
URL-Parameter
URL-Parameter sind Zusatzangaben, die hinter einem Fragezeichen an eine Webadresse angehängt werden und der Seite mitteilen, was genau sie anzeigen soll. Sie steuern Suchergebnisse, Filter, Sprachversionen und werden auch zur Herkunftsmessung von Klicks genutzt.
Jede Webseite hat eine Adresse, die man oben im Browser sieht. Oft steht am Ende dieser Adresse noch ein Fragezeichen, gefolgt von weiteren Zeichen. Alles, was nach diesem Fragezeichen kommt, sind URL-Parameter. Sie sind Zusatzinformationen, die der Computer auf der Gegenseite mitgeliefert bekommt. Ein Beispiel: Bei einer Videoplattform bedeutet der Anhang « ?v=abc123 », dass genau das Video mit der Kennung abc123 abgespielt werden soll. Die Adresse selbst sagt also, welche Seite geöffnet wird, die Parameter sagen, was diese Seite konkret zeigen soll.
Warum Adressen mehr können müssen als eine Seite benennen
Ohne Parameter bräuchte man für jede denkbare Variante einer Seite eine eigene Adresse. Ein Onlineshop mit Schuhen in zwanzig Größen, zehn Farben und drei Preisstufen käme so auf hunderte fest angelegte Seiten. Mit Parametern reicht eine einzige Seite, die sich je nach Anhang anders zusammensetzt. Das spart Aufwand und macht das Angebot flexibel.
Ein zweiter Vorteil ist, dass sich der Zustand einer Seite teilen lässt. Wer eine Suche nach roten Sneakern in Größe 43 gefiltert hat, kann die Adresse kopieren und verschicken. Beim Empfänger erscheint exakt dieselbe gefilterte Ansicht. Ohne Parameter wäre die Auswahl nur im eigenen Browser gespeichert und nicht weitergebbar.
Wichtig ist aber auch die Kehrseite. Parameter sind für jeden sichtbar und lassen sich von Hand verändern. Eine Adresse mit « ?user=admin » darf deshalb niemals allein darüber entscheiden, wer Zugriff auf etwas hat. Wer Sicherheit über URL-Parameter regelt, baut ein Schloss, dessen Schlüssel außen an der Tür klebt.
Fragezeichen, Gleichheitszeichen, Und-Zeichen
Der Aufbau folgt immer demselben Muster. Das Fragezeichen trennt die eigentliche Adresse von den Parametern. Danach folgt ein Name, ein Gleichheitszeichen und ein Wert, etwa « sprache=de ». Sollen mehrere Angaben mitgeschickt werden, verbindet man sie mit einem Und-Zeichen: « ?sprache=de&sortierung=preis ». Man kann sich das wie ein Formular vorstellen, dessen ausgefüllte Felder in einer Zeile aneinandergehängt werden.
Nicht alle Zeichen sind in einer Adresse erlaubt. Leerzeichen, Umlaute oder das Und-Zeichen selbst würden die Struktur zerstören. Deshalb werden solche Zeichen umkodiert, ein Leerzeichen wird beispielsweise zu « %20 » oder zu einem Pluszeichen. Dieses Verfahren heißt URL-Encoding und passiert automatisch im Hintergrund.
Der Server, also der Computer, der die Seite ausliefert, liest die Parameter aus und reagiert darauf. Er sucht in seiner Datenbank nach passenden Einträgen und baut die Seite entsprechend zusammen. Manchmal wertet aber auch nur der Browser selbst die Angaben aus, ohne dass etwas Neues geladen wird. Welche Namen ein Dienst versteht, legt der Betreiber fest. Unbekannte Parameter werden schlicht ignoriert.
Von Suchtreffern bis zur Werbemessung
Am häufigsten begegnen einem Parameter bei Suchmaschinen. Der eingetippte Begriff landet direkt in der Adresse, meist als « q= » oder « search= ». Auch Seitenzahlen in langen Listen, Sprachumschalter und Filter in Shops funktionieren so. Wer einmal darauf achtet, entdeckt sie auf fast jeder größeren Website.
Eine eigene Rolle spielen Parameter im Marketing. Angehängte Kürzel wie « utm_source » verraten dem Betreiber, über welchen Kanal ein Besucher gekommen ist, etwa über eine E-Mail oder eine Anzeige. Diese Angaben ändern an der angezeigten Seite nichts, sie dienen nur der Auswertung. Deshalb tauchen sie oft auf, wenn man Links aus Newslettern oder sozialen Netzwerken öffnet.
In der Technikwelt hört man Parameter auch im Zusammenhang mit Schnittstellen, über die Programme Daten austauschen. Ein KI-Dienst kann so etwa das gewünschte Modell oder das Ausgabeformat übermittelt bekommen. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Parameter dasselbe seien wie Cookies. Cookies bleiben im Browser gespeichert, Parameter gelten nur für einen einzigen Aufruf und verschwinden danach wieder.