Robot-as-a-Service

Robot-as-a-Service bedeutet, dass ein Unternehmen Roboter mietet statt kauft und pro Monat oder pro erledigter Aufgabe bezahlt. Wartung, Software-Updates und oft auch der Austausch defekter Geräte sind im Preis enthalten.

Ein Lagerhaus braucht Maschinen, die Paletten durch die Halle fahren. Der klassische Weg: Die Firma kauft zehn solcher Maschinen für viel Geld und besitzt sie danach. Robot-as-a-Service dreht das um. Die Firma mietet die Maschinen beim Hersteller und zahlt monatlich eine feste Summe oder einen Betrag pro transportierter Palette. Der Hersteller bleibt Eigentümer, kümmert sich um Reparaturen und spielt neue Steuerungsprogramme auf. Das Modell ähnelt einem Handyvertrag mit Gerät: Man nutzt die Technik, ohne sie zu besitzen.

Warum Firmen lieber mieten als kaufen

Ein Industrieroboter kostet je nach Bauart schnell 50.000 bis 200.000 Euro. Diese Summe muss ein Unternehmen auf einen Schlag aufbringen, bevor der Roboter überhaupt einen Cent verdient hat. Für kleine und mittlere Betriebe ist das oft die Hürde, an der die Automatisierung scheitert. Bei einer Miete von wenigen tausend Euro im Monat sieht die Rechnung anders aus. Der Betrieb zahlt aus dem laufenden Geschäft, nicht aus Ersparnissen oder einem Kredit.

Dazu kommt das Risiko. Niemand weiß vorher sicher, ob ein Roboter in der eigenen Halle wirklich funktioniert. Vielleicht sind die Wege zu eng, vielleicht ändert sich die Auftragslage. Wer gekauft hat, sitzt auf einer teuren Maschine, die niemand mehr braucht. Wer mietet, kündigt nach der vereinbarten Laufzeit oder passt die Stückzahl an. Diese Flexibilität ist für viele Kunden das eigentliche Verkaufsargument.

Für die Anbieter hat das Modell einen anderen Reiz. Statt einer einmaligen Zahlung fließt Geld über Jahre hinweg, planbar und regelmäßig. Investoren bewerten solche wiederkehrenden Einnahmen höher als einmalige Verkäufe. Deshalb stellen inzwischen auch etablierte Maschinenbauer Teile ihres Geschäfts auf Miete um.

Was im Mietpreis alles steckt

Ein RaaS-Vertrag umfasst deutlich mehr als das Blech vor Ort. Der Anbieter liefert den Roboter, richtet ihn ein und schult das Personal. Er betreibt außerdem die Software, mit der die Maschine gesteuert und überwacht wird. Diese Software läuft meist nicht im Roboter selbst, sondern in einem Rechenzentrum des Anbieters, das über das Internet erreichbar ist. Man nennt das Cloud: fremde Computer, die man mitbenutzt, statt eigene zu betreiben.

Über diese Verbindung meldet der Roboter laufend Daten zurück, etwa Temperaturen, Fahrstrecken oder Fehlermeldungen. Der Anbieter erkennt daran, wann ein Bauteil wahrscheinlich ausfällt, und tauscht es aus, bevor die Maschine stehen bleibt. Auch neue Fähigkeiten kommen auf diesem Weg: Erkennt die Bilderkennung einen bestimmten Karton nicht, wird das Modell nachtrainiert und das Update aufgespielt. Der Roboter im Lager wird also besser, ohne dass jemand ihn austauscht.

Wichtig ist die Abgrenzung zum reinen Leasing. Beim Leasing finanziert man im Kern nur die Anschaffung, Wartung und Betrieb bleiben Sache des Kunden. Bei Robot-as-a-Service schuldet der Anbieter ein Ergebnis, etwa eine bestimmte Zahl gereinigter Quadratmeter oder kommissionierter Pakete. Manche Verträge rechnen deshalb gar nicht nach Zeit ab, sondern nach erledigter Arbeit.

Wo diese Mietroboter heute arbeiten

Am weitesten verbreitet ist das Modell in Lagerhallen und im Versandhandel. Dort fahren Transportroboter Regale zu den Packstationen, oft hunderte gleichzeitig. Im Weihnachtsgeschäft mietet ein Händler zusätzliche Geräte dazu und gibt sie im Januar wieder ab. Ähnlich läuft es bei Reinigungsrobotern in Flughäfen, Supermärkten und Bahnhöfen, die nachts selbstständig Böden schrubben.

In der Landwirtschaft mieten Betriebe Roboter, die Unkraut zwischen Pflanzenreihen erkennen und mechanisch entfernen. Auch Sicherheitsdienste setzen fahrende Kameraroboter ein, die Gelände abfahren. In der Gastronomie sieht man Servierroboter, die Teller zu den Tischen bringen; auch sie stammen meist aus Mietverträgen.

In Wirtschaftsnachrichten taucht die Abkürzung RaaS auf, wenn Robotikfirmen ihre Geschäftszahlen vorlegen. Analysten achten dann darauf, wie viele Roboter unter Vertrag stehen und wie lange Kunden bleiben. Ein häufiger Irrtum ist, RaaS sei automatisch günstiger. Über acht oder zehn Jahre gerechnet zahlt man beim Mieten oft mehr als beim Kaufen. Man kauft sich damit Planbarkeit und die Freiheit, jederzeit aufzuhören.

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