MAI

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MAI ist die Abkürzung für Microsoft AI, die hauseigene Modellfamilie von Microsoft. Der Konzern baut damit erstmals eigene große Sprach- und Sprachausgabemodelle, statt sich allein auf die Technik von OpenAI zu stützen.

MAI steht für Microsoft AI. Gemeint ist damit eine Reihe von Computerprogrammen, die Microsoft selbst entwickelt hat und die Texte schreiben oder Sprache erzeugen können. Solche Programme nennt man Modelle: Sie haben aus riesigen Mengen Text gelernt, welche Wörter üblicherweise aufeinander folgen, und setzen auf dieser Grundlage neue Sätze zusammen. Bekannt wurden bislang vor allem zwei Vertreter. MAI-1 erzeugt Text und beantwortet Fragen, MAI-Voice liest Text mit einer natürlich klingenden Stimme vor. Beide laufen im Chat-Assistenten Copilot, den Microsoft in Windows, Word und der Suchmaschine Bing anbietet.

Microsofts Abnabelung von OpenAI

Microsoft hat über Jahre viele Milliarden Dollar in OpenAI investiert, die Firma hinter ChatGPT. Im Gegenzug durfte der Konzern deren Modelle in eigenen Produkten einsetzen. Copilot war deshalb lange im Kern ein umetikettiertes OpenAI-Modell. Das war bequem, machte Microsoft aber abhängig von einem Partner, der zugleich ein Konkurrent ist.

Mit MAI ändert sich diese Lage. Microsoft besitzt nun eigene Modelle und kann selbst entscheiden, wie sie sich verhalten, was sie kosten und wo sie laufen. Für ein Unternehmen, das Software an hunderte Millionen Nutzer verkauft, sind die laufenden Rechenkosten ein enormer Posten. Eigene, kleinere Modelle für einfache Aufgaben sparen hier viel Geld.

An der Börse gilt MAI deshalb als Signal. Analysten lesen daraus, wie stark Microsoft künftig noch auf OpenAI angewiesen ist. Jede Meldung über ein neues MAI-Modell wird entsprechend aufmerksam verfolgt.

Wie die Modelle entstehen

Hinter MAI steht eine eigene Abteilung unter Mustafa Suleyman, einem Mitgründer des KI-Labors DeepMind. Die Modelle werden auf großen Rechenzentren trainiert, die mit tausenden spezialisierten Grafikchips bestückt sind. Beim Training bekommt das Modell Texte vorgelegt und muss jeweils das nächste Wort erraten. Liegt es daneben, werden die internen Zahlenwerte minimal angepasst. Nach Milliarden solcher Durchgänge entsteht ein Programm, das flüssige Antworten formulieren kann.

Microsoft betont, dass MAI-1 mit vergleichsweise wenigen Chips trainiert wurde. Während Konkurrenten teils über hunderttausend Grafikprozessoren einsetzen, war bei MAI-1-preview von rund 15.000 die Rede. Der Anspruch ist also nicht, das absolut stärkste Modell der Welt zu bauen. Ziel ist ein Modell mit gutem Verhältnis von Leistung zu Kosten.

MAI-Voice funktioniert nach einem anderen Prinzip. Statt Wörter sagt dieses Modell voraus, wie ein Klangsignal weitergeht. So entsteht eine Stimme mit Betonung und Sprechpausen. Microsoft gibt an, dass eine Minute Audio in unter einer Sekunde erzeugt wird, und zwar auf einem einzigen Chip.

MAI im Copilot und in Schlagzeilen

Am häufigsten begegnet man MAI, ohne es zu merken. Wer in Windows oder Bing den Copilot fragt, bekommt die Antwort inzwischen teils von einem MAI-Modell. Auch Funktionen wie Copilot Daily, eine vorgelesene Nachrichtenzusammenfassung, laufen über MAI-Voice. Der Name taucht auf der Oberfläche kaum auf, weil Microsoft die Marke Copilot nach außen stellt.

In Wirtschaftsnachrichten liest man MAI dagegen ausgeschrieben. Dort geht es um Ranglisten, in denen Modelle verglichen werden, um Personalwechsel in Suleymans Team oder um das Verhältnis zu OpenAI. Ein häufiger Irrtum ist, MAI sei ein Ersatz für ChatGPT. Bislang setzt Microsoft die Modelle nebeneinander ein und wählt je nach Aufgabe aus.

Zur Einordnung hilft der Vergleich mit anderen Kürzeln. GPT gehört OpenAI, Gemini gehört Google, Llama gehört Meta, Claude gehört Anthropic. MAI ist schlicht Microsofts Eintrag in dieser Liste. Wer die Namen auseinanderhalten kann, versteht die meisten Schlagzeilen zur KI-Branche deutlich schneller.

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