Kupon

Kupon

Der Kupon ist der feste Zinsbetrag, den der Herausgeber einer Anleihe seinen Geldgebern jedes Jahr auszahlt. Er wird in Prozent des aufgedruckten Nennwerts angegeben und ändert sich während der Laufzeit meist nicht.

Wer sich Geld leiht, zahlt dafür üblicherweise Zinsen. Staaten und große Unternehmen leihen sich Geld nicht nur bei Banken, sondern auch bei vielen Anlegern gleichzeitig. Dafür geben sie Schuldscheine aus, die man Anleihen nennt und die man kaufen und weiterverkaufen kann. Der Kupon ist der Zinsbetrag, den der Schuldner den Besitzern dieser Schuldscheine regelmäßig auszahlt. Er wird als Prozentsatz des aufgedruckten Betrags angegeben, meist einmal oder zweimal im Jahr überwiesen. Der Name stammt aus einer Zeit, als Anleihen noch aus Papier bestanden: Am Rand klebten kleine Abschnitte, die man abschnitt und bei der Bank gegen Geld eintauschte.

Was der Kupon über Vertrauen verrät

Die Höhe des Kupons ist kein Zufall. Sie zeigt, zu welchen Bedingungen ein Schuldner am Markt überhaupt Geld bekommt. Ein Staat, dem alle zutrauen, seine Schulden zurückzuzahlen, kommt mit einem niedrigen Kupon davon. Ein Unternehmen mit wackeliger Bilanz muss deutlich mehr bieten, sonst kauft niemand. Deshalb sprechen Journalisten bei hohen Kupons oft von Ramschanleihen oder auf Englisch von Junk Bonds.

Für Anleger ist der Kupon außerdem eine planbare Einnahme. Anders als eine Aktie, deren Dividende gekürzt oder gestrichen werden kann, ist die Kuponzahlung vertraglich zugesagt. Bleibt sie aus, ist das ein Zahlungsausfall mit ernsten rechtlichen Folgen. Genau diese Verlässlichkeit macht Anleihen für Versicherungen und Pensionskassen attraktiv, die über Jahrzehnte hinweg feste Auszahlungen leisten müssen.

Zugleich ist ein hoher Kupon nie ein Geschenk. Er ist eine Entschädigung für Risiko. Wer neun Prozent Kupon kassiert, trägt eine reale Chance, sein eingesetztes Geld nie wiederzusehen.

Kupon, Kurs und Rendite auseinanderhalten

Der Kupon bezieht sich immer auf den Nennwert, also den aufgedruckten Betrag der Anleihe. Bei einem Nennwert von 1000 Euro und einem Kupon von drei Prozent fließen jedes Jahr 30 Euro. Dieser Betrag steht im Vertrag und bleibt bei den meisten Anleihen bis zur Rückzahlung gleich. Am Ende der Laufzeit bekommt der Besitzer zusätzlich die 1000 Euro zurück.

Der Preis der Anleihe an der Börse schwankt dagegen ständig. Steigen die allgemeinen Zinsen, wirken alte Anleihen mit niedrigem Kupon unattraktiv. Ihr Kurs sinkt so lange, bis der feste Kuponbetrag im Verhältnis zum niedrigeren Kaufpreis wieder konkurrenzfähig ist. Fallen die Zinsen, passiert das Gegenteil und die Kurse steigen.

Daraus ergibt sich der wichtigste Unterschied dieses Themas. Der Kupon ist fix, die Rendite nicht. Rendite heißt der tatsächliche Ertrag, gerechnet auf den Preis, den man wirklich bezahlt hat. Wer die genannte Anleihe für 900 Euro kauft, erhält weiterhin 30 Euro Kupon, erzielt damit aber gut 3,3 Prozent Rendite. Es gibt auch Anleihen ganz ohne Kupon, sogenannte Nullkuponanleihen. Sie werden unter Nennwert verkauft, und der Gewinn entsteht allein bei der Rückzahlung.

Kupons in Börsennachrichten und im Depot

In Finanznachrichten taucht der Begriff meist bei Neuemissionen auf. Dann heißt es etwa, ein Konzern habe eine Anleihe über 500 Millionen Euro mit einem Kupon von 4,25 Prozent begeben. Diese Zahl verrät, wie teuer Schulden für dieses Unternehmen gerade sind. Vergleicht man sie mit früheren Emissionen, sieht man sofort, ob die Finanzierungskosten gestiegen sind.

Auch im Zusammenhang mit Zentralbanken fällt das Wort. Erhöht die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen, müssen neue Anleihen höhere Kupons bieten. Ältere Papiere im Depot verlieren dann an Kurswert, obwohl ihre Zinszahlung unverändert weiterläuft. Genau dieser Effekt sorgte 2022 für Verluste in vielen Rentenfonds, also in Fonds, die überwiegend Anleihen halten.

Ein häufiger Irrtum lautet, ein hoher Kupon bedeute automatisch ein gutes Geschäft. Entscheidend ist immer, was man für die Anleihe bezahlt und wie sicher der Schuldner ist. Wer selbst investiert, findet den Kupon im Wertpapierprospekt und in jeder Depotübersicht. Die Zahlung erscheint dort als regelmäßiger Geldeingang, üblicherweise zu einem festen Termin im Jahr.

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