Registered Users

Registered Users

Registered Users sind alle Menschen, die sich bei einem Dienst einmal ein Konto angelegt haben. Die Zahl wächst fast nur nach oben und sagt deshalb wenig darüber aus, wie viele Menschen den Dienst wirklich benutzen.

Wer eine App oder eine Webseite benutzen will, muss dort oft zuerst ein Konto anlegen. Man gibt eine E-Mail-Adresse und ein Passwort ein und bekommt dafür einen eigenen Zugang. Jeder Mensch, der das einmal getan hat, zählt für das Unternehmen als Registered User, auf Deutsch: als registrierter Nutzer. Der englische Begriff steht in fast allen Geschäftsberichten, weil diese Berichte international gelesen werden. Wichtig ist dabei ein Detail: Gezählt wird das Anlegen des Kontos, nicht das Benutzen. Wer sich 2019 einmal angemeldet und die App danach nie wieder geöffnet hat, steckt in dieser Zahl bis heute drin.

Warum die Zahl gern zu groß aussieht

Registered Users sind die schmeichelhafteste aller Nutzerzahlen. Sie kann fast nur steigen, denn Konten werden selten gelöscht. Ein Dienst kann also Jahr für Jahr Wachstum melden, obwohl täglich weniger Menschen vorbeikommen. Genau deshalb steht die Zahl so oft ganz oben in Pressemitteilungen.

Fachleute vergleichen sie deshalb immer mit einer zweiten Größe: den aktiven Nutzern. Üblich sind Monthly Active Users, also Menschen, die den Dienst innerhalb eines Monats mindestens einmal geöffnet haben, und Daily Active Users für einen einzelnen Tag. Erst das Verhältnis der beiden Zahlen zeigt etwas. Hat ein Dienst 100 Millionen registrierte Konten, aber nur 5 Millionen aktive Nutzer im Monat, dann ist er praktisch leer.

Für Anleger ist das entscheidend, weil Geld fast nie mit Konten verdient wird. Werbung wird nur gesehen, wenn jemand die App öffnet. Ein Abo bringt nur so lange Umsatz, wie es nicht gekündigt wird. Eine hohe Zahl an Registered Users ohne Aktivität ist also eher ein Warnsignal als ein Erfolg.

Was beim Zählen alles schiefgeht

Ein Konto ist nicht dasselbe wie ein Mensch. Viele Leute haben zwei oder drei Accounts beim selben Dienst, etwa einen privaten und einen für die Schule. Andere melden sich neu an, weil sie ihr Passwort vergessen haben. Jede dieser Anmeldungen erhöht die Zahl um eins, obwohl kein neuer Mensch dazugekommen ist.

Dazu kommen Konten, die gar keinen Menschen dahinter haben. Automatisch erstellte Konten von Programmen, sogenannte Bots, sind bei großen Plattformen ein bekanntes Problem. Manche Firmen bereinigen ihre Zahlen regelmäßig und löschen tote Konten. Dann sinkt die Nutzerzahl plötzlich, ohne dass ein einziger echter Mensch gegangen ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass es keine gesetzlich festgelegte Definition gibt. Jedes Unternehmen entscheidet selbst, was als Registrierung zählt. Ein Konto, das nach der Anmeldung nie bestätigt wurde, zählt bei der einen Firma mit und bei der anderen nicht. Zahlen verschiedener Anbieter lassen sich deshalb nur eingeschränkt vergleichen.

Die Zahl in Quartalsberichten und KI-News

Registered Users tauchen vor allem in Quartalsberichten börsennotierter Unternehmen auf, also in den Zahlen, die eine Firma alle drei Monate veröffentlicht. Streaming-Dienste, soziale Netzwerke, Onlinebanken und Spieleanbieter nennen sie fast immer. Auch Start-ups werben damit, wenn sie neues Geld von Investoren einsammeln wollen.

In den letzten Jahren sind KI-Anbieter dazugekommen. Ein Chatbot meldet dann etwa hundert Millionen registrierte Konten wenige Monate nach dem Start. Solche Zahlen klingen spektakulär, sind aber leicht zu erreichen: Viele Menschen probieren ein neues Werkzeug einmal aus und kehren nie zurück. Wer die Meldung richtig lesen will, sucht nach der Zahl der aktiven oder der zahlenden Nutzer im selben Text.

Als Faustregel gilt: Registered Users beschreiben, wie viele Menschen ein Produkt schon einmal interessant fanden. Aktive Nutzer beschreiben, wie viele es heute noch brauchen. Fehlt in einer Pressemitteilung die zweite Zahl, ist das oft kein Zufall.

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