IP-Adresse

IP-Adresse

Eine IP-Adresse ist die Zahlenkombination, mit der ein Gerät im Internet eindeutig ansprechbar ist. Sie funktioniert wie eine Postanschrift: Ohne sie wüsste kein Server, wohin er seine Daten schicken soll.

Wenn zwei Geräte über das Internet Daten austauschen, müssen sie sich gegenseitig finden können. Dafür bekommt jedes Gerät eine eigene Kennung aus Zahlen, die IP-Adresse. Sie erfüllt denselben Zweck wie eine Postanschrift auf einem Brief: Sie sagt, wohin etwas geliefert werden soll. Ein Beispiel für eine solche Adresse ist 93.184.216.34. Dein Laptop hat eine, dein Handy hat eine, und jeder Computer, der eine Webseite ausliefert, hat ebenfalls eine. Das Kürzel IP steht für Internet Protocol, also für die Regelsammlung, nach der Geräte im Internet miteinander sprechen.

Warum ohne Adressen kein Datenpaket ankommt

Das Internet verschickt keine kompletten Videos oder Webseiten am Stück. Es zerlegt alles in kleine Datenpakete. Jedes einzelne Paket trägt eine Absender- und eine Empfängeradresse. Ohne diese Angaben wäre ein Paket wie ein Brief ohne Anschrift: Es würde einfach weggeworfen.

IP-Adressen sind auch wirtschaftlich wichtig geworden. Die ältere Version IPv4 erlaubt rund 4,3 Milliarden verschiedene Adressen. Das klang 1981 nach unendlich viel, reicht heute aber längst nicht mehr. Freie IPv4-Adressblöcke werden deshalb gehandelt, oft für mehrere Dutzend Euro pro Adresse. Große Cloud-Anbieter verlangen inzwischen extra Geld dafür, wenn ein Server eine eigene öffentliche Adresse braucht.

Ein zweiter Grund für die Bedeutung ist der Datenschutz. Aus einer IP-Adresse lässt sich grob ableiten, in welcher Region jemand sitzt und welcher Anbieter den Anschluss betreibt. Deutsche Gerichte behandeln IP-Adressen deshalb als personenbezogene Daten. Wer sie speichert, unterliegt den Regeln der Datenschutzgrundverordnung.

Vom Namen zur Nummer und wieder zurück

Menschen merken sich Namen besser als Zahlenreihen. Deshalb tippt man tagesschau.de ein und nicht eine Ziffernfolge. Im Hintergrund fragt dein Gerät einen Namensserver, welche IP-Adresse zu diesem Namen gehört. Dieses Nachschlagesystem heißt DNS. Erst danach beginnt der eigentliche Datenaustausch.

Die meisten Geräte bekommen ihre Adresse nicht fest zugeteilt, sondern geliehen. Dein Router zu Hause vergibt interne Adressen an Handy, Fernseher und Laptop. Nach außen tritt der ganze Haushalt aber oft nur unter einer einzigen Adresse auf. Dieses Verfahren nennt man Adressumsetzung, englisch Network Address Translation. Es ist einer der Gründe, warum die knappen IPv4-Adressen überhaupt noch reichen.

Die neuere Version IPv6 löst das Problem gründlicher. Sie nutzt längere Adressen mit Buchstaben und Zahlen, etwa 2001:0db8:85a3::8a2e:0370:7334. Damit gibt es praktisch unbegrenzt viele Adressen. Beide Versionen laufen seit Jahren parallel, weil sich alte Technik nicht auf einen Schlag umstellen lässt.

Wo dir deine eigene Adresse auffällt

Am deutlichsten merkst du IP-Adressen, wenn ein Dienst dich anhand deines Standorts einordnet. Streaming-Anbieter zeigen im Ausland ein anderes Programm. Suchmaschinen liefern Ergebnisse aus deiner Region. Beides funktioniert über die Adresse, mit der dein Anschluss im Netz erscheint.

In Nachrichten tauchen IP-Adressen meist bei Sicherheitsthemen auf. Nach einem Angriff auf ein Unternehmen heißt es oft, der Angriff sei von bestimmten Adressen ausgegangen. Das ist allerdings ein häufiger Irrtum: Eine IP-Adresse identifiziert einen Anschluss, keine Person. Angreifer nutzen fast immer fremde oder gemietete Rechner als Zwischenstation.

Ein VPN verschiebt genau diesen Punkt. Der Dienst leitet deinen Verkehr über einen eigenen Server um, sodass nach außen dessen Adresse sichtbar wird. Deine echte Adresse kennt dann nur noch der VPN-Anbieter. Verwechseln solltest du die IP-Adresse dabei nicht mit der MAC-Adresse: Die ist fest in der Netzwerkhardware verbaut und gilt nur im lokalen Netz.

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