Routing Number

Routing Number

Eine Routing Number ist eine neunstellige Kennziffer, die in den USA jede Bank eindeutig identifiziert und sicherstellt, dass Geldüberweisungen das richtige Geldinstitut erreichen. Sie funktioniert ähnlich wie eine Postleitzahl – aber für Bankverbindungen statt für Adressen.

Eine Routing Number ist eine neunstellige Zahl, die in den USA jede Bank eindeutig kennzeichnet. Wenn jemand Geld überweist, braucht das Bankennetz eine Adresse: Wohin soll das Geld fließen, und welches Geldinstitut ist zuständig? Die Routing Number gibt genau diese Auskunft. Sie wurde 1910 von der American Bankers Association – kurz ABA – eingeführt, weshalb man sie auch ABA-Nummer nennt. Ohne sie wäre eine automatische Überweisung zwischen Banken nicht möglich.

Warum die Routing Number das Bankensystem zusammenhält

Die USA haben Tausende von Banken und Kreditgenossenschaften. Ohne ein einheitliches Nummernsystem würde eine Überweisung von einer Bank in Texas zu einer Bank in New York schlicht im Nichts enden. Die Routing Number löst dieses Problem: Jede teilnehmende Bank hat mindestens eine solche Nummer, manchmal sogar mehrere – je nach Bundesstaat oder Produkt.

Für Verbraucher ist sie unsichtbar, aber ständig im Einsatz. Wer in den USA ein Gehalt bekommt, per Lastschrift bezahlt oder Steuern erstattet bekommt, ist auf eine korrekte Routing Number angewiesen. Ein einziger falscher Wert kann dazu führen, dass Geld falsch gebucht wird oder tagelang feststeckt.

Aufbau und Lesart der neun Stellen

Die Routing Number besteht aus drei Teilen. Die ersten vier Stellen bezeichnen das Federal Reserve District – also den Bezirk der amerikanischen Zentralbank, der für diese Bank zuständig ist. Die nächsten vier Stellen identifizieren das konkrete Geldinstitut innerhalb dieses Bezirks. Die neunte und letzte Stelle ist eine sogenannte Prüfziffer: Sie wird aus den ersten acht Stellen nach einer festen Rechenformel ermittelt und dient dazu, Tippfehler aufzudecken.

Auf einem amerikanischen Scheck steht die Routing Number unten links in einer speziellen maschinenlesbaren Schrift. Direkt daneben folgt die Kontonummer. Früher lasen Bankmaschinen diese Zeilen mit einem optischen Scanner; heute geschieht das meist digital, aber das Format ist dasselbe geblieben.

Ein häufiger Irrtum: Routing Number und Kontonummer sind nicht dasselbe. Die Routing Number benennt die Bank, die Kontonummer das individuelle Konto. Man braucht immer beide zusammen, damit eine Zahlung ankommt. Ein Vergleich hilft: Die Routing Number ist die Straße, die Kontonummer ist die Hausnummer.

Routing Numbers in der Praxis: Schecks, Apps und internationale Überweisungen

In den USA begegnet man der Routing Number überall, wo Bankdaten eingegeben werden. Wer ein Konto bei einem amerikanischen Zahlungsdienst wie Venmo oder PayPal verknüpft, muss sie zusammen mit der Kontonummer eintragen. Arbeitgeber fragen nach ihr, um Gehälter direkt aufs Konto zu überweisen. Finanzämter nutzen sie, um Steuerrückerstattungen auszuzahlen.

Im Kontext von Tech- und Finanz-News taucht der Begriff vor allem dann auf, wenn über das amerikanische ACH-Netzwerk berichtet wird. ACH steht für Automated Clearing House und ist das System, über das in den USA täglich Milliarden von Dollar automatisch zwischen Banken fließen. Die Routing Number ist dabei der zentrale Schlüssel.

Wer eine internationale Überweisung in die USA schickt, trifft außerdem auf den Begriff SWIFT-Code oder IBAN – beides sind andere Nummernsysteme für den weltweiten Zahlungsverkehr. Die Routing Number funktioniert ausschließlich innerhalb der USA. Für eine Zahlung aus Deutschland auf ein US-Konto reicht sie allein meist nicht aus; viele Banken verlangen dann zusätzlich einen SWIFT-Code der Empfängerbank.

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