
Google Analytics
Google Analytics ist ein kostenloser Dienst von Google, mit dem Betreiber einer Webseite messen, wie viele Menschen sie besuchen und was diese dort tun. Die Daten helfen, Inhalte und Werbung zu bewerten, werfen aber auch Fragen zum Datenschutz auf.
Wer eine Webseite betreibt, sieht zunächst nicht, wer sie besucht. Google Analytics schließt diese Lücke. Es ist ein Dienst der Firma Google, den man kostenlos in die eigene Seite einbauen kann. Danach zeigt eine Übersicht, wie viele Menschen die Seite aufgerufen haben, welche Unterseiten sie angesehen haben und wie lange sie geblieben sind. Auch das Gerät, das ungefähre Land und der Weg zur Seite werden erfasst, etwa ob jemand über eine Suchmaschine oder über einen Link bei Instagram kam. Der Dienst ist seit Jahren das meistgenutzte Werkzeug dieser Art im Internet.
Warum fast jede Webseite gemessen wird
Ohne Messung bleibt jede Entscheidung über eine Webseite Vermutung. Ein Onlineshop weiß sonst nicht, ob Kunden beim Bezahlvorgang abspringen. Eine Nachrichtenseite weiß nicht, welche Themen gelesen werden. Google Analytics macht solche Muster in Zahlen sichtbar. Deshalb steckt der Dienst auf Millionen Seiten weltweit.
Besonders wichtig ist er für Werbung. Wer Geld für Anzeigen ausgibt, will wissen, ob daraus Käufe entstehen. Analytics kann verfolgen, ob ein Besucher nach dem Klick auf eine Anzeige tatsächlich bestellt hat. Diese Verbindung von Ausgabe und Ergebnis nennt man im Marketing Konversion. Sie ist der Grund, warum Firmen ungern auf solche Werkzeuge verzichten.
Gleichzeitig ist der Dienst umstritten. Mehrere europäische Datenschutzbehörden haben um 2022 entschieden, dass der Einsatz in bestimmten Konfigurationen gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung verstößt. Der Kern des Streits: Daten europäischer Nutzer landeten auf Servern in den USA. Seither müssen Seitenbetreiber genauer prüfen, wie und ob sie messen dürfen.
Vom Zählpixel zum Ereignisprotokoll
Technisch funktioniert Analytics über ein kleines Stück Programmcode. Dieses Skript baut der Betreiber in seine Seite ein. Beim Aufruf der Seite lädt der Browser das Skript mit und schickt eine Meldung an Google. Diese Meldung enthält unter anderem die aufgerufene Adresse, die Bildschirmgröße und die IP-Adresse, also die Netzwerkkennung des Anschlusses.
Um denselben Besucher wiederzuerkennen, wurden lange sogenannte Cookies genutzt. Das sind kleine Textdateien, die der Browser speichert. Sie enthalten eine zufällige Nummer, an der die Seite den Besucher beim nächsten Mal erkennt. Ein Name steht dort nicht drin, ein Wiedererkennungswert aber schon. Genau deshalb muss in der EU vorher um Erlaubnis gefragt werden, was die bekannten Cookie-Banner erklärt.
Die aktuelle Version heißt Google Analytics 4 und arbeitet anders als ihr Vorgänger. Früher stand der Seitenaufruf im Mittelpunkt. Heute wird jede Handlung als einzelnes Ereignis gespeichert, etwa ein Klick, ein Scrollvorgang oder das Starten eines Videos. Das passt besser zu Apps, wo es gar keine klassischen Seiten gibt. Ein häufiger Irrtum ist übrigens, die Zahlen für exakt zu halten. Werbeblocker und abgelehnte Cookie-Abfragen sorgen dafür, dass ein Teil der Besucher nie auftaucht.
Zwischen Cookie-Banner und Quartalszahlen
Am sichtbarsten begegnet dir Analytics beim Cookie-Banner. Wenn dort in der Detailliste ein Eintrag wie « Google Analytics » auftaucht, entscheidest du gerade, ob dein Besuch gezählt werden darf. Lehnst du ab, funktioniert die Seite trotzdem. Nur die Statistik des Betreibers wird ungenauer.
In Wirtschaftsnachrichten tauchen die Zahlen indirekt auf. Wenn eine Nachrichtenseite von Reichweite spricht oder ein Shop von Besucherzahlen berichtet, stammen diese Werte oft aus solchen Messwerkzeugen. Auch Bußgelder und Gerichtsurteile zum Datenschutz erwähnen den Dienst regelmäßig namentlich.
Es gibt Alternativen, die bewusst weniger erfassen, etwa Matomo oder Plausible. Sie speichern Daten teilweise auf europäischen Servern und verzichten auf Wiedererkennung einzelner Nutzer. Für Firmen ist das eine Abwägung zwischen rechtlicher Sicherheit und der engen Verzahnung von Google Analytics mit Googles Werbesystem.