
Remote Backup
Ein Remote Backup ist eine Sicherheitskopie von Daten, die nicht am selben Ort liegt wie das Original, sondern über das Internet an einen entfernten Standort übertragen wird. So bleiben die Daten auch dann erhalten, wenn am ursprünglichen Ort ein Feuer, ein Diebstahl oder ein technischer Defekt passiert.
Eine Sicherheitskopie ist eine zweite Fassung deiner Dateien, die du behältst, falls die erste verloren geht. Ein Remote Backup ist eine solche Kopie, die absichtlich weit weg vom Original aufbewahrt wird. Die Dateien werden dazu über das Internet auf Computer an einem anderen Ort übertragen. Das Wort „remote“ ist Englisch und bedeutet hier schlicht „entfernt“. Der Gegensatz dazu ist die Kopie auf einer Festplatte, die neben dem Rechner auf dem Schreibtisch liegt. Diese Festplatte hilft bei einem defekten Laptop, aber nicht bei einem Wohnungsbrand.
Warum Entfernung der eigentliche Schutz ist
Die meisten Datenverluste sind langweilig: Eine Festplatte gibt den Geist auf, jemand löscht versehentlich einen Ordner. Dagegen hilft jede Kopie, egal wo sie liegt. Gefährlich sind die Fälle, die den ganzen Standort treffen. Ein Rohrbruch, ein Feuer oder ein Einbruch zerstört Original und Kopie gleichzeitig, wenn beide im selben Raum stehen.
Deshalb gibt es in der IT eine bekannte Faustregel, die 3-2-1-Regel. Sie besagt: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Arten von Speichermedien, davon eine an einem anderen Ort. Das Remote Backup ist genau diese eine Kopie an einem anderen Ort. Ohne sie ist die Regel nicht erfüllt.
Für Firmen kommt ein zweiter Grund dazu: Erpressungssoftware. Solche Programme verschlüsseln alle erreichbaren Dateien und fordern Geld für die Freigabe. Sie befallen dabei oft auch angeschlossene Backup-Festplatten. Eine Kopie, die getrennt und schreibgeschützt woanders liegt, ist häufig die einzige Rettung ohne Lösegeldzahlung.
Vom ersten Vollabzug zu täglichen kleinen Änderungen
Am Anfang steht meist ein vollständiger Abzug aller Daten. Der dauert lange, weil auch bei schnellem Internet einige hundert Gigabyte nicht in Minuten hochgeladen sind. Danach arbeitet die Software inkrementell. Das heißt: Sie überträgt nur noch das, was sich seit der letzten Sicherung verändert hat. Ein täglicher Lauf ist dadurch oft in wenigen Minuten erledigt.
Vor dem Versand werden die Daten in der Regel verschlüsselt, also in eine unlesbare Form gebracht. Bei guten Anbietern passiert das schon auf dem eigenen Gerät. Man spricht dann von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Der Betreiber des entfernten Speichers sieht in diesem Fall nur Zahlensalat und kann die Inhalte selbst nicht lesen. Der Preis dafür: Wer sein Passwort verliert, verliert auch das Backup, denn niemand kann es zurücksetzen.
Ein häufiger Irrtum ist, Remote Backup mit einem Sync-Dienst zu verwechseln. Ein Sync-Dienst spiegelt Ordner in Echtzeit. Löschst du dort eine Datei, verschwindet sie überall. Ein echtes Backup behält alte Stände über Wochen und erlaubt es, zu einem bestimmten Datum zurückzugehen. Diese Zeitreise ist der entscheidende Unterschied.
Vom Handyfoto bis zum Rechenzentrum
Im Alltag begegnet dir das Prinzip täglich, ohne dass jemand das Wort benutzt. Wenn dein Handy nachts im WLAN die Fotos hochlädt, ist das ein Remote Backup. Geht das Gerät verloren, sind die Bilder trotzdem noch da. Auch Spielstände, Kontakte und Chatverläufe werden auf diesem Weg gesichert.
In der Wirtschaft ist daraus ein großer Markt geworden. Anbieter verkaufen Speicherplatz in Rechenzentren als Dienstleistung, oft unter Namen wie Cloud-Backup oder Backup-as-a-Service. Bezahlt wird meist pro Gigabyte und Monat. In Nachrichten taucht das Thema regelmäßig auf, wenn ein Unternehmen nach einem Angriff tagelang stillsteht. Fast immer lautet die Frage dann, ob es eine brauchbare externe Sicherung gab.
Ein praktischer Hinweis zum Schluss: Ein Backup gilt erst dann als funktionierend, wenn man einmal versucht hat, Daten daraus zurückzuholen. Viele Sicherungen laufen jahrelang scheinbar problemlos und sind im Ernstfall unbrauchbar. Fachleute nennen diesen Test Restore-Test und machen ihn regelmäßig.