
Wearables
Wearables sind kleine Computer, die man am Körper trägt – etwa Smartwatches, Fitnessarmbänder, smarte Ringe oder Datenbrillen. Sie messen laufend Körperdaten und Bewegungen und schicken diese an ein Handy oder an Rechenzentren im Internet.
Wearables sind Geräte, die man wie ein Kleidungsstück oder Schmuckstück am Körper trägt. Der Name kommt vom englischen « to wear », also tragen. Typische Beispiele sind Smartwatches, Fitnessarmbänder, Ringe mit eingebauten Sensoren und Brillen mit Bildschirm. Im Inneren steckt jeweils ein kleiner Computer mit Messfühlern, einem Akku und einer Funkverbindung. Anders als ein Handy zieht man Wearables nicht bei Bedarf aus der Tasche. Sie sind rund um die Uhr am Körper und messen deshalb auch dann weiter, wenn man gerade nicht daran denkt.
Warum Firmen um das Handgelenk kämpfen
Der Markt für Wearables ist groß geworden. Weltweit werden jedes Jahr weit über 500 Millionen solcher Geräte verkauft. Apple, Samsung, Google und chinesische Hersteller wie Xiaomi und Huawei teilen sich den größten Teil davon. Für Anleger ist das interessant, weil die Geräte nicht nur einmal Geld bringen. Viele Anbieter verkaufen zusätzlich ein Abo für Trainingspläne oder Gesundheitsauswertungen.
Der zweite Grund ist wertvoller als der Umsatz selbst: die Daten. Ein Fitnessarmband weiß, wann du schläfst, wie fit du bist und wie oft du dich bewegst. Solche Informationen sind für Krankenkassen, Versicherer und Forschungsteams sehr aussagekräftig. Genau deshalb sind Wearables auch ein Dauerthema beim Datenschutz. Gesundheitsdaten gelten in der EU als besonders schützenswert und dürfen nicht einfach weiterverkauft werden.
Ein dritter Punkt ist die Bindung an ein System. Wer eine Apple Watch trägt, wechselt selten zu einem Android-Handy, weil die Uhr dann kaum noch funktioniert. Diese Abhängigkeit nennt man Lock-in-Effekt. Für Hersteller ist sie ein starkes Verkaufsargument, für Kunden eher ein Nachteil.
Von der Sensormessung zur Zahl auf dem Display
Im Gerät sitzen mehrere Sensoren, also Messfühler für die Umwelt oder den Körper. Ein Beschleunigungssensor merkt, wie sich der Arm bewegt, und zählt daraus Schritte. Ein optischer Sensor leuchtet mit grünem Licht in die Haut und misst, wie viel davon zurückkommt. Weil Blut Licht anders schluckt als Gewebe, lässt sich am Rhythmus dieses Signals der Puls ablesen. Weitere Sensoren messen Hauttemperatur oder den Sauerstoffgehalt im Blut.
Diese Rohmessungen sind zunächst nur eine Flut von Zahlen und ziemlich verrauscht. Erst Software macht daraus verständliche Aussagen. Dabei kommen häufig lernende Programme zum Einsatz, die an Tausenden Beispielmessungen trainiert wurden. Sie erkennen zum Beispiel am Muster von Puls und Bewegung, ob jemand schläft, joggt oder Rad fährt. Ein Teil dieser Rechnung passiert direkt im Gerät, ein anderer Teil auf den Servern des Herstellers.
Die größte technische Hürde ist der Strom. Ein Wearable hat nur einen winzigen Akku, soll aber tagelang durchhalten. Deshalb messen viele Sensoren nicht durchgehend, sondern nur in kurzen Abständen. Ein häufiger Irrtum ist, die angezeigten Werte für medizinisch exakt zu halten. Eine Smartwatch ist kein Messgerät aus der Klinik, sondern liefert Schätzungen mit spürbarer Abweichung.
Smartwatch, Datenbrille und der Blick nach vorn
Am bekanntesten ist die Smartwatch am Handgelenk. Sie zeigt Nachrichten an, misst den Puls und kann bei manchen Modellen einen Sturz erkennen und automatisch Hilfe rufen. Daneben gibt es schlichte Fitnessarmbänder ohne großes Display und smarte Ringe, die vor allem den Schlaf auswerten. Auch Kopfhörer mit Sprachassistent zählen im weiteren Sinne dazu.
In den Wirtschaftsnachrichten tauchen Wearables derzeit vor allem wegen Brillen auf. Meta, Google und Apple stecken Milliarden in Datenbrillen, die Informationen ins Sichtfeld einblenden. Sprachmodelle wie die hinter ChatGPT machen solche Geräte praktischer, weil man einfach reden kann statt zu tippen. Ob sich Brillen im Alltag durchsetzen, ist bislang offen. Preis, Akkulaufzeit und die Frage, wer von einer Kamera im Gesicht gefilmt wird, sind ungelöst.
Im Alltag begegnen dir Wearables auch im Sportverein oder in der Klinik. Profimannschaften messen damit die Belastung ihrer Spieler, Ärzte nutzen zugelassene Geräte zur Überwachung des Herzrhythmus. Wichtig ist die Unterscheidung: Ein Consumer-Gerät aus dem Elektronikmarkt ist kein Medizinprodukt. Nur wenige Funktionen sind offiziell geprüft und für die Diagnose zugelassen.