Series-G-Finanzierungsrunde

Series-G-Finanzierungsrunde

Eine Series-G-Finanzierungsrunde ist die siebte große Runde, in der ein junges Unternehmen Geld von Investoren einsammelt und dafür Firmenanteile abgibt. Sie kommt selten vor und betrifft meist sehr große, milliardenschwere Firmen, die noch nicht an der Börse sind.

Wer eine Firma aufbaut, braucht Geld, bevor er welches verdient. Deshalb verkaufen junge Unternehmen Anteile an sich selbst: Geldgeber zahlen eine Summe und bekommen dafür einen Teil der Firma. Solche Verkäufe passieren in mehreren Schritten, und diese Schritte bekommen Buchstaben. Nach der Startphase folgen Series A, dann B, C und so weiter. Series G ist der siebte dieser Schritte und damit einer der letzten, die überhaupt vorkommen. Die meisten Unternehmen erreichen ihn nie, weil sie vorher aufgeben, verkauft werden oder an die Börse gehen.

Was der Buchstabe G über eine Firma verrät

Der Buchstabe ist kein offizieller Titel. Er ist einfach eine Zählweise, auf die sich die Branche geeinigt hat. Trotzdem sagt er viel aus. Eine Firma bei Series A ist meist ein kleines Team mit einer Idee und ersten Kunden. Eine Firma bei Series G hat oft tausende Mitarbeiter, Umsatz in Milliardenhöhe und Kunden in vielen Ländern.

Zugleich ist ein später Buchstabe ein zwiespältiges Signal. Denn eigentlich gilt der Börsengang als normaler Abschluss dieses Wegs. Wer bei G angekommen ist und immer noch privat Geld einsammelt, hat den Börsengang aufgeschoben. Das kann Stärke bedeuten: Die Firma bekommt privat genug Geld und muss sich keine Aktionäre und Quartalsberichte antun. Es kann aber auch heißen, dass die Börse den Preis nicht zahlen würde, den die privaten Investoren zahlen.

Für Beschäftigte ist die Runde ebenfalls wichtig. Viele bekommen einen Teil ihres Gehalts in Firmenanteilen. Deren Wert hängt direkt davon ab, zu welchem Preis die neue Runde abgeschlossen wird.

Wie sich der Preis einer solchen Runde bildet

Vor jeder Runde wird verhandelt, wie viel die ganze Firma wert sein soll. Diese Zahl heißt Bewertung. Aus ihr ergibt sich der Rest fast automatisch. Ein Beispiel: Die Firma wird mit 20 Milliarden Euro bewertet und sammelt 2 Milliarden ein. Dann gehören den neuen Geldgebern danach rund zehn Prozent der Firma.

Alle bisherigen Eigentümer besitzen anschließend einen kleineren Anteil als vorher. Diesen Effekt nennt man Verwässerung. Er ist nicht automatisch schlecht, denn ein kleinerer Anteil an einer viel wertvolleren Firma kann mehr wert sein als vorher. Entscheidend ist, ob die Bewertung gegenüber der letzten Runde gestiegen ist. Steigt sie, spricht man von einer Up Round. Fällt sie, von einer Down Round.

In späten Runden kommt oft anderes Geld als am Anfang. Nicht mehr nur Wagniskapitalgeber, die auf Risiko setzen, sondern Staatsfonds, Pensionskassen oder große Technologiekonzerne. Diese Investoren lassen sich häufig Sonderrechte zusichern. Ein typisches Beispiel ist die Garantie, im Verkaufsfall ihr Geld vor allen anderen zurückzubekommen.

Series G in KI-Schlagzeilen

In den Nachrichten tauchen späte Runden derzeit vor allem bei KI-Unternehmen auf. Der Grund ist simpel: Das Training großer KI-Modelle verschlingt enorme Summen für Rechenzentren, Spezialchips und Fachleute. Diese Kosten fallen an, lange bevor nennenswerte Einnahmen fließen. Also holen sich die Firmen das Geld in immer neuen Runden, statt an die Börse zu gehen.

Wenn du eine Meldung wie „Firma X schließt Series G über 1,5 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 30 Milliarden ab“ liest, sind zwei Zahlen wichtig. Die eingesammelte Summe zeigt, wie lange die Firma weiterarbeiten kann. Die Bewertung zeigt, was Investoren von ihrer Zukunft halten. Ein häufiger Irrtum ist, die Bewertung für gemessenen Wert zu halten. Sie ist ein Verhandlungsergebnis zwischen wenigen Beteiligten, kein Marktpreis wie an der Börse.

Beachte außerdem: Der Buchstabe folgt keiner festen Regel. Manche Firmen springen Buchstaben, andere hängen Zusätze wie „Series G2“ an. Aussagekräftiger als der Buchstabe sind deshalb immer die Summe, die Bewertung und die Namen der Geldgeber.

Subscribe free. Unsubscribe the second it sucks.

High-signal news across AI, business, UX, and tech. Every morning.