RTF

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RTF ist ein Dateiformat für Texte, das neben den Buchstaben auch die Formatierung speichert, also etwa Fettdruck oder Schriftgröße. Microsoft entwickelte es in den 1980er Jahren, damit Textdokumente zwischen unterschiedlichen Programmen ausgetauscht werden können.

RTF ist eine Art, wie ein Text auf der Festplatte abgelegt wird. Die Abkürzung steht für „Rich Text Format“, also etwa „reichhaltiges Textformat“. Reichhaltig heißt hier: Es wird nicht nur gespeichert, welche Buchstaben im Dokument stehen, sondern auch, wie sie aussehen sollen. Fettdruck, Kursivschrift, Schriftgröße, Absätze und einfache Tabellen bleiben also erhalten. Man erkennt solche Dateien an der Endung „.rtf“ hinter dem Dateinamen. Entwickelt wurde das Format ab 1987 von Microsoft, dem Unternehmen hinter dem Schreibprogramm Word.

Der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Schreibprogrammen

Textprogramme speichern ihre Dokumente normalerweise in eigenen Formaten. Word benutzt „.docx“, andere Programme benutzen etwas anderes. Früher führte das regelmäßig zu Ärger. Wer eine Datei verschickte, konnte nie sicher sein, dass der Empfänger sie überhaupt öffnen konnte.

RTF war die Antwort darauf. Das Format ist offen dokumentiert, jeder Hersteller darf es einbauen. Deshalb versteht es praktisch jedes Schreibprogramm, von Word über LibreOffice bis zu den Bordmitteln von Windows und macOS. Man kann sich RTF als eine gemeinsame Verkehrssprache vorstellen, auf die sich alle einigen können.

Ein zweiter Vorteil ist die Robustheit. Eine RTF-Datei besteht im Kern aus lesbaren Zeichen, nicht aus undurchschaubarem Maschinencode. Solche Dateien überstehen den Transport durch alte E-Mail-Systeme oder Datenbanken besser. Auch in zwanzig Jahren wird man sie noch entziffern können, selbst wenn es das ursprüngliche Programm nicht mehr gibt.

Steuerbefehle mitten im Text

Eine RTF-Datei ist im Grunde reiner Text mit eingestreuten Anweisungen. Diese Anweisungen beginnen alle mit einem Rückwärts-Schrägstrich. Der Befehl „\b“ schaltet Fettdruck ein, „\b0“ schaltet ihn wieder aus. „\par“ bedeutet neuer Absatz, „\fs24“ setzt die Schriftgröße auf zwölf Punkt.

Öffnet man eine RTF-Datei versehentlich in einem einfachen Editor, sieht man genau dieses Durcheinander aus Wörtern und Befehlen. Das Schreibprogramm liest die Befehle und setzt sie in Aussehen um. Der Leser sieht am Ende nur das fertige Dokument. Das Prinzip ähnelt dem, was auch Webseiten mit HTML machen: Der Inhalt und die Anweisungen zur Darstellung stehen in derselben Datei.

Diese Einfachheit hat Grenzen. RTF kann keine komplizierten Layouts, keine Kommentarfunktion und keine nachverfolgten Änderungen wie moderne Formate. Bilder lassen sich zwar einbetten, blähen die Datei aber stark auf. Wer ein anspruchsvolles Dokument in RTF speichert, verliert deshalb oft einen Teil der Feinheiten.

Wo RTF-Dateien heute noch auftauchen

Im Alltag begegnet einem das Format meist unbemerkt. Der Windows-Editor WordPad speicherte standardmäßig in RTF, ebenso das Programm TextEdit auf dem Mac. Behörden und Firmen stellen Formulare gelegentlich als RTF bereit, weil sie sicher sein wollen, dass jeder sie öffnen kann. Auch Zwischenablagen von Betriebssystemen nutzen RTF, wenn man formatierten Text von einem Programm in ein anderes kopiert.

In der Softwareentwicklung dient RTF als Zwischenformat. Programme, die Berichte oder Serienbriefe automatisch erzeugen, geben sie oft als RTF aus. Der Grund ist praktisch: Man kann solche Dateien mit einfachen Mitteln zusammenbauen, ohne die komplizierten Vorgaben moderner Formate zu beachten.

Ein Missverständnis lohnt die Klarstellung. In Nachrichten über künstliche Intelligenz steht „RTF“ manchmal auch für andere Dinge, etwa für Schemata zum Formulieren von Anweisungen an Chatbots. Das hat mit dem Dateiformat nichts zu tun. Insgesamt gilt RTF heute als veraltet: Microsoft empfiehlt es nicht mehr, und WordPad wurde 2024 aus Windows entfernt. Für den Austausch nutzt man inzwischen meist PDF oder das offene Format ODT.

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