Mainframe

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Ein Mainframe ist ein sehr großer, extrem zuverlässiger Zentralrechner, der riesige Mengen an Buchungen und Abfragen gleichzeitig abarbeitet. Banken, Versicherungen und Behörden betreiben bis heute solche Maschinen, weil sie jahrzehntelang praktisch ohne Ausfall laufen.

Ein Mainframe ist ein besonders großer und teurer Zentralcomputer. Er steht in einem gesicherten Raum eines Unternehmens und bedient von dort aus tausende Nutzer gleichzeitig. Die einzelne Maschine kann so groß sein wie mehrere nebeneinanderstehende Kühlschränke und mehrere Millionen Euro kosten. Ihre Stärke liegt nicht darin, eine einzelne Aufgabe besonders schnell zu lösen. Sie liegt darin, sehr viele kleine Aufgaben gleichzeitig und ohne Fehler abzuarbeiten. Ein typisches Beispiel ist die Abbuchung von einem Bankkonto: winzig als Rechenaufgabe, aber millionenfach am Tag und niemals falsch.

Warum Banken ihre Großrechner nicht loswerden

Der Mainframe gilt als veraltet und ist trotzdem überall dort im Einsatz, wo Geld bewegt wird. Ein sehr großer Teil aller Kartenzahlungen weltweit läuft irgendwann über eine solche Maschine. Auch Fluggesellschaften, Versicherungen und Finanzämter arbeiten damit. Der Grund ist Zuverlässigkeit: Diese Systeme sind darauf ausgelegt, jahrelang durchzulaufen, ohne ein einziges Mal auszufallen.

Dazu kommt ein Problem, das man Altlast nennt. Auf vielen Mainframes läuft Software, die in den 1970er- und 1980er-Jahren geschrieben wurde, oft in der alten Programmiersprache COBOL. Diese Programme funktionieren, aber niemand weiß mehr im Detail, warum sie so aufgebaut sind. Die Entwickler sind längst in Rente, eine vollständige Dokumentation existiert selten.

Deshalb tauchen Mainframes regelmäßig in Wirtschaftsnachrichten auf. Banken kündigen Umstellungsprojekte an, die hunderte Millionen kosten und Jahre dauern. Manche werden abgebrochen, weil das Risiko zu groß ist. Ein Fehler im Zahlungsverkehr fällt sofort Millionen Kunden auf.

Was die Maschine anders macht als ein Server

Ein normaler Server ist im Grunde ein sehr leistungsfähiger Computer, wie ihn auch ein Privatmensch verstehen würde. Ein Mainframe ist anders gebaut: Fast jedes wichtige Bauteil ist doppelt vorhanden. Fällt ein Prozessor aus, übernimmt ein anderer, ohne dass die laufende Arbeit unterbrochen wird. Auch Netzteile und Festplatten lassen sich im laufenden Betrieb tauschen. Man muss die Maschine also nicht abschalten, um sie zu reparieren.

Der zweite Unterschied betrifft die Art der Arbeit. Ein Mainframe ist auf Ein- und Ausgabe optimiert, nicht auf reines Rechnen. Er holt ununterbrochen Daten von Speichern, verändert sie und schreibt sie zurück. Dafür hat er eigene Hilfsprozessoren, die nur diesen Datenverkehr regeln. Der Hauptprozessor bleibt dadurch frei für die eigentlichen Buchungen.

Man kann sich das wie den Unterschied zwischen einem Sportwagen und einer Güterzuglokomotive vorstellen. Der Sportwagen ist auf einer kurzen Strecke schneller. Die Lokomotive zieht dafür tausende Tonnen, jeden Tag, jahrzehntelang. Wer bei einem Mainframe nur auf die Rechenleistung schaut, misst also die falsche Größe.

Mainframes und der Nachschub an Fachleuten

Im Alltag begegnet man einem Mainframe nie direkt, sondern immer über einen Umweg. Wer am Automaten Geld abhebt oder online eine Überweisung freigibt, löst am Ende eine Buchung auf einem Großrechner aus. Auch die Auskunft über einen freien Sitzplatz im Zug kann dort herkommen. Sichtbar wird das nur, wenn etwas schiefgeht und eine Bank tagelang keine Zahlungen verarbeiten kann.

In der Branche ist der Mangel an Fachleuten ein Dauerthema. Es gibt kaum noch Menschen, die alte COBOL-Programme sicher verstehen und ändern können. Inzwischen setzen Unternehmen KI-Werkzeuge ein, die solchen Code lesen, erklären und in modernere Sprachen übersetzen sollen. Ob das zuverlässig funktioniert, ist offen: Ein übersetzter Fehler in einer Zinsberechnung fällt womöglich erst nach Monaten auf.

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass die Cloud den Mainframe längst ersetzt habe. Tatsächlich verkauft IBM als wichtigster Hersteller weiterhin neue Modelle, und die Nachfrage bleibt stabil. Viele Unternehmen kombinieren beides: Der Großrechner führt die Kernbuchungen, moderne Webdienste in der Cloud liefern die Oberfläche. Der Mainframe verschwindet also nicht, er versteckt sich nur hinter einer App.

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