
Fade (Haarschnitt)
Ein Fade ist ein Haarschnitt, bei dem die Haare an den Seiten und am Hinterkopf nach unten hin stufenlos immer kürzer werden. Am Übergang zum Deckhaar sind sie am längsten, am Nackenansatz oft nur noch Millimeter kurz oder ganz weg.
Ein Fade ist eine bestimmte Art, Haare an den Seiten und am Hinterkopf zu schneiden. Die Haare werden dabei nach unten hin immer kürzer, und zwar ohne sichtbare Kante. Oben am Kopf bleibt das Haar länger, unten am Hals ist es sehr kurz oder rasiert. Zwischen langem und kurzem Bereich entsteht ein weicher Übergang, der wie ein Farbverlauf aussieht. Genau darauf spielt der englische Name an: „to fade“ heißt verblassen oder auslaufen. Wie hoch dieser Übergang am Kopf beginnt, entscheidet über den Namen der Variante.
Warum der Fade den Friseurmarkt verändert hat
Der Fade ist seit etwa 2010 der meistverlangte Herrenschnitt in Europa und Nordamerika. Er wirkt gepflegt, ohne dass man oben viel stylen muss. Außerdem lässt sich der Schnitt an fast jede Kopfform anpassen, indem man den Übergang höher oder tiefer ansetzt. Das erklärt, warum er so lange populär geblieben ist, während andere Trends schnell wieder verschwanden.
Wirtschaftlich hat dieser Trend eine eigene Branche groß gemacht. Sogenannte Barbershops, also auf Männerschnitte spezialisierte Friseursalons, sind in vielen Städten stark gewachsen. Ein Fade ist arbeitsintensiv und dauert oft 30 bis 45 Minuten, entsprechend höher liegt der Preis. Gleichzeitig kommen Kundinnen und Kunden häufiger wieder, weil der Übergang schon nach zwei bis drei Wochen unscharf wird.
Auch für Hersteller von Haarschneidemaschinen ist der Fade wichtig. Marken wie Wahl oder Andis verkaufen spezielle Geräte, die besonders präzise Übergänge erlauben. Ein Schnitt, der handwerkliches Können sichtbar macht, ist außerdem gutes Material für soziale Netzwerke. Viele Barber haben ihre Bekanntheit fast ausschließlich über Fotos und Videos ihrer Fades aufgebaut.
Vom längsten zum kürzesten Aufsatz
Technisch entsteht ein Fade mit einer Haarschneidemaschine und verschieden hohen Aufsätzen, den Kammaufsätzen. Diese Aufsätze bestimmen, wie viele Millimeter Haar stehen bleiben. Der Barber arbeitet in Stufen: unten mit dem kürzesten Aufsatz, weiter oben mit dem nächstlängeren. Zunächst sind dadurch deutliche Ringe oder Linien sichtbar.
Der eigentliche Kern der Arbeit ist das Auflösen dieser Linien. Dazu kippt man die Maschine leicht an, sodass sie nur einen Teil der Haarlänge erfasst. Diese Technik heißt Fading oder Blending, also Verblenden. Man kann sie sich vorstellen wie das Verwischen zweier Farbstreifen mit dem Finger, bis die Grenze nicht mehr zu erkennen ist. Für die feinsten Stellen kommen kleinere Geräte und Scheren zum Einsatz.
Die Varianten unterscheiden sich vor allem in der Höhe des Übergangs. Beim Low Fade beginnt er knapp über dem Ohr, beim Mid Fade auf halber Höhe, beim High Fade nahe der Schläfenlinie. Ein Skin Fade läuft unten auf Null aus, die Haut ist dort sichtbar. Ein häufiger Irrtum ist, dass Fade und Undercut dasselbe seien. Beim Undercut trifft langes Deckhaar auf eine kurze Seite mit klarer Kante, beim Fade fehlt genau diese Kante.
Wo man Fades sieht: Sport, Popkultur, Barbershop
Am sichtbarsten ist der Fade im Profisport. Fast jede Fußballmannschaft zeigt bei Nahaufnahmen mehrere Spieler mit hohem Skin Fade. Ähnlich verbreitet ist er im Basketball und im Hip-Hop, wo der Schnitt seine Wurzeln hat: In afroamerikanischen Barbershops der 1980er-Jahre entwickelten sich frühe Formen wie der „High Top Fade“.
Im Alltag begegnet man dem Begriff meist beim Termin selbst. Wer „einen Fade“ bestellt, sollte die Höhe des Übergangs angeben, sonst entscheidet der Barber. Üblich sind Angaben in Millimetern oder über die Nummer des Aufsatzes. Zwischen den Terminen bieten viele Salons ein günstigeres Nachschneiden der Übergänge an, oft „Fade Refresh“ genannt.
Schließlich taucht der Begriff in der Werbung von Technikprodukten auf. Hersteller von Trimmern bewerben Funktionen für den Heimgebrauch, etwa Aufsätze mit feineren Abstufungen. Auch Apps und Online-Buchungsplattformen für Barbershops nutzen Fade-Fotos als Aushängeschild. Der Schnitt ist damit nicht nur eine Frisur, sondern ein Verkaufsargument.