Robotaxi
Ein Robotaxi ist ein Taxi, das ohne Fahrer unterwegs ist und seine Route selbst steuert. Gebucht wird es per App, die Technik dahinter besteht aus Sensoren, Karten und Software, die aus Beispielfahrten gelernt hat.
Ein Robotaxi ist ein Taxi ohne Fahrer. Man bestellt es über eine App auf dem Handy, es hält am Bordstein, man steigt hinten ein und wird zum Ziel gebracht. Auf dem Fahrersitz sitzt niemand, das Lenkrad bewegt sich von allein. Das Auto entscheidet selbst, wann es bremst, abbiegt oder einem Fußgänger den Vortritt lässt. Möglich wird das durch viele Messgeräte auf dem Dach und an den Stoßstangen sowie durch Software, die aus Millionen gefahrenen Kilometern gelernt hat. Robotaxis fahren heute nicht überall, sondern nur in genau festgelegten Stadtgebieten, die vorher sehr genau vermessen wurden.
Was am fahrerlosen Taxi für Städte und Autobauer auf dem Spiel steht
Bei einer normalen Taxifahrt ist der größte Kostenpunkt der Mensch am Steuer. Fällt dieser Posten weg, könnte eine Fahrt deutlich billiger werden. Genau darauf setzen die Unternehmen, die Milliarden in die Technik stecken. Ob die Rechnung aufgeht, ist offen: Sensoren, Wartung und Fernüberwachung kosten ebenfalls viel Geld.
Für Städte hängt daran mehr als der Fahrpreis. Wenn Fahrten sehr günstig werden, steigen manche Menschen vom Bus aufs Robotaxi um. Dann kann es mehr Verkehr geben statt weniger. Andere Fachleute erwarten das Gegenteil: Wer kein eigenes Auto mehr braucht, gibt Parkplätze frei. Welche Wirkung überwiegt, weiß man erst nach Jahren im echten Betrieb.
Ein dritter Punkt ist die Sicherheit. Menschen verursachen Unfälle durch Ablenkung, Müdigkeit und Alkohol. Ein Computer kennt diese Probleme nicht. Dafür macht er Fehler, die einem Menschen nie passieren würden, etwa wenn eine ungewöhnliche Situation im Training nie vorkam. Deshalb prüfen Behörden Unfallzahlen von Robotaxis sehr genau, oft einzeln und öffentlich.
Sensoren, Karten und der Mensch in der Leitstelle
Ein Robotaxi muss zuerst wissen, was um es herum passiert. Dafür sitzen Kameras, Radar und meist auch Lidar am Fahrzeug. Lidar ist ein Laserscanner, der die Umgebung abtastet und daraus ein dreidimensionales Abbild erzeugt. Radar misst über Funkwellen Abstände und Geschwindigkeiten, auch bei Regen und Nebel. Die Software fügt alle Messungen zu einem einzigen Lagebild zusammen.
Dazu kommt eine hochgenaue Karte. Sie ist viel detaillierter als eine Navigations-App und kennt jede Haltelinie und jeden Bordstein zentimetergenau. Das Auto vergleicht ständig das, was seine Sensoren sehen, mit dieser Karte. So weiß es sehr genau, wo es steht. Weil solche Karten aufwendig erstellt werden müssen, sind Robotaxis auf einzelne Städte beschränkt.
Der letzte Schritt ist die Entscheidung: bremsen, ausweichen, warten. Dieser Teil wurde großenteils aus aufgezeichneten Fahrten gelernt, ähnlich wie ein Sprachmodell aus Texten lernt. Bei kniffligen Lagen, etwa einer Baustelle mit Handzeichen, meldet sich das Auto bei einer Leitstelle. Dort gibt ein Mensch aus der Ferne einen Hinweis, welchen Weg das Fahrzeug nehmen soll. Er lenkt also nicht mit, sondern gibt eine Freigabe.
Waymo, Tesla und warum in Deutschland kaum eins fährt
In den USA sind Robotaxis Alltag geworden. Waymo, eine Tochterfirma des Google-Konzerns, fährt in San Francisco, Phoenix und Los Angeles und meldet Hunderttausende bezahlte Fahrten pro Woche. Tesla hat 2025 einen eigenen Dienst in Austin gestartet, zunächst mit Sicherheitspersonal an Bord. In China betreiben Baidu und Pony.ai ähnliche Flotten in mehreren Millionenstädten.
In Deutschland sieht man dagegen fast nur Testfahrzeuge. Das liegt weniger an der Technik als an den Regeln und am Wetter: Schnee und dichter Nebel machen Sensoren zu schaffen. Rechtlich gibt es seit 2021 zwar einen Rahmen für fahrerlose Fahrzeuge, doch die Genehmigungen gelten bisher für kleine Gebiete. Erste Projekte laufen etwa in Hamburg und München.
In Wirtschaftsnachrichten taucht der Begriff vor allem bei Aktienkursen auf. Bei Tesla, Uber oder Waymos Mutterkonzern Alphabet hängt ein Teil der Bewertung an der Hoffnung auf fahrerlose Flotten. Ein häufiger Irrtum dabei: Ein Assistenzsystem, das auf der Autobahn die Spur hält, ist noch kein Robotaxi. Dort muss ein Mensch jederzeit eingreifen können, beim Robotaxi sitzt keiner mehr am Steuer.