
Bluetooth
Bluetooth ist ein Funkstandard, mit dem Geräte über kurze Distanzen ohne Kabel Daten austauschen. Kopfhörer, Autoradios, Smartwatches und Computermäuse verbinden sich darüber mit dem Handy oder Laptop.
Bluetooth ist eine Technik, mit der zwei Geräte über kurze Entfernung per Funk miteinander sprechen. Statt eines Kabels schicken sie ihre Daten als Funkwellen durch die Luft. Die Reichweite liegt bei üblichen Geräten meist bei etwa zehn Metern. Typische Beispiele sind kabellose Kopfhörer, eine Computermaus oder eine Smartwatch am Handgelenk. Damit die Verbindung klappt, müssen sich beide Geräte einmal gegenseitig anmelden. Diesen Vorgang nennt man Koppeln oder Pairing, danach erkennen sie sich automatisch wieder. Der Name stammt übrigens von einem dänischen König aus dem 10. Jahrhundert, Harald Blauzahn, der verfeindete Stämme vereinte.
Warum fast jedes Gerät heute Bluetooth hat
Vor rund 25 Jahren hatte jedes Zubehör seinen eigenen Stecker. Kopfhörer, Maus, Tastatur und Drucker brauchten jeweils ein passendes Kabel. Bluetooth schaffte einen gemeinsamen Standard, an den sich alle Hersteller halten. Deshalb funktionieren Kopfhörer einer beliebigen Marke mit einem Handy einer anderen Marke.
Ein zweiter Grund ist der geringe Stromverbrauch. Seit 2010 gibt es eine sparsame Variante namens Bluetooth Low Energy, kurz BLE. Ein Fitnessarmband oder ein Fahrradsensor kommt damit monatelang mit einer kleinen Knopfzelle aus. Das war die Voraussetzung dafür, dass winzige Geräte überhaupt vernetzt sein können.
Wirtschaftlich ist der Standard ein Milliardenmarkt. Jedes Jahr werden mehrere Milliarden Chips mit Bluetooth ausgeliefert. Wenn Hersteller wie Apple die Kopfhörerbuchse aus Smartphones entfernen, verschiebt das den gesamten Zubehörmarkt. Meldungen über neue Bluetooth-Versionen sind deshalb auch Wirtschaftsnachrichten.
Funkkanäle, Sprünge und die Sache mit dem Koppeln
Bluetooth funkt im sogenannten 2,4-Gigahertz-Band. Dieser Frequenzbereich darf weltweit ohne Lizenz genutzt werden. Dort sind allerdings auch WLAN, Mikrowellen und viele Funkfernbedienungen unterwegs. Es wird also schnell voll und störanfällig.
Dagegen hilft ein Trick namens Frequenzsprungverfahren. Die Geräte wechseln bis zu 1600 Mal pro Sekunde den genauen Funkkanal, nach einem Muster, das beide kennen. Ist ein Kanal gerade gestört, betrifft das nur einen winzigen Bruchteil der Übertragung. Man kann sich das wie ein Gespräch in einem lauten Raum vorstellen, bei dem zwei Personen ständig gemeinsam die Position wechseln.
Beim Koppeln tauschen die Geräte einmalig einen geheimen Schlüssel aus. Damit wird die spätere Verbindung verschlüsselt, sodass Fremde nicht einfach mithören. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Bluetooth automatisch unsicher sei. Sicherheitslücken gab es tatsächlich immer wieder, sie wurden aber meist durch Software-Updates geschlossen. Wichtig bleibt, den Kopplungsmodus nicht dauerhaft offen zu lassen.
Von Autoradio bis Corona-Warn-App
Im Alltag begegnet man Bluetooth vor allem beim Ton. Kabellose Ohrhörer, Lautsprecher und Autoradios verbinden sich darüber mit dem Handy. Auch Spielkonsolen-Controller, Tastaturen und drahtlose Drucker nutzen den Standard. Neuere Geräte werben mit Bluetooth LE Audio, das bei besserer Tonqualität weniger Strom braucht.
Weniger sichtbar arbeitet Bluetooth in der Nähe-Erkennung. Kleine Anhänger wie AirTags melden ihre Position über die Handys anderer Menschen in der Umgebung. Die Corona-Warn-App maß während der Pandemie über Bluetooth, wie nah sich zwei Handys kamen. In Geschäften erkennen Sender, sogenannte Beacons, ob ein Kunde vor einem bestimmten Regal steht.
Wichtig ist die Abgrenzung zu ähnlichen Techniken. WLAN hat mehr Reichweite und Tempo, verbraucht aber deutlich mehr Strom und dient meist dem Internetzugang. NFC funktioniert nur über wenige Zentimeter und steckt im kontaktlosen Bezahlen. Bluetooth besetzt die Lücke dazwischen: ein paar Meter, wenig Strom, direkte Verbindung zwischen zwei Geräten.