CarPlay

CarPlay

CarPlay ist eine Technik von Apple, die den Bildschirm im Auto zur Fernbedienung für das iPhone macht. Navigation, Musik und Nachrichten laufen dabei auf dem Telefon, angezeigt und bedient werden sie aber im Auto.

Viele neue Autos haben einen Bildschirm in der Mittelkonsole. CarPlay von Apple sorgt dafür, dass auf diesem Bildschirm eine vereinfachte Oberfläche des iPhones erscheint. Man verbindet das Telefon per Kabel oder drahtlos mit dem Auto, dann tauchen große Symbole für Karten, Musik und Telefon auf. Die Programme laufen weiter auf dem Telefon, das Auto liefert nur Bildschirm, Lautsprecher, Mikrofon und die Knöpfe am Lenkrad. Der Fahrer muss also nicht mehr am Handy in der Hand herumtippen. Das Gegenstück für Telefone mit dem Betriebssystem Android heißt Android Auto und funktioniert nach demselben Prinzip.

Warum Autohersteller darum streiten

Der Bildschirm im Auto ist ein wertvoller Platz. Wer ihn kontrolliert, entscheidet, welche Navigation, welcher Musikdienst und welche Werbung dort erscheinen. Genau deshalb ist CarPlay für die Autoindustrie ein empfindliches Thema. Apple sitzt plötzlich zwischen dem Hersteller und dem Kunden.

Für Käufer ist der Nutzen dagegen deutlich. Die Software vieler Autohersteller wirkt neben der Handy-Oberfläche altmodisch und wird selten aktualisiert. Ein Auto bleibt zehn Jahre und länger im Betrieb, ein Telefon wird alle zwei bis drei Jahre ersetzt. Über CarPlay bekommt also auch ein älteres Auto immer die aktuelle Karten- und Verkehrsdatenlage.

Manche Hersteller versuchen deshalb, eigene Systeme durchzusetzen. General Motors hat CarPlay bei neuen Elektroautos gestrichen und setzt auf eine eigene Oberfläche mit Google-Diensten. Solche Entscheidungen sorgen regelmäßig für Ärger bei Kunden und werden in Tech-Nachrichten breit diskutiert. Andere Marken gehen den umgekehrten Weg und binden CarPlay tiefer ein als früher.

Was zwischen iPhone und Armaturenbrett passiert

Technisch ist CarPlay in erster Linie eine Bildübertragung mit Rückkanal. Das iPhone berechnet die Anzeige und schickt sie als Videostrom an das Auto. Umgekehrt meldet das Auto jede Berührung des Bildschirms, jeden Dreh am Regler und jedes Sprachkommando zurück an das Telefon. Bei der drahtlosen Variante läuft das über WLAN, verbunden wird zuerst über Bluetooth.

Apple gibt Entwicklern feste Vorlagen für die Bedienoberfläche vor. Eine Karten-App darf also nur bestimmte Bausteine benutzen, etwa Listen mit wenigen Zeilen und große Schaltflächen. Das ist keine Schikane, sondern eine Sicherheitsmaßnahme: Der Blick soll nur kurz vom Verkehr weggehen. Videos abspielen oder frei im Internet surfen lässt CarPlay deshalb gar nicht zu.

Die neuere Ausbaustufe heißt CarPlay Ultra und geht weiter. Sie bespielt zusätzlich die Instrumententafel hinter dem Lenkrad, also Tacho und Drehzahl. Dafür muss der Hersteller Daten aus dem Fahrzeug freigeben, etwa Geschwindigkeit oder Klimaanlage. Das setzt eine engere Zusammenarbeit voraus und gibt es bisher nur bei wenigen Marken, zuerst bei Aston Martin.

CarPlay im Alltag und beim Autokauf

Am häufigsten begegnet man CarPlay in Mietwagen und in Autos von Freunden oder Eltern. Man steckt das Kabel ein, und Apple Karten oder Google Maps erscheinen groß auf dem Bildschirm. Nachrichten liest die Sprachassistentin Siri vor, geantwortet wird per Sprache. Auch Spotify, Podcast-Apps und WhatsApp-Anrufe funktionieren auf diesem Weg.

Beim Autokauf steht CarPlay in fast jeder Ausstattungsliste. Achten muss man auf zwei Details: ob die drahtlose Variante dabei ist und ob sie zum eigenen Telefon passt. Nachrüsten lässt sich CarPlay oft mit einem neuen Radio aus dem Zubehörhandel. Für ältere Autos ist das die günstigste Möglichkeit, moderne Navigation zu bekommen.

Ein verbreiteter Irrtum: CarPlay steuert nicht das Auto. Es hat nichts mit autonomem Fahren, Assistenzsystemen oder dem Motor zu tun. Es ist reine Unterhaltung und Information, streng getrennt von der Fahrzeugtechnik. Auch die frühere Idee eines eigenen Apple-Autos hatte damit nichts zu tun; dieses Projekt wurde 2024 eingestellt.

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