
Vertex AI
Vertex AI ist die Plattform von Google, auf der Unternehmen Programme mit künstlicher Intelligenz bauen und betreiben. Sie stellt fertige Modelle, Rechenleistung und Werkzeuge zum Verwalten an einem Ort bereit, sodass Firmen keine eigenen Rechenzentren brauchen.
Vertex AI ist ein Angebot von Google, das Firmen über das Internet mieten können. Damit lassen sich Programme entwickeln, die aus Beispielen lernen und danach eigenständig Aufgaben lösen. Google stellt dafür die Rechner bereit, die solche Programme brauchen. Es liefert außerdem fertige Sprachprogramme mit, die Texte schreiben oder Fragen beantworten können. Wer Vertex AI nutzt, kauft also keine Hardware, sondern zahlt für die Nutzung nach Verbrauch. Solche Mietangebote im Netz nennt man Cloud-Dienste, und Vertex AI ist der Teil davon, der sich um künstliche Intelligenz kümmert.
Warum Firmen nicht selbst bauen
Moderne KI-Modelle brauchen spezielle Grafikchips, sogenannte GPUs. Ein einzelner solcher Chip kostet schnell mehrere zehntausend Euro. Für das Training eines großen Modells braucht man hunderte davon, oft wochenlang. Für die meisten Unternehmen wäre das eine unsinnige Investition, weil die Chips danach nur herumstehen.
Vertex AI verteilt diese Kosten auf viele Kunden. Eine Bank, die einen Chatbot für ihre Kunden bauen will, mietet die Rechenzeit für ein paar Stunden. Bezahlt wird nur, was tatsächlich verbraucht wurde. Das senkt die Einstiegshürde erheblich und ist der Hauptgrund für den Erfolg solcher Plattformen.
Für Google selbst ist Vertex AI ein wichtiges Geschäftsfeld. Der Konzern konkurriert dabei direkt mit Amazon und Microsoft, die mit Bedrock und Azure AI Foundry ähnliche Plattformen betreiben. In Quartalsberichten von Alphabet, dem Mutterkonzern von Google, taucht das Wachstum der Cloud-Sparte deshalb regelmäßig als eigene Kennzahl auf.
Vom Datensatz bis zur laufenden Anwendung
Vertex AI deckt den gesamten Weg eines KI-Projekts ab. Am Anfang stehen Daten, etwa tausende Kundenanfragen aus dem Support. Diese Daten werden in der Plattform gespeichert und sortiert. Danach wählt man ein Modell aus, das damit lernen soll.
Für die Auswahl gibt es einen Katalog namens Model Garden. Dort liegen Googles eigene Gemini-Modelle, aber auch frei verfügbare Modelle anderer Anbieter. Man kann ein solches Modell unverändert nutzen oder es mit eigenen Daten nachschulen. Dieses Nachschulen heißt Fine-Tuning und macht ein allgemeines Modell für eine bestimmte Aufgabe genauer.
Ist das Modell fertig, wird es als Endpunkt bereitgestellt. Ein Endpunkt ist eine feste Internetadresse, an die ein anderes Programm Fragen schickt und Antworten zurückbekommt. Vertex AI kümmert sich dann darum, dass genug Rechner laufen, wenn viele Anfragen gleichzeitig kommen. Zusätzlich protokolliert die Plattform, wie gut die Antworten sind. So merkt ein Betreiber, wenn das Modell mit der Zeit schlechter wird, weil sich die echten Daten verändert haben.
Vertex AI in Produkten und Schlagzeilen
Als Privatperson nutzt man Vertex AI nie direkt. Man begegnet dem Ergebnis trotzdem ständig. Wenn eine Versicherung einen Chat anbietet, der Vertragsfragen beantwortet, läuft dahinter oft eine Cloud-Plattform wie diese. Auch Suchfunktionen in Onlineshops oder automatische Übersetzungen auf Firmenseiten entstehen häufig so.
In Wirtschaftsnachrichten fällt der Name meist im Zusammenhang mit großen Verträgen. Meldungen wie „Konzern X setzt künftig auf Googles Vertex AI“ sind Hinweise darauf, wie sich der Markt zwischen den drei großen Cloud-Anbietern verteilt. Ein häufiger Irrtum ist dabei, Vertex AI mit Gemini zu verwechseln. Gemini ist ein einzelnes Modell, Vertex AI dagegen die Umgebung, in der dieses und viele andere Modelle betrieben werden.