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ChatGPT & Co können jetzt auch direkt Dein Depot managenSynthszr
synthszr #240 vom Mittwoch, den 26.08.2026

ChatGPT & Co können jetzt auch direkt Dein Depot managen

  • • Scalable Capital integriert KI-Assistenten zur Depot-Optimierung für Kunden
  • • Perplexity launcht portable Lösung für lokale Ausführung seiner Software
  • • OpenClaw Hype: Neue Macs mit 2-Nanometer-Chips für lokale Modelle

Scalable: ChatGPT & Co können jetzt auch direkt dein Depot optimieren

Scalable Capital öffnet seine Plattform für KI-Assistenten und nennt die Funktion „Agentic Investing“. Kunden können ihr Depot seit dem 25. August 2026 mit ChatGPT, Claude oder Grok verknüpfen; nach eigenen Angaben ist der Münchner Anbieter damit die erste Bank in Europa, die das für alle gängigen Assistenten anbietet. Der Funktionsumfang geht von Anfang an über Leserechte hinaus: Handeln, Sparpläne einrichten, Watchlist verwalten und Preisalarme setzen sind zum Start möglich. Dazu kommt eine eigene Suche für Aktien, ETFs und Derivate. News, Echtzeit-Quotes und historische Kursdaten stellt das Unternehmen kostenfrei bereit, ebenso Teile des Analysewerkzeugs Scalable Insights mit Diversifikations-Checks, Szenario-Analysen und Risiko-Bewertungen.

Technisch stehen zwei Wege bereit. Der eine ist ein Server nach dem Model Context Protocol, erreichbar unter mcp.scalable.capital, der andere eine CLI-Applikation für die Kommandozeile, die sich lokal installieren lässt und damit auch für selbst betriebene Modelle taugt. Freigeschaltet wird der Zugang im Web unter Profil > Sicherheit > Agentic Investing, danach muss die Aktivierung zusätzlich in der App bestätigt werden. Bei Claude wird die Anbindung als benutzerdefinierter Konnektor hinzugefügt, gefolgt von Login und Zwei-Faktor-Abfrage. In den Einstellungen des Konnektors lässt sich pro Befehl festlegen, ob er immer erlaubt ist, eine Genehmigung erfordert oder blockiert wird.

Eine Order wird nicht direkt auf die erste Aufforderung hin ausgeführt. Der Assistent fasst den Auftrag zunächst zusammen, Scalable zeigt die vorgeschriebenen Vorabinformationen inklusive Kosten und gegebenenfalls Basisinformationsblatt an, anschließend bestätigt der Kunde die Transaktion im Chat. Die Anmeldung per Zwei-Faktor-Authentifizierung wird nach Angaben des Anbieters auch später in wiederkehrenden Abständen verlangt. Scalable weist darauf hin, dass Antworten und Empfehlungen der KI nicht vom Broker stammen und keine Anlageberatung darstellen. Verbraucherschützer raten, die Verbindung zu trennen, wenn man nicht aktiv am Depot arbeitet, und vorher zu prüfen, welche Daten der KI-Anbieter speichert und ob er Eingaben zum Training verwendet. Eine praktische Einschränkung: Den Einstandskurs liefert die Schnittstelle nicht mit, die KI muss ihn aus den Kauftransaktionen selbst zusammenrechnen, was bei eingelieferten Beständen aus einem Depotübertrag ungenau werden kann.

Gründer und Co-CEO Erik Podzuweit bezeichnet Agentic Investing als „größten technologischen Sprung in der Finanztechnologie seit dem Internet-Banking“. Als Anwendungsbeispiele nennt das Unternehmen einen börsentäglich um 7 Uhr erzeugten Newsletter zu den eigenen Depotwerten, den CSV-Export von Transaktionen für die Steuererklärung oder die Berechnung einer Sparrate samt vorbereitetem Sparplanauftrag. → aktiengram, zdnet, dasinvestment, scalable, finanztip

Synthszr Take: Scalable verkauft Agentic Investing als größten Sprung seit dem Internet-Banking und versteckt die Funktion trotzdem unter Profil > Sicherheit, wo der Kunde sie selbst einschalten und per App gegenzeichnen muss. Zwischen Pressemitteilung und Produktarchitektur klafft eine Lücke, und die Architektur sagt mehr. Jede Order muss im Chat einzeln bestätigt werden, im Berechtigungsmenü lässt sich jeder Schreibbefehl hart blockieren, und die 2FA-Abfrage kommt in Abständen wieder. Die Vorsicht hat gute Gründe: Den Einstandskurs liefert die Schnittstelle gar nicht mit, die KI rechnet ihn aus den Kauftransaktionen zusammen, und bei Depotüberträgen wird das ungenau. Solange ein Rechenfehler direkt in einer ausgeführten Order landen kann, bleibt der Bestätigungsklick die billigste Versicherung für Anleger.

Perplexity lässt seinen Agenten jetzt lokal laufen

Perplexity hat am Dienstag Portable Computer vorgestellt, eine lokal laufende Variante seines im Februar gestarteten Cloud-Agenten Perplexity Computer. Die Software läuft auf Nvidias DGX Spark, einem Desktop-System mit GB10-Grace-Blackwell-Prozessor, 20-Kern-CPU und 128 Gigabyte Unified Memory, das seit Oktober 2025 ausgeliefert wird. Anders als bei bisherigen lokalen Modell-Angeboten laufen Orchestrator, Planer, Tool-Router, Scheduler, die dauerhafte Aufgabenwarteschlange und der Suchindex vollständig auf dem Gerät. Als Modelle kommen das offene Qwen 3.8 27B sowie PPLX 27B zum Einsatz, eine von Perplexity nachtrainierte und für den DGX Spark optimierte Fassung. Voraussetzung ist derzeit Linux; Windows-Rechner mit RTX-Karten und ein 30B-Modell sollen folgen.

Perplexity beziffert das Kontextfenster von Qwen 3.8 27B auf 256.000 Token, räumt aber ein, dass das Modell jenseits von rund 100.000 Token in der Praxis Probleme bekommt. Dagegen setzt das Unternehmen eine Kompaktierungsfunktion, die lange Eingaben vorab zusammenfasst, sowie Multi-Token-Prediction zur schnelleren Verarbeitung. Nach Angaben des Anbieters laufen die Modelle in einer Sandbox, die den Zugriff auf nicht benötigte Teile des Betriebssystems verhindert, und unautorisierte Netzverbindungen werden blockiert. Lokal erledigte Arbeit verbraucht keine Token-Credits; abgerechnet wird erst, wenn eine Aufgabe ausdrücklich in die Cloud verschoben wird, etwa für aktuelle Web-Informationen, Browser-Nutzung oder eines von über 15 Frontier-Modellen. Über Konnektoren arbeitet Portable Computer mit Google Drive, Gmail, Slack und GitHub zusammen. → Computerworld, SiliconANGLE, RuntimeWire

Synthszr Take: Nvidia verhandelt über eine Beteiligung, die Perplexity mit über 30 Milliarden Dollar bewertet, und am selben Tag erscheint ein Perplexity-Produkt, das ausschließlich auf Nvidia-Silizium läuft. Diese Gleichzeitigkeit beschreibt eine Beziehung jenseits von Lieferant und Kunde: Der Chiphersteller sitzt bei der Frage mit am Tisch, welche Modelle wo rechnen. Wenn zusätzlich über Lizenzen an Perplexitys Stack und die Anwerbung von Schlüsselpersonal gesprochen wird, ist die Produkt-Roadmap nicht länger allein Sache des Startups. Nvidias Kalkül liegt offen: Ein Desktop mit 128 Gigabyte Unified Memory verkauft sich nur mit Software, die ihn auslastet, und ein Agent, der lokal orchestriert und erst bei Bedarf in die Cloud geht, ist die beste Kaufbegründung, die es dafür gibt. Spannend wird der Tag, an dem Perplexity gute Gründe hätte, denselben Stack auf Apple Silicon oder AMD zu portieren. Miteigentümer haben zu solchen Plänen erfahrungsgemäß eine klare Meinung.

OpenAIs eigener Chip Jalapeño schlägt laut SemiAnalysis Nvidias Blackwell bei Effizienz

OpenAI hat auf der Hot-Chips-Konferenz seinen selbst entworfenen Inferenz-Chip „Jalapeño“ vorgestellt, einen gemeinsam mit Broadcom entwickelten ASIC, der ausschließlich für die Inferenz großer Sprachmodelle gebaut wurde. Die Designarbeit begann laut SemiAnalysis Mitte 2024, vom ersten Hiring bis zum Tape-out vergingen rund 16 Monate. Der Chip setzt auf HBM4-Speicher und ist damit von der Speicherausstattung her mit den Spitzenmodellen von Nvidia und AMD vergleichbar. SemiAnalysis durfte den Chip im Labor mit der eigenen InferenceX-Suite sehen und berichtet, Jalapeño schlage Blackwell beim Durchsatz pro Megawatt in fast allen Szenarien, ohne Multi Token Prediction oder spekulatives Decoding. Bei Concurrency 1 erreicht der Chip auf DeepSeek R1 nach diesen Angaben über 700 Token pro Sekunde und Nutzer, auf GPT-OSS rund 1.400. → SemiAnalysis

Synthszr Take: 16 Monate vom ersten Hiring bis zum Tape-out sind die eigentliche Nachricht in diesem Text. OpenAI hat sich in anderthalb Jahren eine Kompetenz zugelegt, für die Nvidia zwei Jahrzehnte und ein ganzes Zulieferer-Umfeld gebraucht hat, und Nvidias größter Abnehmer sitzt damit ab sofort auf beiden Seiten des Tisches. Man sollte die Effizienzkurven trotzdem mit spitzen Fingern anfassen: Die Zahlen kommen von OpenAI selbst, der ernsthafte Gegner heißt Rubin, und Rubin steht heute in den Racks, während Jalapeño noch Labormuster ist.

Deutsche Bank war Design-Partner für Googles Finanz-KI und nutzt sie im Firmenkundengeschäft

Die Deutsche Bank setzt Googles neu vorgestelltes Werkzeug Gemini Enterprise for Financial Services in ihrem Firmenkundengeschäft ein, nachdem sie an einem Early-Access-Test teilgenommen hatte. Deutschlands größte Bank teilte mit, sie sei Design-Partnerin für das am Dienstag gestartete Produkt gewesen. Es handelt sich um ein agentisches Recherche-Werkzeug für Finanzprofis, das Marktinformationen, Unternehmensdaten und Kennzahlen zusammenführt, um Analysen schneller zu erzeugen. Nach Angaben von Google Cloud sind die Ausgaben konsistent, nachvollziehbar und prüfbar. Die Bank will zunächst im Firmenkundenbereich starten und den Einsatz später auf weitere Geschäftsfelder ausdehnen. → Capital Brief

Synthszr Take: Ein Haus, das sonst jede Softwareentscheidung durch drei Gremien schiebt, hat sich in die Produktentwicklung eines Anbieters gesetzt, bevor das Produkt überhaupt am Markt war. Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit werden jetzt als Kernmerkmale beworben, und das kommt aus genau solchen Partnerschaften: Aufsichtsanforderungen lassen sich nicht nachträglich auf ein fertiges Modell schrauben. Citi Wealth, Lloyds und Macquarie sitzen längst auf derselben Plattform, und die Deutsche Bank startet im Firmenkundengeschäft mit einer Ausweitung im Hinterkopf.

Chris Malone verlässt OpenAI: Der Rechenzentrums-Chef geht mitten im Stargate-Ausbau

Chris Malone, bei OpenAI verantwortlich für den Aufbau der Rechenzentren, hat das Unternehmen vergangene Woche verlassen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Malone war erst im März 2025 zu OpenAI gestoßen, kurz nachdem das Unternehmen Stargate angekündigt hatte, das gemeinsame Rechenzentrums-Vorhaben mit Oracle und SoftBank. Sein Weggang reiht sich laut WSJ in eine Serie von Abgängen auf Führungsebene ein, die dem geplanten Börsengang vorausgehen. → Wall Street Journal

Synthszr Take: Elf Monate im Amt, und das bei einem Vorhaben, dessen Bauzyklen in Jahren gerechnet werden: Malone hat den Stargate-Ausbau nicht mal bis zur ersten vollen Ausbaustufe begleitet. Der Bau von Rechenzentren erfordert Verträge über Strom, Grundstücke und Chips mit Laufzeiten, die weit über die aktuelle Modellgeneration hinausreichen, und dabei tritt man gegen eine Organisation an, die im Sechs-Wochen-Takt ihre Prioritäten neu sortiert. Diese Reibung endet selten in einer Kompromissformel, sie endet in einem Abgang.

Dr. Dre stellt sich hinter KI-Musik und vergleicht sie mit dem Synthesizer

Dr. Dre hat sich in einem gemeinsamen Interview mit Jimmy Iovine für den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Musikproduktion ausgesprochen. Laut TechRadar sagt er wörtlich „I’m embracing it“ und stellt die Technologie in eine Reihe mit Synthesizern und Drumcomputern, also mit Werkzeugen, die zu ihrer Zeit selbst als unecht galten. In demselben Gespräch geht es um Kreativität und um die Lehren aus dem Verkauf von Beats an Apple, das die Kopfhörermarke 2014 für rund drei Milliarden Dollar übernahm. Die Äußerung fällt in eine Phase, in der Streamingdienste massenhaft automatisch erzeugte Titel aus ihren Katalogen entfernen, meist unter dem Label AI Slop. → TechRadar

Synthszr Take: Dre argumentiert aus Erfahrung, denn sein gesamter Sound wurde auf Geräten gebaut, die die Zunft damals für Betrug hielt, vom Drumcomputer bis zum Sampler. Die Roland TR-808 lief 1983 als Ladenhüter aus der Produktion, weil sie angeblich zu künstlich klang, und wurde danach zum Fundament von zwei Jahrzehnten Hip-Hop. Das Muster wiederholt sich verlässlich: Die Leute, die ein verachtetes Werkzeug früh in die Hand nehmen und Geschmack mitbringen, bestimmen, wie das nächste Jahrzehnt klingt.

Meta startet den KI-Agenten Hatch und ruft dafür bis zu 200 Dollar im Monat auf

Meta bringt Berichten zufolge in den kommenden Wochen einen Verbraucher-Agenten namens Hatch auf den Markt, der Aufgaben stellvertretend für den Nutzer erledigen soll. Die Premium-Stufe könnte laut The Neuron bis zu 200 Dollar im Monat kosten und läge damit auf dem Niveau der teuersten Pläne von OpenAI und Anthropic. Für Oktober ist zudem das nächste Flaggschiff-Modell des Konzerns angekündigt, das intern unter dem Codenamen Watermelon läuft. Facebook und Instagram sind bislang werbefinanziert und für Nutzer kostenlos, ein Abopreis in dieser Höhe wäre für Metas Verbrauchergeschäft neu. → The Neuron

Synthszr Take: Die 200 Dollar im Monat für Hatch sind bei OpenAI und Anthropic abgeschrieben, Cent für Cent. Meta erklärt über das Preisschild, in welcher Liga der Agent spielen soll, bevor ihn überhaupt jemand benutzt hat. Wie tragfähig dieses Signal ist, zeigt die Konkurrenz gerade selbst: Anthropics Fable 5 kam zwei Monate nach dem Start auf 11 Prozent der Firmenausgaben für KI, weil Kunden zum günstigeren GPT-5.6 griffen (Datenbasis: 70.000 Unternehmen).

Anthropic baut Claudes Renderer neu und beendet das Ruckeln bei langen Antworten

Anthropic hat den Streaming-Renderer von Claude neu geschrieben, der die Antworten des Modells Wort für Wort auf den Bildschirm bringt. Bisher wurde bei jedem neu eintreffenden Token die komplette Antwort von Grund auf neu gerendert, was lange Antworten auf schwächeren Rechnern zunehmend ins Stocken brachte. Der neue Renderer aktualisiert nur noch die Textteile, die sich gerade aktiv verändern. Nach Angaben von Anthropic stocken lange Antworten auf einem langsameren Laptop dadurch neunmal seltener, die längsten Freezes fallen 4,5-mal kürzer aus, und auf einem MacBook mit 120-Hz-Display hält die Ausgabe durchgehend 120 fps. → AlphaSignal

Synthszr Take: Ein Renderer-Rewrite taucht in keiner Benchmark-Tabelle auf, entscheidet aber darüber, ob jemand ein Werkzeug acht Stunden am Tag offen hat. Hier wurde Reibung entfernt: 4,5-mal kürzere Freezes, stabile 120 fps, null Konfigurationsaufwand für den Nutzer. In Unternehmen, wo die Hardware im Schnitt drei Jahre alt ist und die IT über Rollouts entscheidet, wiegt dieses Detail schwerer als der nächste Punkt auf einem Reasoning-Benchmark.

Playwright gibt Coding-Agenten eine eigene CLI statt Screenshot-Automatisierung

Playwright, das Browser-Testframework aus dem Microsoft-Umfeld, bietet seine Automatisierung jetzt in drei Varianten an: dem klassischen Test Runner, einer Kommandozeilen-Version für Coding-Agenten und einem MCP-Server. Die CLI (Installation über npm i -g @playwright/cli) richtet sich nach Angaben des Projekts an Agenten wie Claude Code und GitHub Copilot und soll über installierbare Skills mit wenig Kontext-Overhead auskommen. Der MCP-Server gibt Agenten die volle Browser-Kontrolle über das Model Context Protocol und lässt sich in VS Code, Cursor, Claude Desktop und Windsurf einbinden. Playwright reicht den Agenten strukturierte Accessibility-Snapshots durch, also Element-Rollen, Namen und Referenzen, statt Screenshots; Vision-Modelle sind dafür laut Dokumentation nicht erforderlich. → The Pragmatic Engineer

Synthszr Take: Token-Effizienz steht in keinem Feature-Vergleich und entscheidet trotzdem, ob ein Agent im Dauerbetrieb bezahlbar bleibt. Ein Screenshot muss durch ein Vision-Modell, ein Accessibility-Baum ist Text und wird direkt gelesen; das ist der Unterschied zwischen einem Testlauf, den ein Team täglich fährt, und einem, den es sich zweimal im Monat gönnt. Von den drei Einstiegspunkten ist die CLI mit ihren installierbaren Skills der pragmatischste, weil sie Kontext erst dann lädt, wenn er gebraucht wird, statt das Fenster vorab mit Werkzeugbeschreibungen zu füllen.

OpenClaw Hype: Neue Macs mit 2-Nanometer-Chips für lokale Modelle

Apple hat den M6 vorgestellt, den ersten Prozessor des Unternehmens, der in TSMCs 2-Nanometer-Node gefertigt wird, und setzt ihn in den neuen Mac mini ein. Der Chip hat einen 12-Kern-Prozessor und eine 12-Kern-Grafikeinheit, jeweils zwei Kerne mehr als bei M4 und M5, dazu eine doppelte 16-Kern-Neural-Engine und 170 GB/s Speicherbandbreite (M5: 153 GB/s, M4: 120 GB/s). Erstmals kombiniert Apple drei CPU-Kerntypen in einem Chip: zwei Super-Kerne für Einzelthread-Last, vier Performance-Kerne und sechs Effizienzkerne. Der neue Fertigungsprozess bettet nach Angaben von TSMC winzige SHPMIM-Kondensatoren in den Chip ein, die Spannungsschwankungen bei stark schwankender Last ausgleichen sollen. Der Einstiegspreis liegt bei 899 Dollar mit 16 GB vereintem Speicher und 256 GB Flash, konfigurierbar bis 32 GB.

Die Leistungsangaben stammen sämtlich von Apple selbst: bis zu 40 Prozent mehr Multithread-Leistung als M4, bis zu 4,8-fach schnellere Verarbeitung von Prompts für lokal laufende große Sprachmodelle in LM Studio gegenüber M4 und 13,5-fach gegenüber M1. Für Tabellenkalkulationen in Excel nennt Apple den Faktor 1,5 gegenüber M4, für Raytracing-Spieleleistung den Faktor 2.

Die zweite Mac-mini-Variante nutzt den M5 Pro, der zuvor im MacBook Pro debütierte und weiter im 3-Nanometer-Prozess gefertigt wird. Er bietet bis zu 18 CPU-Kerne, bis zu 20 GPU-Kerne, maximal 64 GB Speicher und 307 GB/s Bandbreite, der Preis startet bei 1.699 Dollar. Parallel aktualisiert Apple den Mac Studio: die Einstiegsversion mit M5 Max ab 2.499 Dollar, die Topversion mit M5 Ultra ab 5.499 Dollar. Der M5 Ultra verbindet über die UltraFusion-Technik erstmals vier Dies in einem M-Serien-Chip und kommt auf bis zu 36 CPU-Kerne, bis zu 80 GPU-Kerne und 1,2 TB/s Speicherbandbreite, 50 Prozent mehr als der M3 Ultra. Für Funk setzt der Mac Studio auf Apples eigenen N1-Chip mit Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.

Alle vier Modelle sind ab sofort vorbestellbar und werden ab dem 22. September ausgeliefert, ausgestattet mit MacOS 27 „Golden Gate“. Zum Erscheinungsdatum des Betriebssystems selbst wollte sich Apple in einem Hintergrundgespräch nicht äußern.

Es ist das erste Mac-mini-Update seit fast zwei Jahren. Vorab war das Gerät als überraschender Zwischen-Release vor dem September-Event berichtet worden, gestützt auf Personen mit Kenntnis der Planung. Im Februar waren Mac minis vielerorts ausverkauft, weil Käufer sie als Dauerläufer für agentische KI-Systeme wie OpenClaw und für lokal betriebene Modelle mit offenen Gewichten nutzten; Tim Cook sagte im April, man brauche mehrere Monate bis zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage. Der Mac-Umsatz stieg im dritten Quartal 2026 um 29 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar. Gartner-Analyst Ranjit Atwal sagte gegenüber CIO Dive, die neuen Chips seien darauf ausgelegt, agentische Arbeitslasten im Unternehmen lokal zu betreiben. Cook übergibt die Führung am 1. September an Hardware-Chef John Ternus. → SiliconANGLE, Daring Fireball, 9to5Mac, CIO Dive, Gizmodo

Synthszr Take: Apple setzt den ersten 2-Nanometer-Chip in den 899-Dollar-Mac-mini, während die 5.499-Dollar-Maschine mit dem 3-Nanometer-M5-Ultra auskommt. Zwei zusätzliche CPU-Kerne und 170 statt 153 GB/s sind für Käufer ein solides Update, mehr nicht. Für die Auftragsfertigung ist die Platzierung im Einstiegsgerät die eigentliche Ansage: N2 läuft in Serie, mit Ausbeuten, die Volumen zum niedrigsten Mac-Preispunkt erlauben, und Apple hat sich die Anfangskapazität dafür gesichert. Dass ausgerechnet dieses Gerät Prompts nach Apples eigenen Zahlen 4,8-mal schneller verarbeitet als der M4, macht es zum Standardkasten für lokale Agenten, ein Markt, der Cook im Februar bei den Liefermengen kalt erwischt hat. Ob Intel mit 18A oder Samsung einen Kunden dieser Größenordnung an sich binden, entscheidet sich in den nächsten zwölf Monaten. Apple hat sich bis dahin den Platz an der Spitze der Warteschlange gekauft.

Im Artikel erwähnt

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