Gemini-App

Gemini-App

Die Gemini-App ist das Programm von Google, mit dem man dessen KI-Modelle direkt benutzt: Man tippt oder spricht eine Frage und erhält eine Antwort in normaler Sprache. Sie ist für Google das Schaufenster, in dem die eigene KI-Technik bei normalen Nutzern ankommt.

Die Gemini-App ist ein Programm von Google für Handy, Tablet und Browser. Man stellt darin eine Frage in normaler Sprache, und es antwortet in normaler Sprache. Dahinter steckt ein Computerprogramm, das aus riesigen Mengen Text gelernt hat, wie Sprache funktioniert. Solche Programme nennt man Sprachmodelle, und Googles Familie davon heißt Gemini. Die App ist also nur die Bedienoberfläche: das Fenster, durch das man mit dieser Technik spricht. Neben Text kann man auch Bilder, Fotos oder Dokumente hochladen und dazu Fragen stellen.

Googles Antwort auf ChatGPT

Google verdient seit Jahrzehnten sein Geld mit der Suche. Wer etwas wissen will, tippt es ein, klickt auf Links und sieht dabei Werbung. Wenn Nutzer ihre Fragen stattdessen einer KI stellen, die direkt antwortet, gerät dieses Geschäft unter Druck. Genau das passierte, als Ende 2022 ChatGPT von der Firma OpenAI erschien und in wenigen Monaten Millionen Nutzer gewann.

Die Gemini-App ist Googles direkte Reaktion darauf. Sie hieß zuerst Bard und wurde 2024 in Gemini umbenannt, passend zum Namen der Modelle. Für Anleger ist die App deshalb ein Messwert: Wie viele Menschen benutzen sie regelmäßig? Wie schnell wächst die Zahl im Vergleich zu ChatGPT? Google nennt solche Nutzerzahlen inzwischen in seinen Quartalsberichten, weil der Aktienmarkt genau darauf schaut.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen App und Modell. Das Modell ist der lernende Teil, die App ist die Verpackung. Google baut die gleiche Technik auch in Gmail, in Android und in die Suche ein. Die App ist trotzdem besonders, weil man dort die neuesten Funktionen zuerst zu sehen bekommt.

Vom Eintippen bis zur Antwort

Wenn du etwas eintippst, passiert die eigentliche Rechenarbeit nicht auf deinem Handy. Deine Eingabe wird an Googles Rechenzentren geschickt. Dort läuft das Modell auf spezialisierten Chips und berechnet die Antwort Wort für Wort. Jedes neue Wort wird aus dem gewählt, was statistisch am besten passt. Das Ergebnis kommt zurück und erscheint auf deinem Bildschirm, oft während es noch entsteht.

Die App bietet meist mehrere Modellstufen an. Eine schnelle, günstige Variante beantwortet einfache Fragen. Eine stärkere Variante nimmt sich mehr Rechenzeit für schwierige Aufgaben, etwa Mathematik oder längere Analysen. Diese stärkeren Stufen sind häufig an ein Abo gebunden, weil jede Antwort Rechenkosten verursacht.

Ein verbreiteter Irrtum ist, die App würde in einer Datenbank nachschlagen. Das tut sie normalerweise nicht. Sie erzeugt Sprache, die plausibel klingt, und kann dabei Dinge erfinden. Solche selbstsicher vorgetragenen Falschaussagen nennt man Halluzinationen. Deshalb kann Gemini für aktuelle Fragen zusätzlich eine echte Web-Suche starten und Quellen verlinken.

Gemini auf dem Handy und in den Schlagzeilen

Auf neueren Android-Handys ersetzt Gemini den alten Google Assistant. Man hält eine Taste gedrückt oder sagt einen Weckruf und stellt seine Frage. Viele Leute nutzen die App zum Zusammenfassen von Texten, zum Üben von Vokabeln, zum Erklären von Hausaufgaben oder zum Schreiben von Bewerbungen. Fotografiert man eine Mathematikaufgabe, versucht die App, den Rechenweg zu erklären.

In Nachrichtenmeldungen tauchen dabei immer die gleichen Themen auf. Erstens Nutzerzahlen und Marktanteile gegen ChatGPT. Zweitens Pannen, etwa falsche historische Angaben oder unpassend erzeugte Bilder. Drittens der Datenschutz, weil Unterhaltungen zur Verbesserung der Modelle ausgewertet werden können. Wer sensible Dinge eingibt, sollte die Einstellungen zum Aktivitätsverlauf kennen.

Für die Einordnung hilft ein Vergleich: ChatGPT gehört zu OpenAI, Copilot zu Microsoft, Claude zu Anthropic. Alle sind Bedienoberflächen für ähnliche Technik. Die Gemini-App unterscheidet sich vor allem durch die enge Verbindung zu Googles eigenen Diensten wie Suche, Maps, YouTube und Gmail.

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