Schema eines Workspace Agents: Links der Auftrag eines Nutzers in normaler Sprache, in der Mitte das Sprachmodell als Steuerung, rechts angebundene Werkzeuge wie Kalender, Postfach, Dateiablage und Tabellen. Pfeile bilden eine Schleife: Der Agent ruft ein Werkzeug auf, liest das Ergebnis und plant den nächsten Schritt, bis die Aufgabe erledigt ist.

Workspace Agents

Workspace Agents sind KI-Programme, die selbstständig Aufgaben in den Büroprogrammen eines Unternehmens erledigen — etwa E-Mails beantworten, Termine planen oder Tabellen auswerten. Sie warten nicht auf jeden einzelnen Befehl, sondern zerlegen einen Auftrag in Schritte und führen ihn aus.

Die meisten Menschen arbeiten heute in einer Sammlung von Programmen: E-Mail, Kalender, Chat, Textdokumente, Tabellen, Dateiablage. Diese Sammlung nennt man im Englischen Workspace, also Arbeitsplatz. Ein Workspace Agent ist ein KI-Programm, das in dieser Umgebung selbst tätig wird. Man gibt ihm einen Auftrag in normaler Sprache, etwa: Fasse die Rückmeldungen zum Projekt zusammen und schicke sie ans Team. Der Agent sucht dann selbst die passenden Nachrichten, schreibt den Text und verschickt ihn. Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Chatbot liegt genau darin: Ein Chatbot antwortet nur, ein Agent handelt.

Warum Firmen ihre Büroarbeit an Software abgeben wollen

In jedem Büro gibt es Arbeit, die niemand gern macht, die aber viel Zeit frisst. Termine über fünf Kalender hinweg abstimmen. Zahlen aus einer Tabelle in eine Präsentation übertragen. Nach der Datei suchen, die vor drei Monaten jemand geteilt hat. Solche Aufgaben sind einfach zu beschreiben, aber mühsam auszuführen. Genau dort setzen Workspace Agents an.

Für die Anbieter ist das ein großes Geschäft. Microsoft, Google und Salesforce verkaufen ihre Agenten als Aufpreis zu bestehenden Büropaketen. Weil Firmen ihre Programme selten wechseln, sind das sehr verlässliche Einnahmen. Deshalb tauchen Workspace Agents so häufig in Wirtschaftsnachrichten auf — sie sind einer der ersten Wege, mit denen sich KI direkt in Umsatz verwandeln lässt.

Es gibt aber auch eine Kehrseite. Ein Agent, der eigenständig E-Mails verschickt, kann eigenständig Fehler verschicken. Und weil er Zugriff auf alle Firmendaten braucht, ist er ein attraktives Ziel für Angriffe. Viele Unternehmen lassen Agenten deshalb zunächst nur Entwürfe erstellen, die ein Mensch freigibt.

Vom Auftrag zur ausgeführten Aufgabe

Im Kern eines Workspace Agents steckt ein Sprachmodell. Das ist ein Programm, das auf riesigen Textmengen trainiert wurde und Sprache verstehen und erzeugen kann. Allein könnte dieses Modell nur Text ausgeben. Damit es handeln kann, bekommt es Werkzeuge: kleine Schnittstellen zum Kalender, zum Postfach, zur Dateiablage. Das Modell entscheidet, welches Werkzeug es wann benutzt.

Der Ablauf ist eine Schleife. Der Agent liest den Auftrag und überlegt, was der erste Schritt ist. Er ruft ein Werkzeug auf, etwa die Kalendersuche. Das Ergebnis liest er, dann plant er den nächsten Schritt. Das wiederholt sich, bis die Aufgabe erledigt ist. Man kann sich das wie einen neuen Praktikanten vorstellen, der eine Aufgabenliste abarbeitet und nach jedem Schritt prüft, wie weit er ist.

Ein wichtiger Baustein sind Berechtigungen. Der Agent darf nur das sehen und tun, was auch der Mensch darf, für den er arbeitet. Sonst könnte er versehentlich Gehaltsdaten in eine Team-Nachricht kopieren. Ein häufiger Irrtum ist außerdem, dass ein Agent mitdenkt wie ein Kollege. Er folgt Mustern aus Texten und hat kein echtes Verständnis für die Folgen seiner Handlungen.

Wo diese Agenten schon eingebaut sind

Am bekanntesten ist Microsoft Copilot, das in Word, Outlook und Teams steckt. Google bietet Gemini innerhalb von Gmail, Docs und Tabellen an. Salesforce vermarktet seine Variante unter dem Namen Agentforce für den Kundenkontakt. Auch kleinere Anbieter wie Notion oder Slack haben eigene Agenten in ihre Programme eingebaut.

Im Alltag begegnet man ihnen meist unauffällig. Eine Zusammenfassung über einem langen Mail-Verlauf. Ein Vorschlag für einen Terminblock im Kalender. Eine automatisch erstellte Präsentation aus einer Tabelle. Wer in einem Unternehmen arbeitet, hat solche Funktionen oft schon benutzt, ohne sie Agent zu nennen.

In Nachrichtenmeldungen geht es meist um Zahlen: wie viele Firmen die Agenten gebucht haben und ob sie tatsächlich Arbeitszeit sparen. Studien dazu sind bisher uneinheitlich. Sicher ist nur, dass fast alle großen Softwarehersteller darauf setzen.

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