Futures

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Ein Future ist ein verbindlicher Vertrag, heute einen Preis für eine Ware oder ein Wertpapier festzulegen, das erst zu einem späteren Termin geliefert und bezahlt wird. Futures dienen dazu, sich gegen Preisschwankungen abzusichern – oder auf sie zu wetten.

Ein Future ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien über ein Geschäft in der Zukunft. Beide legen heute fest, zu welchem Preis und an welchem Tag etwas gekauft und verkauft wird. Bezahlt und geliefert wird aber erst an diesem späteren Termin. Ein Beispiel: Ein Bauer und eine Mühle einigen sich im Mai darauf, dass die Mühle im Oktober eine Tonne Weizen für 220 Euro abnimmt. Steigt der Weizenpreis bis dahin auf 300 Euro, muss die Mühle trotzdem nur 220 Euro zahlen. Fällt er auf 150 Euro, bekommt der Bauer trotzdem seine 220 Euro. Der Vertrag gilt für beide Seiten verbindlich, egal wie sich der Preis entwickelt.

Planungssicherheit gegen Preissprünge

Der ursprüngliche Zweck von Futures ist Absicherung. Unternehmen müssen kalkulieren können, was ihre Rohstoffe kosten. Eine Fluggesellschaft, die Kerosin ein Jahr im Voraus zu einem festen Preis sichert, kann ihre Ticketpreise verlässlich planen. Ohne solche Verträge würde jeder Ölpreissprung sofort die gesamte Kalkulation zerstören.

Diese Sicherheit hat einen Preis. Wer sich absichert, verzichtet auf den Gewinn, den eine günstige Preisentwicklung gebracht hätte. Die Fluggesellschaft aus dem Beispiel ärgert sich, wenn Kerosin plötzlich billig wird. Sie hat das bewusst in Kauf genommen: Sie wollte kein Risiko, nicht den maximalen Gewinn. Absicherung ist also kein Geschäft, sondern eine Art Versicherung.

Daneben gibt es eine zweite Gruppe von Beteiligten: Spekulanten, die niemals eine Tonne Weizen sehen wollen. Sie kaufen und verkaufen Futures nur, um an Preisbewegungen zu verdienen. Das klingt zunächst überflüssig, ist aber nützlich. Sie sorgen dafür, dass immer jemand als Gegenpartei bereitsteht, wenn ein Unternehmen sich absichern will.

Standardisierung, Börse und Nachschusspflicht

Futures werden an speziellen Börsen gehandelt, etwa der Eurex in Frankfurt oder der CME in Chicago. Damit das funktioniert, sind die Verträge streng standardisiert. Menge, Qualität, Liefermonat und Lieferort sind fest vorgegeben. Ein Ölfuture lautet beispielsweise immer auf 1.000 Barrel. Dadurch ist jeder Kontrakt mit jedem anderen austauschbar und leicht handelbar.

Beim Abschluss zahlt man nicht den vollen Warenwert, sondern nur eine Sicherheitsleistung. Diese Margin liegt oft bei fünf bis zehn Prozent der Vertragssumme. Mit 10.000 Euro kann man also eine Position von 100.000 Euro kontrollieren. Diese Hebelwirkung vergrößert Gewinne und Verluste im gleichen Maß. Schon eine Preisänderung von zehn Prozent kann den gesamten Einsatz auslöschen.

Zwischen den Parteien steht eine zentrale Gegenpartei, das Clearinghaus. Es rechnet Gewinne und Verluste täglich ab und bucht sie von den Konten der Beteiligten. Reicht die Sicherheitsleistung nicht mehr, kommt ein Margin Call: Man muss Geld nachschießen oder die Position wird zwangsweise geschlossen. Die allermeisten Futures werden übrigens vor dem Liefertermin durch ein Gegengeschäft aufgelöst. Echter Weizen wechselt nur selten den Besitzer.

Ölpreis, Bitcoin und der Blick der Märkte nach vorn

In Nachrichten tauchen Futures ständig auf, oft ohne dass es erklärt wird. Wenn morgens von den US-Futures die Rede ist, sind Kontrakte auf Aktienindizes wie den S&P 500 gemeint. Sie werden fast rund um die Uhr gehandelt und gelten deshalb als Frühindikator für die Börseneröffnung. Auch der viel zitierte Ölpreis ist meist kein Kassapreis, sondern der Preis eines Futures auf Brent- oder WTI-Öl.

Auch im Tech-Bereich spielen Futures eine Rolle. Auf Bitcoin gibt es seit 2017 regulierte Terminkontrakte, über die große Investoren einsteigen können, ohne Kryptowährungen selbst zu verwahren. Rechenzentren sichern sich Strompreise über Energiefutures ab – ein Punkt, der mit dem hohen Energiebedarf von KI-Systemen wichtiger geworden ist.

Ein häufiger Irrtum ist die Verwechslung mit Optionen. Eine Option gibt das Recht, zu kaufen, ein Future die Pflicht. Wer eine Option verfallen lässt, verliert nur den gezahlten Preis dafür. Wer einen Future hält, muss liefern oder abnehmen. Für Privatanleger sind Futures wegen des Hebels und der Nachschusspflicht ein Instrument mit erheblichem Verlustrisiko.

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