigen Grundsatz: Ein einmal veröffentlichter Slug sollte nicht mehr geändert werden. Wird er geändert, führen alle bisher verschickten Links ins Leere. Nutzer sehen dann eine Fehlerseite mit der Nummer 404. Redaktionen richten in solchen Fällen eine Weiterleitung ein, die vom alten auf den neuen Slug zeigt. Das funktioniert, ist aber Zusatzarbeit und wird gerne vergessen.
Wie aus einer Überschrift ein Slug wird
In der Regel erzeugt die Software der Website den Slug automatisch aus dem Titel. Dieser Vorgang läuft in festen Schritten ab. Zuerst werden alle Großbuchstaben zu Kleinbuchstaben, weil manche Server Groß- und Kleinschreibung unterschiedlich behandeln. Dann werden Leerzeichen durch Bindestriche ersetzt. Bindestriche gelten als besser lesbar als Unterstriche und werden von Suchmaschinen zuverlässig als Worttrennung erkannt.
Anschließend fliegt alles heraus, was in einer Adresse Probleme macht: Satzzeichen, Anführungszeichen, Fragezeichen, Prozentzeichen. Deutsche Umlaute werden ersetzt, aus „ä“ wird „ae“, aus „ß“ wird „ss“. Häufige Füllwörter wie „und“, „der“ oder „ein“ streichen viele Systeme ebenfalls, damit der Slug kurz bleibt. Aus der Überschrift „Warum Künstliche Intelligenz so viel Strom braucht!“ wird so etwa „warum-kuenstliche-intelligenz-so-viel-strom-braucht“.
Ein Slug muss innerhalb einer Website eindeutig sein. Zwei Artikel dürfen nicht denselben tragen, sonst weiß der Server nicht, welche Seite er ausliefern soll. Kommt es zu einer Dopplung, hängt die Software meist eine Zahl an: „jahresrueckblick-2“. Redaktionen können den Vorschlag der Software auch von Hand überschreiben, wenn der automatische Slug zu lang oder unglücklich ausfällt.
Slugs in Blogs, Shops und KI-Glossaren
Wer einen Blog oder eine Website mit einem Redaktionssystem betreibt, sieht das Feld direkt. In WordPress etwa steht neben der Überschrift ein Kästchen „Permalink“, darin lässt sich der Slug bearbeiten. Dasselbe gilt für Onlineshops, wo aus „Laufschuh Modell X, blau, Größe 42“ ein Slug wie „laufschuh-modell-x-blau“ wird.
Auch dieses Lexikon arbeitet mit Slugs. Jeder Eintrag liegt unter einer eigenen Adresse, deren letzter Teil der Begriff in Kleinschreibung ist. Genau deshalb lassen sich Einträge untereinander verlinken, ohne dass jemand Nummern nachschauen muss. Programmierschnittstellen nutzen Slugs aus demselben Grund als stabile Kennung für Datensätze.
Ein verbreiteter Irrtum ist, der Slug sei dasselbe wie der Seitentitel. Das ist nicht so. Der Titel ist der vollständige, frei formulierte Satz mit Umlauten und Satzzeichen. Der Slug ist seine technisch abgespeckte Kurzform. Beide können sich ähneln, sind aber getrennte Felder – und der Titel darf sich jederzeit ändern, der Slug besser nicht.